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ERC Ingolstadt: Panther gleichen gegen Düsseldorf aus - 90 Minuten Spielunterbrechung

ERC Ingolstadt

Panther gleichen gegen Düsseldorf aus - 90 Minuten Spielunterbrechung

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    Das „Objekt der Begierde“: Während beide Mannschaften wieder in ihre Kabinen verschwunden sind, wird an der zu dünnen Eisfläche oberhalb eines Werbebanners – unter den kritischen Augen der Unparteiischen – vehement gearbeitet. Letztlich konnte diese Partie fortgesetzt werden.
    Das „Objekt der Begierde“: Während beide Mannschaften wieder in ihre Kabinen verschwunden sind, wird an der zu dünnen Eisfläche oberhalb eines Werbebanners – unter den kritischen Augen der Unparteiischen – vehement gearbeitet. Letztlich konnte diese Partie fortgesetzt werden. Foto: nordphoto

    Der ERC Ingolstadt hat in der Playoff-Halbfinal-Serie gegen die Düsseldorfer EG zum 1:1 ausgeglichen. Das Team von Headcoach Larry Huras ließ sich am Sonntagnachmittag im ISS Dome auch von einer 90-minütigen Unterbrechung in der zweiten Drittelpause wegen Eis-Problemen (über einem nachträglich eingesetzten Werbebanner war die Eisfläche zu dünn) nicht beirren und gewann mit 5:2 (0:0, 4:2, 1:0).

    Eine (vermeintliche) „Hiobsbotschaft“ musste Panther-Headcoach Larry Huras bereits am Samstag hinnehmen. Als sich seine Truppe von Manching aus mit dem Flugzeug in Richtung Düsseldorf aufmachte, war Ryan MacMurchy nicht an Bord. Der Angreifer, der bislang in den Playoffs deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, musste beim ersten Duell beider Teams am Freitag nach einem erlittenen Bandencheck in der 58. Minute vorzeitig in die Kabine.

    Die „oberflächige“ Diagnose: Oberkörperverletzung! Während den Playoffs hüllen sich die Vereine traditionell in Schweigen, wenn es um die Art und Weise der Verletzungen geht. Diesbezüglich bildet der ERC Ingolstadt keine Ausnahme. Aus diesem Grund war Huras gezwungen, seine (Angriffs-)Reihen umzubauen. So rückte Thomas Greilinger an die Seite von Petr Taticek und Brandon Buck, während Martin Davidek gemeinsam mit Christoph Gawlik und Björn Barta stürmte. Zudem kehrte Verteidiger Aaron Brocklehurst als neunter Import-Akteur in den Kader zurück (für ihn pausierte Stephan Kronthaler).

    Den Offensiv-Bemühungen der Schanzer tat dies am Sonntag keinen Abbruch. Im Gegenteil, sie machten im Grunde genau dort weiter, wo sie am Freitagabend aufgehört hatten. Immer wieder wurde der Kasten des zuletzt überragenden Schlussmanns Tyler Beskorowany bestürmt und regelrecht belagert. Doch der 24-jährige Kanadier war schnell auf Betriebstemperatur. Die ersten Schüsse von Derek Hahn (1.), Aaron Brocklehurst und Jeffrey Szwez (beide 2.) waren dabei das perfekte „Aufwärmprogramm“ für das, was im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts noch folgen sollte. Sowohl Jared Ross (5.) als auch Buck (15.) konnten alleine auf das Düsseldorfer Gehäuse zusteuern, brachten aber die Scheibe nicht am DEL-Torhüter des Jahres 2015 vorbei.

    Allerdings konnten die Oberbayern ihrerseits ebenso froh sein, einen echten Meister-Goalie zwischen ihren Pfosten stehen zu haben. Auch wenn die Schussbilanz im ersten Drittel zugunsten der Huras-Truppe sprach (14:11) – etliche Möglichkeiten der Hausherren hatten das Prädikat „Hochkaräter“ wahrlich verdient. Erst schlug ein ERCI-Verteidiger nach einem Davies-Schuss den Puck gerade noch vor Überschreiten der Torlinie zurück ins Feld (4.), ehe der starke Timo Pielmeier seine Mannschaft mehrfach vor einem Gegentreffer bewahrte.

    Sein „Meisterstück“ lieferte er dabei in der 15. Minute ab, als er einen Sololauf von Rob Collins (Benedikt Kohl hatte in der eigenen Zone bei einem Pass-Versuch über den Puck geschlagen) toll parierte.

    Hausherren gehen mit 2:0 in Führung

    Chancenlos war der deutsche Nationaltorhüter dann allerdings im zweiten Durchgang, nachdem seine Vorderleute zweimal richtig patzten. Beim Düsseldorfer Führungstor schaltete man zu langsam von Angriff auf Verteidigung um und ermöglichte so Alexander Preibisch ein (erfolgreiches) Solo von der Mittellinie (25.). Noch schläfriger agierte der Titelverteidiger beim zweiten DEG-Treffer durch „Oldie“ Thomas Dolak, der seinen eigenen Abpraller zum 2:0 nutzte (27.). Der ISS Dome stand Kopf – doch nach 40 Minuten jubelten ausschließlich die Panther-Fans!

    Was war passiert? Innerhalb von sechs Minuten hatte ihr Team aus einem Zwei-Tore-Rückstand eine 3:2-Führung gemacht. Greilinger (27.), Taticek mit einer tollen Einzelleistung (30.) und John Laliberte (34.) sorgten für „menschliche Züge“ bei Beskorowany, der exakt sieben Sekunden vor der zweiten Pause auch noch das 2:4 hinnehmen musste. Torschütze war erneut Laliberte, der von einem Daschner-Fauxpas profitierte.

    Nach der eineinhalbstündigen Zwangspause erwischten zwar die Rheinländer den besseren Start (Ebner traf in Überzahl den Pfosten/42.). Doch Buck machte mit seinem Powerplay-Treffer kurz vor der Schlusssirene (59.) alles klar. Für die an diesem Nachmittag überragende Sturmformation "Taticek/Buck/Greilinger", die glänzend harmonierte und dabei sichtlich Spaß hatte, war es zugleich das dritte Tor in diesem Match. Es scheint, als hätte sich ein neues Top-Trio beim deutschen Meister gefunden.

    Statistik zum Spiel

    ERC Ingolstadt: Pielmeier – Schopper, Friesen; Picard, Köppchen; Periard, Kohl; Brocklehurst – Taticek, Buck, Greilinger; Hager, Ross, Brooks; Laliberte, Hahn, Szwez; Gawlik, Barta, Davidek.

    Tore: 1:0 Preibisch (25.), 2:0 Dolak (27.), 2:1 Greilinger (28.), 2:2 Taticek (30.), 2:3 Laliberte (34.), 2:4 Laliberte (40.), 2:5 Buck (59./PP2).

    Zuschauer: 12.373

    Stimmen zum Spiel

    Larry Huras (Trainer ERC Ingolstadt): „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Sie hat nach dem 0:2-Rückstand eine starke Reaktion gezeigt und ist noch im zweiten Drittel mit 4:2 in Führung gegangen. Vor allem die beiden Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich beziehungsweise deren Zeitpunkt waren heute immens wichtig. Ein großes Lob gilt vor allem den beiden Angriffsreihen um die Center Brandon Buck und Derek Hahn, die alle fünf Tore geschossen haben. Auch unser Goalie Timo Pielmeier hat in den entscheidenden Phase einige ’Big Saves’ gemacht. Ich bin überzeugt, dass die DEG im nächsten Match am Dienstag eine starke Reaktion zeigen wird.“

    Christof Kreutzer (Trainer Düsseldorfer EG): „Im ersten Drittel haben wir eigentlich gut gesielt und uns dann zu Beginn des zweiten Abschnitts mit den beiden Toren belohnt. Danach waren wir wohl etwas zu euphorisch und wollten zu viel. Die Ingolstädter haben unsere Fehler dann eiskalt ausgenutzt. Nach der langen Pause wollten wir natürlich zurück in dieses Match. Aber am Ende geht diese Niederlage sicherlich in Ordnung.“

    Thomas Greilinger (Stürmer ERC Ingolstadt): „Im Grunde haben wir eigentlich an unsere Leistung aus der ersten Partie angeschlossen. Der große Unterschied war, dass wir heute unsere Chancen wesentlich besser genutzt haben. Mir persönlich hat es schon Spaß gemacht, zusammen mit Brandon Buck und Petr Taticek in einer Reihe zu agieren. Ich glaube, das war auch von der technischen Seite her ganz gut anzuschauen. Wenn es uns gelingt, am Dienstag daheim an diese Vorstellung anzuknüpfen, dann wird es für Düsseldorf sehr schwer, etwas zu holen.“

    Brandon Buck (Stürmer ERC Ingolstadt): „Natürlich sind wir sehr erleichtert und froh, dass wir das Heimrecht zurückholen konnten. Neben dem Sieg war es aber auch wichtig, dass wir in der Lage waren, fünf Tore zu erzielen. Das hat uns gezeigt, dass bei Düsseldorf auch nur ein Mensch zwischen den Pfosten steht. Das Zusammenspiel mit ’Greile’ war heute klasse. Er weiß nicht nur, wie man selbst Tore erzielt, sondern hat auch immer ein Auge für den Mitspieler.“

    Benedikt Schopper (Verteidiger ERC Ingolstadt): „Der Sieg geht absolut in Ordnung. Wichtig war sicherlich die Tatsache, dass wir sofort nach dem 0:2 den Anschlusstreffer geschafft haben. Auch defensiv war es eine ordentliche Vorstellung, wobei die DEG hin und wieder zu einfach durchs Mitteldrittel gekommen ist. Das müssen wir in den nächsten Partien definitiv noch verbessern.

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