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Wissenschaftskooperation: INI in Hannover und Teheran: Kooperation wird ausgebaut

Wissenschaftskooperation

INI in Hannover und Teheran: Kooperation wird ausgebaut

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    Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, l) befindet sich auf einer mehrtägigen Reise im Iran.
    Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, l) befindet sich auf einer mehrtägigen Reise im Iran. Foto: Marco Hadem/dpa

    Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) freut sich über eine neue Phase der Kooperation mit dem Iran. "Es gibt eine lange Freundschaft zwischen Deutschland und dem Iran. Aber wir wissen auch, dass das politische Verhältnis in den vergangenen Jahren abgekühlt war", so Weil. Ein Lichtblick ist dabei zum Beispiel der neue Kooperationsvertrag zwischen der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel und der Technischen Universität Braunschweig mit der Universität Teheran.

    Vertreter der deutschen Hochschulen unterschrieben am Samstag im Iranischen Forschungszentrum für Wissenschaft und Technologie (IROST) in Teheran den Vertrag. "Ich hoffe, dass beide Länder gleichermaßen davon profitieren werden", freute sich Weil über die neuen Chancen. Doch die neuen Kooperationsverträge sind noch nicht alles. Am Sonntag eröffnete in Teheran auch eine Neurochirurgie-Klinik, die laut der "Hannoverschen Allgemeinen" dem International Neuroscience Institute (INI) aus Hannover nachempfunden wurde.

    INI im Iran: Teheran besitzt nun weltgrößte Neuro-Klinik

    Todesurteile gegen Deutsche im Ausland

    Die Todesstrafe ist in Deutschland abgeschafft - in der Bundesrepublik seit 1949, in der DDR_seit 1987. Im Ausland wurden aber auch danach noch Deutsche zum Tode verurteilt. Einige Fälle:

    Malaysia: Ein Gericht im Bundesstaat Selangor verurteilt im September 2013 einen Deutschen wegen Drogenschmuggels zum Tod durch den Strang. Der 40-Jährige wird schuldig gesprochen, 2011 im Gepäck 1,5 Kilogramm der synthetischen Droge Methamphetamin eingeschmuggelt zu haben. Die Bundesregierung will verhindern, dass der Mann hingerichtet wird.

    USA: Im August 1988 wird der Deutsche Dieter Reichmann wegen Mordes an seiner Freundin während eines Florida-Urlaubs zum Tode verurteilt. 22 Jahre nach dem Todesurteil wird die Strafe 2010 schließlich in lebenslange Haft umgewandelt.

    USA: 1999 werden in Arizona die wegen Mordes verurteilten Brüder Karl und Walter LaGrand hingerichtet. Beide stammen aus Augsburg.

    Iran: Im Januar 1998 wird ein deutscher Geschäftsmann in Teheran festgenommen und wegen angeblich sexueller Kontakte zu einer Muslimin zum Tode verurteilt. Die Bundesregierung protestiert gegen das Urteil . Im Oktober 1998 wird das Todesurteil zunächst bestätigt, später aber aufgehoben. Im Januar 2000 kommt der Mann wieder frei.

    Malaysia: Ein Gericht auf der Touristeninsel Penang verurteilt 1987 den damals 24-jährigen Deutsche Frank Förster wegen Besitzes von rund 240 Gramm Haschisch zum Tod. Kurz vor der geplanten Hinrichtung geben zwei Männer zu, das Rauschgift in Försters Gepäck gesteckt zu haben. Der Tourist kommt frei.

    Das "Iran-INI" wird demnach in Kooperation mit der Teheran University of Medical Sciences betrieben. Der international renommierte Neurochirurg Prof. Madjid Samii hatte das INI im hannoverschen Medical Park gegründet. Dass in seinem Geburtsort eine exakte Kopie in größeren Dimensionen errichtet werden sollte, konnte Samii zunächst nicht glauben. Zur Eröffnung am Sonntag hatte sich sogar Staatspräsident Hassan Rohani angekündigt.

    Das INI in Teheran liegt am nördlichen Rand der Hauptstadt Irans. Es ist viermal so groß wie das INI in Hannover und ist derzeit die größte neurologische Klinik der Welt. Die Klinik ehrt zudem Professor Samii: Die Verbindungsstraße der INI-Gebäude trägt seinen Namen, außerdem ist das "Samii Brain Museum" - ein Ausstellungshaus mit fünf Stockwerken - geplant. Teheran ist offensichtlich stolz auf Samii, der seit 1977 in Hannover lebt und große Hoffnungen in das neue Projekt legt. dpa/sh

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