Bedeutend spannender hätte es der FC Augsburg nicht machen können: Im als "Abstiegs-Finale" titulierten Spiel gegen Werder Bremen war die Mannschaft von Markus Weinzierl nach dem Platzverweis für Ruben Vargas früh dezimiert und schien auf der Verliererstraße zu sein. Letztlich hielt der FCA dem Druck der Gäste nicht nur stand, sondern gewann die Partie gegen die ebenfalls dezimierten Bremer.
FCA-Reporter Johannes Graf, der das alles im Stadion verfolgte, sagt im FCA-Talk dazu: "Es war ein dramatisches Spiel - nicht auszudenken, wenn Zuschauer im Stadion gewesen wären." Die Anspannung bei den Spielern dürfte sich bei Vargas derart ausgedrückt haben, dass der Schweizer übermotiviert ans Werk ging und sich deswegen die rote Karte abgeholt hatte. Die Reaktion der Spieler war aber ausgezeichnet.
FCA-Keeper Gikiewiczs Kampfansage an Robert Lewandowski
Damit hat das letzte Spiel des FCA beim FC Bayern vornehmlich - aber nicht nur - statistischen Wert. Es ist aber auch das Duell zweier polnischen Bundesliga-Spieler: Robert Lewandowski beim FC Bayern und Rafal Gikiewicz beim FC Augsburg. Der Torwart des FCA hatte vor zwei Monaten im Interview mit unserer Redaktion zwar gesagt, dass er "Lewa" die Daumen fürs Brechen des historischen Gerd-Müller-Rekords drücke. Er schränkte aber auch ein: "Ich wünsche ihm, dass er diesen Rekord vor dem letzten Spiel schafft. Sonst wird es gegen uns schwierig für ihn." Nun hat der Bayern-Stürmer exakt wie Gerd Müller 40 Treffer - und benötigt nun mindestens einen Treffer, um der alleinige Rekordmann zu sein.
Beim FCA muss nach dem Klassenerhalt eine schonungslose Analyse her
Für den FC Augsburg steht trotz des Klassenerhalts aber kein gutes Fazit der Saison an. Eine spielerische Weiterentwicklung war das erklärte Ziel - idealerweise auch eine Saison ohne Zittern. "Die Entwicklung des FCA stagniert seit einiger Zeit", befindet Graf. Es gab weder Konstanz auf der Trainerposition noch eine kontinuierliche spielerische Aufwärtsentwicklung. Auch im Führungstrio des FC Augsburg - Präsident Klaus Hofmann, Finanzgeschäftsführer Michael Ströll und Sportgeschäftsführer Stefan Reuter - müsse eine schonungslose Analyse her. "Ich könnte mir vorstellen, dass man sich auf der sportlichen Ebene etwas breiter aufstellt", so Graf. Fachkompetenz von außen würde dem Verein gut tun. (Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Klassenerhalt - und jetzt? Für den FCA wäre ein "Weiter so" brandgefährlich)
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