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Deutschlandtakt der Bahn auf 2070 verschoben

Bahn

2070 statt 2030: Deutschlandtakt soll 40 Jahre später als geplant kommen

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    Mit dem Deutschlandtakt soll  der Fernverkehr zwischen den Metropolregionen enger getaktet werden.
    Mit dem Deutschlandtakt soll der Fernverkehr zwischen den Metropolregionen enger getaktet werden. Foto: Martin Schutt, dpa (Symbolbild)

    Der Deutschlandtakt soll den Netzausbau der Bahn vorantreiben und einen perfekten Fahrplan bringen – eigentlich bis zum Jahr 2030. Doch in einem Interview hat der zuständige Staatssekretär mit einer etwas anderen Prognose überrascht. "In den nächsten 50 Jahren als Jahrhundertprojekt will man einen integralen Taktfahrplan in Deutschland umsetzen", sagte Michael Theurer im ZDF-Magazin "Zoom". Der Deutschlandtakt erfordere Investitionen von 50 Milliarden bis 60 Milliarden Euro. "Da ist es völlig klar, und da war es auch immer klar, dass das Jahrzehnte dauert." 

    Doch eine Verschiebung des Zeitplans sei das nicht, betonte der Staatssekretär in einer Stellungnahme zur Sendung. "Der Deutschlandtakt kommt, wie von Anfang an geplant, in Etappen und wird nicht verschoben." Er führte an, dass mehrere Schienenprojekte für den Deutschlandtakt in diesem Jahrzehnt angegangen würden.

    Deutschlandtakt: Bundesweiter Taktfahrplan bei der Bahn

    Mit dem Deutschlandtakt nach Schweizer Vorbild soll der Fernverkehr zwischen den Metropolregionen enger getaktet werden. Der Bahnverkehr soll auf einen bundesweiten Taktfahrplan umgestellt werden. Dadurch sollen die Abfahrtszeiten für Fahrgäste zuverlässiger und planbarer und der Umstieg erleichtert werden. Dafür sollen die Züge jede Stunde in jede Richtung zur selben Minute fahren – Fernzüge in einem Takt von 60 Minuten und auf Hauptachsen im 30-Minuten-Takt. Außerdem sollen Fern- und Regionalverkehr optimal miteinander verzahnt werden. Lange Umsteigezeiten von einer halben Stunde und mehr soll es dann nicht mehr geben. Reisezeiten werden kürzer.

    Die nächste große Etappe soll mit der Fertigstellung der Strecke Wendlingen-Ulm, Stuttgart 21 und der Generalsanierung der Riedbahn 2025/2026 abgeschlossen sein. Sie soll auch den 30-Minuten-Takt zwischen den Städten Köln, Frankfurt, Mannheim, München und Nürnberg bringen.

    Allianz pro Schiene fordert Klarheit über Zeitplan für Deutschlandtakt

    Der Interessenverband Allianz pro Schiene hatte Klarheit von der Bundesregierung über den Zeitplan gefordert. "Wir erwarten, dass Bundesverkehrsminister Volker Wissing den Ausbau des Schienennetzes nicht weiter verschleppt und noch in diesem Jahr ein verbindliches Konzept zur stufenweisen Umsetzung des Deutschlandtaktes vorlegt", forderte Hauptgeschäftsführer Dirk Flege am Donnerstag. "Wir dürfen beim Netzausbau für den Deutschlandtakt jetzt keine Zeit mehr verlieren." 

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