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Allergie: Allergiker leiden unter Birkenpollen-Flug: Ohne Therapie droht Asthma

Allergie

Allergiker leiden unter Birkenpollen-Flug: Ohne Therapie droht Asthma

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    Besonders Birkenpollen fliegen momentan durch die Luft und machen Allergikern zu schaffen.
    Besonders Birkenpollen fliegen momentan durch die Luft und machen Allergikern zu schaffen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

    Die milden Temperaturen in den vergangenen Tagen haben die Natur förmlich zum Explodieren gebracht. Doch schönes Wetter setzt auch viele Pollen frei - derzeit vor allem Birkenpollen. Allergikern machen die typischen Heuschnupfensymptome wie Fließschnupfen und juckende Augen zu schaffen. Ein Überblick:

    Welche Pollen fliegen derzeit?

    Nachdem die Blüte von Hasel und Erle weitgehend durch ist, fliegen jetzt massiv die Birkenpollen. Die höchste Belastung gibt es derzeit laut dem Gefahrenindex vom Deutschen Wetterdienst und der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst im Westen und Südwesten sowie in großen Teilen Ostdeutschlands. Dort herrscht Alarmstufe rot. Auch die Belastung durch Eschepollen ist bis auf den Norden und äußersten Süden bereits mittel bis hoch.

    Gibt es dieses Jahr besonders viele Birkenpollen?

    Birken setzen in der Regel alle zwei Jahre mehr Pollen frei als üblich. Nach Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ist 2017 allerdings kein solches Mastjahr, wie Biologen das nennen. Voraussichtlich gibt es insgesamt geringere Pollenkonzentrationen. Die Belastung hängt aber auch von den Niederschlägen ab. Bei Regen wird der Pollen auf den Boden gespült und ist für Allergiker weniger schlimm.

    Wie viele Menschen haben eine Pollenallergie?

    Zwischen 15 und 20 Prozent der Deutschen und damit mindestens zwölf Millionen Menschen leiden an Heuschnupfen. Ausgelöst wird der allergische Schnupfen durch den Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern.

    Viele Heuschnupfenpatienten bekommen Asthma

    Wie äußert sich eine allergische Reaktion?

    Erreicht der Blütenstaub die Augen- und Nasenschleimhäute, bildet der Körper gegen die vermeintlichen Feinde Antikörper und schüttet unter anderem den Botenstoff Histamin aus. Die Folgen sind tränende und juckende Augen, Fließschnupfen, Niesattacken und Atemnot. Die Allergie kann auch zu Magen-Darm-Störungen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen führen. In schweren Fällen droht ein allergischer Schock. Ohne ausreichende Therapie erkranken zudem bis zu 40 Prozent der Heuschnupfenpatienten an Asthma.

    Wann fliegen überhaupt Pollen?

    Seit Jahren beobachten Forscher, dass sich der Pollenflug um mehrere Tage nach vorn verlagert und im Herbst etwas länger andauert. Bei mildem Klima kann es also sein, dass im November die letzten Gräser- oder Kräuterpollen fliegen und im Dezember schon die ersten Haselpollen unterwegs sind. Für Allergiker verlängert sich damit die Saison.

    Urlaub am besten nach dem Pollenkalender buchen

    Wie können sich Allergiker schützen?

    Experten empfehlen, die Kleidung beim Betreten der Wohnung zu wechseln. Auch ist es ratsam, vor dem Schlafengehen die Haare mit Wasser auszuspülen. Sport im Freien sollte vermieden werden. Auf dem Land ist die Pollenbelastung in den frühen Morgenstunden am stärksten, in der Stadt hingegen wird das Maximum erst abends erreicht. Empfohlen wird daher, das Schlafzimmer nachts zu lüften und die Fenster am frühen Morgen zu schließen und auch tagsüber geschlossen zu halten. Hilfreich ist auch ein Lüftungsfilter im Auto.

    Bei ihrer Urlaubsplanung sollten sich Allergiker am Pollenkalender orientieren. Eine Ferienreise ist dann am günstigsten, wenn zu Hause der jeweils allergieauslösende Pollen Hochsaison hat. Vor allem in den Hochgebirgen und am Meer, wo es reichlich pollenarme Luft gibt, können Allergiker durchatmen.

    Welche Medikamente helfen?

    Antiallergisch wirkende Antihistaminika werden bei akuten Symptomen eingesetzt, moderne Mittel machen auch nicht mehr so müde. Es gibt sie als Nasenspray oder Augentropfen sowie als Tabletten und Tropfen in der Apotheke. In stärkeren Fällen kann der Arzt kortisonhaltige Mittel verordnen. Auch Akupunktur kann Heuschnupfensymptome vorübergehend lindern.

    Die sogenannte Hyposensibilisierung ist bisher die einzige Möglichkeit, um die Ursache einer Allergie zu behandeln. Dabei wird das betreffende Allergen in steigender Dosis verabreicht, um den Körper daran zu gewöhnen. Bis zu 70 Prozent der Patienten sind danach oft dauerhaft oder für eine längere Zeit beschwerdefrei. afp

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