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Weinanbau: Streit um Stromtrasse in Hochheimer Spitzenweinlagen

Weinanbau

Streit um Stromtrasse in Hochheimer Spitzenweinlagen

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    Hochheimer Spitzenwinzer befürchten Beeinträchtigungen, falls eine Stromtrasse durch ihre Rebflächen gebaut wird. (Illustration)
    Hochheimer Spitzenwinzer befürchten Beeinträchtigungen, falls eine Stromtrasse durch ihre Rebflächen gebaut wird. (Illustration) Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

    Winzer in Hochheim bei Wiesbaden schlagen Alarm: Eine geplante Stromtrasse von Norddeutschland ins Rhein-Main-Gebiet könnte nach ihrer Darstellung Weinlagen von Weltruf teils dauerhaft beeinträchtigen. «Die Trasse soll zwar unterirdisch verlaufen, aber tief wurzelnde Pflanzen wie Weinreben dürfen nicht mehr darauf wachsen», sagte der Winzer Gunter Künstler, Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), der Deutschen Presse-Agentur. Das sei nicht zulässig.

    Die Trasse solle 40 Meter breit sein. «Manche Kollegen müssten dichtmachen», ergänzte der Winzer. Der Weinbau bei Hochheim am Main reiche bis zu den Römern zurück. Auch das englische Wort Hock als Bezeichnung für deutschen Weißwein gehe auf Hochheim zurück. Künstler sagte, seine Kollegen und er schlügen eine nicht längere Alternativtrasse neben den Autobahnen 3 und 67 und teils neben einer Ethylen-Pipeline vor. Das wäre ein geringerer Eingriff. Die dicken Leitungen sollen für die Energiewende dereinst Windstrom von Nord nach Süd transportieren.

    Weininstitut: Planung mit KI

    Der Netzbetreiber Amprion plant einen Energiekorridor von Niedersachsen nach Hessen mit vier Vorhaben mit je drei Gleichstrom-Erdkabeln, wie eine Unternehmenssprecherin erklärte. Das rund 600 Kilometer lange Gesamtprojekt könnte um die 15 Milliarden Euro kosten. Erste Inbetriebnahmen seien von 2033 an vorgesehen.

    Das rund vierjährige Planfeststellungsverfahren beginne erst jetzt, noch sei innerhalb einer 250 Meter breiten «Vorschlagstrasse» nichts festgezurrt. Womöglich würden auch bei Hochheim teils teurere Tiefenbohrungen beschlossen, worüber weiter Wein wachsen könnte. «Wir sind am Anfang, die Gespräche vor Ort laufen», sagte die Sprecherin.

    Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Bodenheim bei Mainz, einer Marketingorganisation der Winzer, ergänzte, zunächst habe Künstliche Intelligenz (KI) den Trassenverlauf «einfach durch die Weinberge geplant». Es sei wichtig, sich rechtzeitig gegen die mögliche immense Beeinträchtigung von Spitzenlagen zu positionieren.

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