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Glosse: Doping-Vorwürfe: Diesmal ist der Partner schuld

Glosse

Doping-Vorwürfe: Diesmal ist der Partner schuld

Marco Scheinhof
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    Die Schweizerin Imogen Simmonds steht unter Dopingverdacht.
    Die Schweizerin Imogen Simmonds steht unter Dopingverdacht. Foto: Pepe Korteniemi, dpa

    Diesmal also keine Zahnpasta. Und auch kein Masseur, der das verbotene Mittel mal so ganz nebenbei in den Körper reibt. Sondern einfach nur: Sex. Der Austausch von Körperflüssigkeiten also. Auch das soll offenbar zu einem positiven Dopingtest führen.

    Imogen Simmonds ist Profi-Triathletin. Im Dezember vergangenen Jahres wollte die Schweizerin bei der Weltmeisterschaft über die halbe Ironman-Distanz in Neuseeland teilnehmen. Weil es im Triathlon nicht unbedingt auf Geschmeidigkeit, sondern vielmehr auf Ausdauer ankommt, sind die Verlockungen von Dopingmitteln nicht zu unterschätzen. Simmonds also musste zur Dopingprobe - und siehe da: Das Ergebnis war positiv.

    Gefunden wurden offenbar Spuren von einem Metabolit von Ligandrol, das den Muskelaufbau und die Knochendichte fördert. Allerdings in so geringer Menge, die einer Wirkung einer Prise Salz in einem olympischen Schwimmbecken entspreche, erklärte Simmonds jetzt in einem ausführlichen Beitrag bei Instagram. Ihre Schlussfolgerung: Was solle es ihr also bringen? Und wie soll das Mittel überhaupt in ihren Körper gelangt sein? Sie könne sich das einfach nicht erklären.

    Die Fantasie kennt manchmal keine Grenzen

    Die Spurensuche begann. In solchen Fällen kennt die Fantasie manchmal keine Grenzen, wie die Vergangenheit zeigt. Bei Dieter Baumann, einem früheren Langstreckenläufer, soll eine verunreinigte Zahnpasta Auslöser eines positiven Dopingtests gewesen sein. Und bei Jannik Sinner, einem recht talentierten Tennisspieler, soll der Physiotherapeut das Mittel quasi in den Körper gerieben haben. Demnach habe der Betreuer ein in Italien rezeptfreies Clostebol-haltiges Spray benutzt, um einen Schnitt an seinem Finger zu behandeln. Durch das anschließende Massieren sei der Stoff in Sinners Körper gelangt. Die Erklärung reichte tatsächlich, um zunächst freigesprochen zu werden. Zuletzt wurde Sinner allerdings für drei Monate gesperrt.

    Und Simmonds? Die 31-Jährige kämpft um ihren guten Ruf. Sie ließ nichts unversucht, ihre Unschuld zu beweisen. Und wurde fündig. Ihr langjähriger Lebensgefährte habe das verbotene Mittel zu sich genommen - um seinen Körperbau zu verbessern. Und sie? Habe es natürlich nie genommen, wie Haarproben der beiden offenbar bestätigten. Da die beiden allerdings am Tag vor und am Tag nach dem positiven Test intim gewesen seien, wie sie ausführte, sei die Substanz durch Körperflüssigkeiten übertragen worden. Schwupps: Schon war ihr Test positiv. Ganz unverschuldet. Natürlich.

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