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Nagetiere: Immer mehr Menschen erkranken an Hantavirus

Nagetiere

Immer mehr Menschen erkranken an Hantavirus

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    Viele Mäuse tragen das Hantavirus in sich. Auch Menschen können sich damit infizieren.
    Viele Mäuse tragen das Hantavirus in sich. Auch Menschen können sich damit infizieren. Foto: Peter Steffen/Symbolbild dpa

    In einigen Bundesländern Deutschlands ist das Hantavirus derzeit sehr aktiv. In Baden-Württemberg wurden dem Landesgesundheitsamt seit Jahresbeginn bereits 108 Fälle gemeldet. 2016 habe es dort insgesamt nur 84 Erkrankungen gegeben. Das sind bereits jetzt 24 Krankheitsfälle mehr als im Vorjahr. Auch bundesweit haben die Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr zugenommen: Dem Robert Koch-Institut (RKI) seien bis Mitte März 136 Fälle von Hantavirus gemeldet worden - mit 38 Fällen deutlich mehr als im vergangenen Jahr.

    Das Hantavirus in Zahlen

    Allerdings schwankten die Zahlen von Ansteckungen mit dem Hantavirus von Jahr zu Jahr erheblich, sagte eine Sprecherin des RKI. Und 2016 sei ein Jahr mit sehr geringen Fallzahlen gewesen: Nur 282 Menschen seien damals erkrankt, 2012 seien es 2.825 gewesen. Für Baden-Württemberg allerdings rechnen Experten derzeit mit mehr als 2.440 Erkrankungen mit dem Hantavirus im Jahr 2017. Im bundesweiten Vergleich gehört Baden-Württemberg nach RKI-Angaben zu den Ländern mit den meisten Fallzahlen.

    "Die aktuellen Fallzahlen sprechen für eine erhöhte Hantavirus-Aktivität", sagte eine Sprecherin des Landesgesundheitsamtes. Grund für die hohen Zahlen sei der gute Ertrag der Buchen in den Wäldern im vergangenen Jahr. Dadurch habe es viele Bucheckern gegeben, die vor allem der Rötelmaus als Nahrung dienten. Die Rötelmäuse und andere Nagetiere übertragen das Hantavirus.

    So wird das Hantavirus übertragen

    Beim Menschen verursacht eine Infektion mit dem Hantavirus nach RKI-Angaben eine grippeähnliche Krankheit mit Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Auch Blutdruckabfall und Nierenfunktionsstörungen bis zum -versagen können folgen. Um sich zu schützen, sollten Menschen nach Expertenangaben vor allem in Gebieten mit viel Buchenwald den Kontakt mit Ausscheidungen von Nagern vermeiden - beispielsweise bei Holzarbeiten in Wald und Garten und bei der Reinigung von Kellern, Schuppen, Scheunen und Ställen.

    Der Name Hantavirus leitet sich vom koreanischen Grenzfluss Hantan ab. Dort erkrankten während des Koreakrieges Anfang der 1950er Jahre mehr als 3000 Soldaten an einem schweren hämorrhagischen (zu Blutungen führenden) Fieber. Das Virus wurde erstmals 1977 isoliert. Übertragen wird es durch Speichel, Kot oder Urin von infizierten Nagetieren wie der Rötelmaus. Atmet der Mensch die Erreger ein - etwa wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt wird - kann er sich mit Hantaviren infizieren. dpa/sh

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