Eine gewisse Anerkennung verdient jene Person, die für die Sitzordnung verantwortlich war. Es gleicht einem diplomatischen Meisterstück, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán bei der Amtseinführung des neuen argentinischen Staatschefs in Buenos Aires in dieselbe Stuhlreihe zu verweisen. Da stehen die beiden Politiker also vor Beginn der Zeremonie an ihren Plätzen und sind gezwungen, miteinander zu sprechen. 20 Sekunden dauert der hitzige Austausch, den Kameras am Sonntag aus der Ferne einfangen – immerhin mit einem Ein-Mann-Puffer dazwischen. Später würde Selenskyj sagen, er habe „so offen wie möglich“ mit Orbán geredet. Der Ungar wiederum lässt verkünden, er habe dem Präsidenten zu verstehen gegeben, dass die Mitgliedstaaten in der Frage des ukrainischen EU-Beitritts „kontinuierlich“ miteinander diskutierten.
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