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Vom Skifahren zum Rodel-Hotspot: In diesem bayerischen Skigebiet wird jetzt gerodelt

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Vom Skifahren zum Rodel-Hotspot: In diesem bayerischen Skigebiet wird jetzt gerodelt

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    Am Jenner setzt man nicht mehr auf alpinen Skilauf - sondern wandert und rodelt.
    Am Jenner setzt man nicht mehr auf alpinen Skilauf - sondern wandert und rodelt. Foto: picture alliance, dpa (Symbolbild)

    Die Jennerbahn im Berchtesgadener Land hat eine historische Wende vollzogen: Nach Jahrzehnten alpinen Skibetriebs wurde dieser zum Jahreswechsel 2024/2025 eingestellt. Schon in den ersten Wochen nach der Umstellung stiegen die Gästezahlen um 15 Prozent, zeigt eine Zwischenbilanz der Jennerbahn. Besonders das Rodelangebot hat sich zum Besuchermagneten entwickelt.

    Bayerisches Skigebiet: Mehr Rodler als je zuvor

    Um den Zugang zu verbessern und die Streckenführung zu optimieren, wurde die Rodelbahn näher an die Bergstation verlegt. Laut Jennerbahn-Vorstand Thomas Mühlthaler bietet die neue Rodelbahn „Jennerhex“ ein völlig neues Wintererlebnis: „Spektakulär“, beschreibt er die Strecke, die mit 1,4 Kilometern Länge, 220 Höhenmetern und zwei gut zu fahrenden Kehren nun deutlich fahrfreundlicher sei. „Und dank 80 Prozent Naturschneeanteil gleichzeitig sicherer“, wird Mühlthaler in der Pressemitteilung zur Rodelbahn zitiert.

    Die Zahlen sprechen für sich: Die Anzahl der Rodler habe sich laut erster Bilanz im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Auch abseits der Rodelstrecke setzt die Jennerbahn auf neue Wintersportangebote.

    Winterwandern statt Alpinski

    Am Gipfel auf über 1.800 Metern setzt die Jennerbahn nun auf eine neue Zielgruppe. Statt Skifahrer begrüßt das Restaurant „Jenneralm“ jetzt vermehrt Wanderer, Tourengeher und Rodler. Der Nationalpark Berchtesgaden sei das „eigentliche Kapital“, erklärte Mühlthaler laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR).

    Ein neuer Schneeschuhtrail, ein Lehrpfad für Schneeschuhwanderer sowie ein Winterwanderweg rund um den Speicherteich an der Mittelstation sollen zusätzliche Besucher anziehen. Das Konzept kommt offenbar gut an: „Und auch von den Gastgebern erhalten wir bisher nur positives Feedback“, betont Jennerbahn-Vorstand Thomas Mühlthaler.

    10 Millionen Euro für den Umbau

    Die Jennerbahn war nie ein großes Skigebiet. Schon lange kamen deutlich mehr Gäste zum Wandern als zum Skifahren – auch im Winter. Dennoch investierte der Freistaat Bayern 10 Millionen Euro in den Neubau der Jennerbahn, um den Standort für Skifahrer attraktiver zu machen.

    Mit dem Abriss der alten Jennerbahn 2017 und der Errichtung einer modernen Seilbahn hoffte man auf neue Gäste. Doch der erhoffte Boom blieb aus. Um den Skibetrieb dennoch aufrechtzuerhalten, subventionierte die Gemeinde Schönau diesen in der vergangenen Saison nochmals mit 300.000 Euro. Doch auch das half nicht: „Der Winter war immer ein Zuschussbetrieb“, räumt Mühlthaler im BR-Bericht ein.

    Klimawandel macht Skibetrieb unrentabel

    Neben wirtschaftlichen Aspekten spielte auch der Klimawandel eine zentrale Rolle bei der Entscheidung, den alpinen Skibetrieb einzustellen. Steigende Temperaturen und schwindender Schneefall machten eine dauerhafte künstliche Beschneiung notwendig – ein hoher Kostenfaktor. Laut BR wurden in der letzten Saison nur 6.000 Wintersporttickets verkauft, davon lediglich 2.000 an Skifahrer und Snowboarder. Der Betrieb war schlicht „nicht mehr rentabel“.

    Ein weiterer Faktor: Die technische Infrastruktur zur Beschneiung sei veraltet und eine Erneuerung nicht mehr wirtschaftlich gewesen. Stattdessen werde das verbliebene Wasser aus dem Speichersee jetzt nur noch für die Trainingsstrecke des Deutschen Skiverbands (DSV) genutzt. Und das hat Tradition: Schon seit über 50 Jahren dient der Krautkaserhang am Jenner als Trainingsstrecke für den Nachwuchs des Deutschen Skiverbands, heißt es auf der offiziellen Webseite jennerbahn.de.

    Zudem werden dort regelmäßig Schüler- und Europacuprennen ausgetragen – mit etwas Glück lässt sich also ein Blick auf die Wintersportelite von morgen erhaschen.

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