Sahra Wagenknecht kritisiert die Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Klimakrise scharf. "Die höheren Benzinpreise und die subventionierten und trotzdem teuren E-Autos, das ist Symbolpolitik für die Wohlhabenden und deren gutes Gewissen", sagt die Linken-Politikerin gegenüber unserer Redaktion. Für die untere Mitte und die Ärmeren mache es nur das Leben teurer - und das bei Null CO2-Einsparung.
"Denn", so Wagenknecht weiter, "wer auf dem Land wohnt, hat gar keine Alternative zum Auto, und höhere Heizölpreise führen auch nicht dazu, dass Normalverdiener in schmucke Niedrigenergiehäuser umziehen". Für tatsächlich notwendige und effektive Maßnahmen durch eine Regulierung der Wirtschaft sei die Politik dagegen "zu feige".
Sarah Wagenknecht: "Keine Lifestyle-Debatten und Preiserhöhungen!"
Die 51-jährige Wagenknecht, die kürzlich das Buch "Die Selbstgerechten" als Abrechnung mit dem Linksliberalismus veröffentlicht hat und trotz Protesten zur Spitzenkandidatin für die Linke in NRW gewählt wurde, sieht die deutsche Klimapolitik unter anderem als bloße Reaktion auf die Bewegung "Fridays For Future". Auch in diesem Zusammenhang etwa von den Grünen propagierte Klimaschutzmaßnahmen wie ein Fleischverzichts und eine Fleischverteuerung verdeckten nur die eigentlichen Probleme.
Sie fordert: "Keine Lifestyle-Debatten und Preiserhöhungen!" Vielmehr müsse es um "eine De-Globalisierung und Re-Regionalisierung unserer Wirtschaft" gehen.
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