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Tag der Pflege: Pflege, ein Job mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz

Tag der Pflege

Pflege, ein Job mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz

Interessanter Austausch und anschauliche Erläuterungen beim Tag der Pflege im vergangenen Jahr.
Interessanter Austausch und anschauliche Erläuterungen beim Tag der Pflege im vergangenen Jahr. Foto: Ulrich Wirth

Rund 28 Millionen Menschen weltweit arbeiten in Pflegeberufen. Am Universitätsklinikum Augsburg sind es etwas weniger: 3500 aus zirka 90 Nationen. Jedes Jahr versorgen sie rund 70.000 stationäre Patienten.

Zum Tag der Pflege gestaltet die Uniklinik in Zusammenarbeit mit der City-Galerie wieder zwei außergewöhnliche Aktionstage: am Freitag und Samstag, 10. und 11. Mai 2024, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Das abwechslungs- und umfangreiche Konzept ermöglicht einen umfassenden Einblick in die große Bandbreite der pflegerischen Berufswelt. Am Freitag, 10. Mai, ist um 16 Uhr ein Pressegespräch mit Pflegedirektorin Susanne Arnold, Landrat Martin Sailer und der 2. Bürgermeisterin der Stadt Augsburg, Martina Wild, geplant.

Kommen Sie vorbei, Sie finden uns im Erdgeschoss in der Centermitte. Sprechen Sie mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen. Expertinnen und Experten aus den Abteilungen Neurologie, Onkologie, Intensiv und Unfallchirurgie informieren mit anschaulichem, medizinischem Material und spannenden, interaktiven Vorführungen.

Die generalistische Pflegeausbildung, Weiterbildung sowie mögliche Karrierechancen sind ebenso ein Thema wie die Anerkennung ausländischer Pflegekräfte.

Das bietet das Programm:

  • Onkologie: Informieren Sie sich über den Weg eines onkologischen Patienten in unseren Ambulanzen, der Station oder der Stammzelltransplantation. Lernen Sie Praktisches, wie zum Beispiel eine Chemotherapie durchgeführt wird.
  • Intensivstation: Wir haben ein komplettes Intensivsetting aufgebaut und stellen Ihnen das gesamte Instrumentarium ganz praktisch und zum Anfassen vor. Lernen Sie die modernsten Geräte wie zum Beispiel eine Herz-Lungen-Maschine kennen.
  • Wie fühlt sich alt sein an? Mit dem Alterssimulationsanzug können Sie die typischen Einschränkungen älterer Menschen selbst erleben. Wir haben eine Rollator-Ralley für Sie vorbereitet.
  • Berufsfachschule: Finden Sie den Pflegeberuf spannend? Wir informieren Sie über die generalistische Pflegeausbildung und Ihre Karrierechancen.
  • Neurologie: Wir haben Geräte und Materialien dabei, die bei Patienten mit unter anderem Morbus Parkinson, Epilepsie und Schlaganfall zum Einsatz kommen. Wir zeigen Ihnen, wie eine Magensonde gelegt wird und wie unsere Monitore für die Anzeige der Vitalparameter funktionieren.
  • Unfallchirurgie: Wir stellen Ihnen die pflegefachlichen Themen der Unfallchirurgie vor: Wissen Sie, was ein Fixateur ist? Wie legt man einen Wund- oder Kompressionsverband richtig an? Welche Hilfsmittel werden auf unserer Station meistens benutzt?
  • Praxisanleitung: Ergänzend zeigen Ihnen unsere zentralen Praxisanleiter, wie die Anleitung in Pflegesituationen bei uns im Universitätsklinikum Augsburg abläuft und was es Besonderes zu beachten gibt.
  • Internationale Fachkräfte, Anerkennungsmanagement und Personalakquise: Wir begleiten auch ausländische Pflegekräfte bei ihrem Weg zur Anerkennung in Deutschland. Wie das Verfahren genau abläuft, darüber informieren wir.
  • Mitarbeiterpool: Wir bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Pflege- und Funktionsdienst flexible Arbeitszeitmodelle. Unser Konzept zum Mitarbeiterpool informiert über die individuellen Einsatzmöglichkeiten.

Anna-Kathrin Breuer ist trotz ihres jungen Alters stellvertretende Bereichsleitung auf der Intensivstation. Wir sprachen mit der 28-Jährigen über Job, Berufung und Karrierechancen am Universitätsklinikum Augsburg.

Anna-Kathrin Breuer ist noch keine 30 und schon stellvertretende Bereichsleitung auf der Intensivstation.
Anna-Kathrin Breuer ist noch keine 30 und schon stellvertretende Bereichsleitung auf der Intensivstation. Foto: privat

Warum haben Sie sich für den Beruf der Pflegekraft entschieden?

Anna-Kathrin Breuer: Ich sehe es als Privileg, Patienten und ihre Angehörigen in schwierigen Lebenslagen zu betreuen. Ich begleite sie in ihrer Genesung und ihrem Wohlbefinden. Die Pflegebranche bietet mir darüber hinaus viele Gelegenheiten, meine Fähigkeiten und Stärken einzusetzen und einen bedeuteten Beitrag an der Gesellschaft zu leisten. Besonders die Intensivpflege hat mich aufgrund ihrer hochkomplexen medizinischen Tätigkeitsfelder fasziniert und stellt mich täglich im Rahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit vor neue Herausforderungen. Auf der Intensivstation kann ich Menschen in ihren schwierigsten Momenten versorgen und gleichzeitig mein Fachwissen und meine Fähigkeiten in der Akutversorgung weiterentwickeln.

Was genau finden Sie an der Intensivpflege so spannend?

A.-K. Breuer: In erster Linie ist es die Leidenschaft, als Intensivpflegefachkraft für die intensive Betreuung schwerkranker Menschen zu sorgen und aktiv Einfluss auf hochkomplexe medizinisch-pflegerische Tätigkeiten und den weiteren Genesungsprozess zu nehmen. Ich übernehme gern Verantwortung und schätze besonders den Austausch mit anderen akademischen Berufsgruppen. Zudem bietet mir die Pflegeprofession im Rahmen der intensivpflegerischen Versorgung eine stabile Karriere mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten und guten Beschäftigungsaussichten.

Schildern Sie bitte Menschen ohne Fachkenntnisse eine typische Schicht auf der Intensivstation.

A.-K. Breuer: Bei Schichtbeginn erfolgen eine allgemeine und eine Patienten-spezifische Übergabe sowie ein Zimmer-Check. Die Überwachung und spezielle Pflege, neurologische Beurteilung, klinisches Monitoring und Positionierung sowie Mobilisation der Patienten erfolgt kontinuierlich über alle drei Schichten. Jede Stunde wird eine sogenannte Stundenrunde durchgeführt. Dabei werden wichtige Parameter erfasst und dokumentiert. Bei unvorhergesehenen Ereignissen wie ungeplanten Transporten, Verlegungen und Notfällen wird der Tagesablauf entsprechend modifiziert. Die Kontrolle von Verbänden, Drainagen, Bilanzen, Ausscheidungen und Blutgasen in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Ärzten und sonstigen Therapeuten gehören ebenfalls zum Aufgabenprofil. Auch die Beatmungspflege, lückenlose Dokumentation, Teilnahme an Visiten und die kontinuierliche Überwachung und Betreuung von medizinischen Geräten und Therapien sind fester Bestandteil des Alltags auf einer kardiologischen Intensivstation. Zum Ende des Dienstes werden Medikamente und Materialien im Zimmer aufgefüllt, bevor die strukturierte Übergabe an die nächste Schicht erfolgt.

Ihr schönster und ihr schlimmster Moment?

A.-K. Breuer: Einen Patienten nach schwerer Erkrankung in die Rehabilitation zu entlassen und zu sehen, wie die Person ihre Gesundheit wiedererlangt und zurück in ein selbstbestimmtes Leben findet, das ist definitiv das Schönste an meinem Beruf. Darüber hinaus bekommt man sehr viel Dankbarkeit und Anerkennung von Patienten. Schlimm ist das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn man trotz aller Bemühungen einen Patienten nicht retten oder sein Leiden lindern kann.

Sie haben an der Uniklinik in Erlangen gearbeitet. Warum sind Sie nach Augsburg zurückgekehrt?

A.-K. Breuer: Augsburg hat für mich einen hohen persönlichen Identifikationswert. Meine Familie und Freunde sind hier, ich habe hier meine Ausbildung gemacht und gearbeitet und mir ein entsprechendes Netzwerk aufgebaut. Die Entscheidung, an die Uniklinik Augsburg zurück zu kehren, hat auch viel mit der erstklassigen medizinischen Ausstattung zu tun.

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