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FC Augsburg: Kommentar: Das "Modell Reuter" gehört auf den Prüfstand

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Kommentar: Das "Modell Reuter" gehört auf den Prüfstand

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    Die FCA-Verantwortlichen wirkten zuletzt rat- und hilflos.
    Die FCA-Verantwortlichen wirkten zuletzt rat- und hilflos. Foto: Stefan Puchner, dpa

    Vor einer Saison gibt das Gros der Bundesligavereine den Klassenerhalt als Ziel aus. Der FC Augsburg zählt dazu, weil er in der Liga weiterhin als kleiner Klub gilt, sechs Jahre Bundesligazugehörigkeit haben daran nichts geändert. Dass der FCA in Abstiegsgefahr gerät, ist also nicht weiter überraschend. Kann immer mal passieren. Anzulasten ist dem Verein hingegen, dass er seine komfortable Ausgangslage im Kampf gegen den Abstieg leichtfertig aus der Hand gegeben hat.

    Stefan Reuter setzt weiter auf Trainer Manuel Baum

    In der Vergangenheit hat das Krisenmanagement ausgezeichnet funktioniert. Entscheider reagierten besonnen, hielten trotz ausgewachsener Misserfolgsserien an Trainern fest – und sahen sich durch den Verbleib in der Erstklassigkeit in ihrem Handeln bestätigt. Dieser Strategie folgt der Verein nun erneut, Baum bleibt mindestens bis zum Saisonende FCA-Trainer.

    Unter den Ex-Trainern Luhukay und Weinzierl gaben die Profis im Abstiegskampf ein gefestigtes Bild ab. Sie zeigten Charakter, stemmten sich gegen den Niedergang. Jetzt ist die Ausgangslage eine andere. Dieser Tage erschrecken nicht spielerische und taktische Mängel, es fehlen offenkundig Wille und Hingabe.

    Die Spieler wirken im Kopf blockiert, sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass ihnen einfachste Dinge misslingen. Auf dem Rasen vermitteln sie so den Eindruck, als würde ein Abstieg sie nicht tangieren. Als würden sie sich leidenschaftslos in ihr Schicksal ergeben.

    Derart blutleeres Auftreten fällt auf den Trainer und die sportliche Leitung zurück. Versagt eine Mannschaft wiederholt, fehlt ihr der Glaube und die innere Überzeugung. Baum muss nun den Beweis antreten, dass er seine Spieler mitreißen und Emotionen wecken kann. Der Fußballlehrer mag tolle Matchpläne entwickeln, im Saisonendspurt schlägt Mentalität Qualität. Außenseiter gewinnen, weil sie Siege erzwingen.

    Hoffnung auf Klassenerhalt beim FC Augsburg schwindet

    Mit jeder Niederlage, jedem Spiel weniger, schwindet die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Die FCA-Verantwortlichen wirkten zuletzt rat- und hilflos. Nun halten sie an einem Trainer fest, der sich jüngst in Phrasen und Floskeln verlor und dessen Vorgaben Spieler nicht umsetzen konnten. Warum? Hat sich keiner gefunden, der in Augsburg Nothelfer spielen wollte? Ist keiner auf dem Markt, der mit dem FCA auch in die zweite Liga gegangen wäre? Oder ist der Verein von Baum tatsächlich noch immer so überzeugt, dass er dem 37-Jährigen sein Schicksal anvertraut?

    Andererseits wäre der zweite Trainerwechsel innerhalb weniger Monate vor allem auf Manager Reuter zurückgefallen. Er hat den FCA umgebaut, Vertraute auf etlichen Ebenen installiert. Führende Köpfe des Klubs haben das abgesegnet. Dieses „Modell Reuter“ gehört auf den Prüfstand – selbst bei einem guten Ende für den FCA.

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