Startseite
Icon Pfeil nach unten
Sport
Icon Pfeil nach unten
FC Bayern
Icon Pfeil nach unten

Champions League: FC Bayern spielt gegen Celtic Glasgow, Wiedersehen mit Nicolas Kühn

Champions League

Celtic-Spieler Nicolas Kühn ist ein Star auf dem zweiten Bildungsweg

    • |
    • |
    • |
    Nicolas Kühn ist einer der entscheidenden Spieler bei Celtic Glasgow. In München ist er einst nicht glücklich geworden.
    Nicolas Kühn ist einer der entscheidenden Spieler bei Celtic Glasgow. In München ist er einst nicht glücklich geworden. Foto:  Andrew Milligan, PA Wire/dpa

    Interessant wäre es ja schon gewesen, zu beobachten, wie sich diese Mannschaft weiterentwickelt. Wahrscheinlich hätte sie eine gute Rolle in der Bundesliga gespielt. Mindestens. Die zweite Mannschaft des FC Bayern ist aber kein Biotop, in dem sich Talente langsam entwickeln können. Sie stellt den Rahmen für Talente, in dem sie zeigen sollen, dass sie zum einen allerhöchsten technischen Ansprüchen genügen und zum anderen auch noch die nötige Wettkampfpraxis mitbringen. Im Team der Saison 2019/20 gab es einige dieser Hochveranlagten.

    Trainer Sebastian Hoeneß führte die Mannschaft schließlich zur Meisterschaft in der dritten Liga. Die Münchner durften lediglich aufgrund von DFB-Regularien nicht aufsteigen. Zwischen erster und zweiter Mannschaft muss mindestens eine Liga Puffer sein. Ein Jahr später stieg das Team in die Regionalliga ab. Hoeneß war nach Hoffenheim gewechselt, einige der Talente hatten den Klub verlassen oder wurden Teil des Münchner Profikaders. Jamal Musiala etwa oder auch Angelo Stiller, der mittlerweile unter Hoeneß beim VfB Stuttgart zum Nationalspieler reifte. Fiete Arp kickt für Kiel in der Bundesliga, Woo-yeong Jeong für Union Berlin. Joshua Zirkzee hat den Sprung zu Manchester United geschafft, und der Marktwert des mittlerweile für Eindhoven spielenden Malik Tillmann liegt bei 30 Millionen Euro.

    Nicolas Kühn war beim FC Bayern Ergänzungsspieler

    Es war die wohl beste Münchner Zweitvertretung seit den Tagen, in denen Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger von Hermann Gerland zu Bundesligaspielern geformt wurden. Einer aber macht erst jetzt nachhaltig auf sich aufmerksam. Bei den Bayern spielte Nicolas Kühn nur eine Nebenrolle. Die Münchner hatten den damals 20-Jährigen aus Amsterdam verpflichtet. Über die Rolle eines Ergänzungsspielers aber kam Kühn nie hinaus, dazu noch eine Muskelverletzung – und so trennten sich die Wege nach eineinhalb Jahren wieder.

    Die Transferpfade aber sind ähnlich unergründlich wie die Wege des Herren und so trifft Kühn am Mittwoch auf seinen ehemaligen Klub (21 Uhr/DAZN). Über Erzgebirge Aue und Rapid Wien kam er zu Celtic Glasgow. Dort ist er als Rechtsaußen Leistungs- und Hoffnungsträger. Zehn Tore in der Liga, zwei Treffer in der Champions Leaguebeide gegen RB Leipzig. Einer der Jugendvereine Kühns. Gegen die Sachsen traf er zum 1:1, als er von der rechten Seite nach innen zog und anschließend mit seinem linken Fuß den Ball gefühlvoll ins lange Eck schlenzte. Ein Tor, das an Arjen Robben erinnert. Bei seinem zweiten Tor war er im Strafraum zur Stelle, um dort einzuschießen. Der 25-Jährige ist ein kompletter Offensivspieler: antrittsschnell, sicher im Abschluss, technisch stark. Auch deswegen hat er es offenbar ins Blickfeld des Bundestrainers geschafft. Julian Nagelsmann soll mit dem Gedanken spielen, Kühn demnächst in die Nationalelf zu berufen.

    Einzig an seiner Wettbewerbshärte gibt es noch dezente Zweifel. Die schottische Liga ist zwar körperlich fordernd, entspricht ansonsten aber nicht dem internationalen Goldstandard. In der Champions League hat Glasgow zwar mit einem 3:1-Erfolg gegen Leipzig auf sich aufmerksam gemacht, allerdings auch 1:7 bei Borussia Dortmund verloren. Gegen die Münchner wollen die Schotten nun zeigen, dass sie fähig sind, in zwei Spielen eines der internationalen Schwergewichte auszuschalten. Vor allem im Heimspiel rechnet sich Celtic etwas aus. Auch aufgrund des röhrenden Celtic Parks sieht man sich keinesfalls chancenlos. „Wir wissen, dass wir auf fantastische Spieler treffen, aber das Stadion wird mit 60.000 Zuschauern gefüllt sein. Daraus schöpfen wir Energie“, sagt Trainer Brendan Rodgers. Die Münchner ihrerseits treten mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Vorfreude in einem der stimmungsvollsten Stadien Europas an. „Wir haben großen Respekt. Wir haben bei Feyenoord gemerkt, was ein Stadion ausstrahlen kann, dass es durchaus zu einer besonderen Energie führen kann“, so Bayerns Sportvorstand Max Eberl.

    In Rotterdam hatten die Bayern mit 0:3 verloren. Zuvor setzte es in der Champions League bereits Auswärtsniederlagen gegen Aston Villa und den FC Barcelona. Gegen Celtic wird mitentscheidend sein, ob Nicolas Kühn ausgeschaltet werden kann. Der flinke Alphonso Davies fällt als Gegenspieler verletzungsbedingt aus. Wahrscheinlich also wird Raphael Guerreiro als Linksverteidiger auflaufen. Im vergangenen Champions-League-Spiel gegen Bratislava allerdings spielte dort Josip Stanisic auf. Den kennt Kühn noch aus seiner Zeit in München. Auch Stanisic spielte damals unter Hoeneß in der dritten Liga. Was wohl aus dieser Mannschaft hätte werden können?

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Registrieren sie sich

    Sie haben ein Konto? Hier anmelden