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FC Augsburg: André Hahn will aus dem Tief: "Weiterhin um jeden Ball kämpfen"

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André Hahn will aus dem Tief: "Weiterhin um jeden Ball kämpfen"

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    André Hahn will nach einer durchwachsenen Hinrunde beim FCA die Wende schaffen.
    André Hahn will nach einer durchwachsenen Hinrunde beim FCA die Wende schaffen. Foto: Ulrich Wagner

    Als André Hahn im Januar 2013 vom Drittligisten Kickers Offenbach zum FC Augsburg wechselte, war die Lage beim Bundesligisten eigentlich aussichtslos. Der FCA lag punktgleich zusammen mit Fürth abgeschlagen mit neun Zählern am Tabellenende. Zehn Punkte fehlten damals auf den sicheren 15. Platz. Hahn war damals 23 und viele fragten sich, warum der neue FCA-Manager Stefan Reuter – er hatte Jürgen Rollmann ersetzt – den unbekannten Rechtsaußen quasi als Antrittsgeschenk geholt hatte. Vier Monate später war der FCA gerettet und Hahn hatte mit seiner explosiven Art, die Außenbahn zu beackern, einen großen Anteil an der spektakulären Aufholjagd.

    Sechs Jahre später, André Hahn ist jetzt 28 und spielte inzwischen mit Borussia Mönchengladbach in der Champions League, stieg mit dem Hamburger SV aber auch vergangene Saison ab, sagt Hahn vor dem Auswärtsspiel (Sa., 15.30 Uhr) bei seinem Ex-Klub Gladbach: „Als ich das erste Mal herkam, war die Situation noch viel schlechter. Da haben wir uns mit sehr viel Ruhe selbst herausgearbeitet. So machen wir es jetzt auch. Es ist wichtig, dass wir die Ruhe bewahren, so wie es der Verein immer getan hat. Und so kommen wir gemeinsam da wieder raus.“ Das „Gemeinsam“ betont Hahn, der im Sommer zum FCA zurückgekehrt ist, deutlich.

    Die Situation des FCA ist prekärer als 2013

    Dabei sieht die Lage des FC Augsburg objektiv betrachtet deutlich besser aus als bei Hahns Debüt. Der FCA stand in dieser Saison noch nie auf einem Abstiegsplatz und hat vier Punkte Vorsprung auf den 17. Hannover. Und trotzdem scheint die Situation prekärer als 2013.

    FCA-Trainer Manuel Baum gibt Andre Hahn gute Tipps. Er fordert im Abstiegskampf mehr Konzentration im Angriff: „Wir müssen defensiver in der Offensive denken“.
    FCA-Trainer Manuel Baum gibt Andre Hahn gute Tipps. Er fordert im Abstiegskampf mehr Konzentration im Angriff: „Wir müssen defensiver in der Offensive denken“. Foto: Jan Huebner/Martin

    Damals erwartete man vom FCA im zweiten Jahr Bundesliga nicht viel. Diesmal schon. Die Augsburger spielten in der Vorrunde teilweise begeisternd, es fehlten nur die Punkte. Das machte außerhalb des Vereines Lust auf mehr als nur Abstiegskampf. Das formulierten dann auch einige Spieler, was mehr Gehör fand als der offizielle Sprachgebrauch von Trainer Manuel Baum und Geschäftsführer Sport, Stefan Reuter. Die verwiesen immer darauf, dass erst mal der Klassenerhalt das Maß aller Dinge sei. Doch selbst das Minimalziel ist in Gefahr.

    Im Januar 2013 startete der FCA mit einem 3:2-Sieg in Düsseldorf in die Rückrunde, es war der Auftakt zu einer furiosen Aufholjagd. Diesmal verlor man gegen die Fortuna zu Hause mit 1:2. Es war das neunte Spiel in Folge ohne Sieg.

    Kein Zeitfenster für die Rückkehr von Caiuby

    Damals herrschten im Verein und im Umfeld Ruhe. Diesmal überlagerte eine Torhüter-Diskussion und die Causa Caiuby die Vorbereitung. Die Torhüter-Frage ist gelöst, Neuzugang Gregor Kobel, 21, hat die arrivierten Andreas Luthe und Fabian Giefer verdrängt. Doch der Problemfall Caiuby ist weiter offen. Der Brasilianer fehlt immer noch. Ob er überhaupt noch einmal kommt? Baum sagt: „Es gibt kein Zeitfenster für seine Rückkehr, weil man das bei privaten Dingen nicht so planen kann. Und das Thema interessiert mich 0,0, weil das Gladbach-Spiel vor der Tür steht.“

    Baum will seine Energie auf das Duell mit dem Tabellendritten verwenden. Das Team von Trainer Dieter Hecking gewann die letzten elf Heimspiele in Folge. Baum schwärmt: „Es ist sensationell, was sie aufs Parkett bringen. Sie sind schwer ausrechenbar, weil sie sowohl mit Ball als auch beim Umschalten unfassbare Qualität haben und extrem leichtfüßig sind.“

    FC Augsburg: Jeffrey Gouweleeuw fällt aus

    Ausgerechnet jetzt fällt Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw mit Adduktorenproblemen weiter aus. Zudem muss Baum für den Rest der Saison auf Raphael Framberger (Kreuzbandriss) verzichten. Für ihn wird Jonathan Schmid wieder nach rechts hinten rücken. Wenigstens wird Rani Khedira nach seiner Gelbsperre in die Startelf zurückkehren. Dennoch ist der Kader immer noch ausgedünnt. Es fehlen die Asiencup-Teilnehmer Koo und Ji, sowie Julian Schieber.

    Trotz dieser Probleme und der misslichen Tabellensituation fordert Baum keine Neuzugänge. Zumindest nicht vor den Medien: „Ich bin mit dem Personal zufrieden. Das Wichtigste ist, dass wir mit den Spielern, die da sind, gut arbeiten. Wenn wir etwas zum Kader besprechen, gehört das nicht in die Öffentlichkeit.“ Intern scheint es aber eine Wunschliste zu geben.

    Doch vorerst baut Baum auf die vorhandenen Spielern und holt sich Mut aus der Vorrunde: „Im Hinspiel haben wir gezeigt, wie wir Gladbach vor Aufgaben stellen können.“ Am 1. September trotzte der FCA den Gladbachern zu Hause mit einem 3-4-3-System ein 1:1 ab. Damals passte die Mischung aus forschem Pressing und intelligenten Abwehrverhalten. Diese Balance fordert der Trainer wieder ein. Er sagt:„Wir müssen defensiver in der Offensive denken.“

    Tode des Vaters hat Andre Hahn mitgenommen

    André Hahn hat sich das zu Herzen genommen: „Wir müssen das Naive abstellen und konsequent verteidigen.“ Er selbst sieht sich auf einem guten Weg aus seinem Formtief am Ende der Vorrunde. Im November war sein Vater gestorben, was Hahn schwer zusetzte. „Der Kopf war nicht richtig frei, aber damit habe ich gut abschließen können.“ Dass aber bei weitem noch nicht alles rund läuft, ist ihm bewußt: „Ich muss einfach zielstrebiger Richtung Tor kommen und den einfachen Weg suchen, dann bekomme ich das schon wieder hin.“ Seinen Spielstil will er treu bleiben: „Ich denke, dass es nicht verkehrt ist, um jeden Ball zu kämpfen. Dafür bin ich auf dem Platz, um mich da reinzuwerfen, um in Zweikämpfen für die Mannschaft zu arbeiten.“ So wie im Januar 2013, als er die Bundesliga im Sturm eroberte und mit dem FCA die Klasse hielt.

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