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Maradona: "Es wird ein spektakuläres Spiel"

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Maradona: "Es wird ein spektakuläres Spiel"

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    Maradona: «Es wird ein spektakuläres Spiel»
    Maradona: «Es wird ein spektakuläres Spiel» Foto: DPA

    Gesperrt wegen übelster Beleidigungen, die WM- Qualifikation mit Hängen und Würgen geschafft, und über 100 Spieler seit seinem Amtsantritt im Oktober 2008 berufen. Die "Hand Gottes" hatte bislang noch kein glückliches Trainer-Händchen. Ein guter Auftritt oder gar ein Sieg gegen Deutschland am Mittwoch in München - und die Kritiker wären erstmal besänftigt. "Deutschland will gewinnen, wir wollen gewinnen. Es wird ein spektakuläres Spiel", prophezeite Maradona bei einer Pressekonferenz. "Man muss Respekt haben vor Deutschland, die Mannschaft kämpft bis zur letzten Minute."

    Keine Frage: Das Personal um dagegenzuhalten hat Maradona. "Wir haben vom Namen her eine ganz gute Mannschaft, aber in der Qualifikation haben wir nicht so gespielt wie eine große Mannschaft", betonte Argentiniens Martin Demichelis vom FC Bayern. Wie der Abwehrspieler drauf ist, der vor der WM in Deutschland vom damaligen Coach José Pekerman ausgemustert worden war, müsste Maradona jedenfalls wissen: "Er guckt jedes Spiel in Argentinien vom FC Bayern am Fernseher. Wir telefonieren oft miteinander. Er ist kein Trainer, der auf Distanz geht, sondern kommuniziert sehr viel."

    Ob er immer die richtigen Worte findet, ist aber fraglich. Bei der unsäglichen Verbalinjurie nach der geschafften WM-Qualifikation jedenfalls nicht. Maradona wurde vom Weltverband FIFA zwei Monate bis zum 15. Januar gesperrt und gar zur Unerwünschten Person bei der Gruppenauslosung erklärt. Als er bei der ersten Dienstreise nach dem Eklat durch Südafrika tourte, stellte die FIFA von vornherein klar, Maradona stehe für Interviews nicht zur Verfügung.

    Maradona, einst der wohl brillanteste Fußballer mit starkem Geltungsdrang, nun selbstherrlicher Trainer? Unvergessen die Bilder von seinem "Taucher" nach dem 2:1 gegen Peru im strömenden Regen. Dann kamen die geschaffte WM-Ausscheidung gegen Uruguay und seine obszönen Beleidigungen - Maradona stand das Wasser bis zum Hals. Zumal seine Bilanz mit den "Gauchos" auch keinen vom Hocker reißen kann: Zehn Siege, sechs Niederlagen in 16 Spielen.

    Oft nur Mittelmaß zeigt sein legitimer Nachfolger auf dem Platz, Weltfußballer Lionel Messi. Der beim FC Barcelona immer wieder überragende und mit seinem Ausnahmetalent die Fußball-Welt verzückende "Floh" kommt unter Maradona bisher nicht zum Krachen. Messi meidet aber auch große Worte und große Gesten, dagegen lässt Maradona eigentlich keine Gelegenheit aus.

    Und so legte sich Maradona kurz vor dem WM-Härtetest am Mittwoch in München, bei dem er die restliche Hälfte seines Kaders für Südafrika finden will, mit dem Verband an. Dieser hat mit der argentinischen Regierung ein Testspiel für den 24. Mai gegen Kanada ausgemacht - Hintergrund für den Termin sind die Feierlichkeiten zur 200-jährigen Unabhängigkeit Argentiniens. "Ob gegen Kanada gespielt wird, hängt von dem ab, was Diego sagt. Er ist es, der entscheidet", erklärte Nationalmannschaftsmanager Carlos Bilardo.

    Ehe Maradona mit dem zweimaligen Weltmeister in Südafrika in der Vorrunde auf Nigeria, Südkorea und Griechenland trifft, will er ganz nebenbei noch mit seinem eigenen TV- und Internetsender "10 ETV" starten. Die "10" steht für Maradonas einstige Rückennummer, das "E" für Entertainment. Und dafür sorgt er ja meist schon selbst, manchmal auch unfreiwillig, wie in München, als die wartenden Journalisten den Grund für die einstündige Verspätung der Pk erfuhren: Maradona stünde noch unter der Dusche, hieß es.

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