Startseite
Icon Pfeil nach unten
Sport
Icon Pfeil nach unten

Biathlon-WM: Franziska Preuß holte vier Medaillen für Deutschland

Biathlon-WM

Preuß geht mit vier Medaillen und einem Lächeln

    • |
    • |
    • |
    Freut sich über eine erfolgreiche Biathlon-WM: Franziska Preuß holte vier Medaillen für Deutschland in Lenzerheide.
    Freut sich über eine erfolgreiche Biathlon-WM: Franziska Preuß holte vier Medaillen für Deutschland in Lenzerheide. Foto: Martin Schutt, dpa

    Franziska Preuß hat der Biathlon-WM den Stempel mit vier Medaillen aufgedrückt. Mit Gold in der Verfolgung, Silber im Sprint und jeweils Bronze in der Mixedstaffel und im Single-Mixed ist die 30-Jährige das deutsche Gesicht der Titelkämpfe in Lenzerheide. Im letzten Frauen-Wettbewerb wollte die Starterin des Deutschen Skiverbandes (DSV) noch einmal angreifen, doch es passte nichts zusammen. Die Athletin plagten anfangs Bauchschmerzen. Auch das Material spielte am Sonntag nicht mit. „Gerade in der ersten Runde ist der Ski einfach geklebt. Ich habe so viel muskuläre Kraft entwickeln müssen, dass der Ski überhaupt ins Laufen kommt“, ärgerte sich die Oberbayerin aus Haag und fügte an: „Mit einem Fehler im Massenstart sehe ich mich weiter vorne.“ Mit der Medaillenvergabe hatte sie nichts zu tun und landete auf Platz sieben.

    36,1 Sekunden betrug der Rückstand auf die neue Massenstart-Weltmeisterin Elvira Öberg aus Schweden. Die 19-jährige Julia Tannheimer aus Ulm belegte den 15. Platz in einem Weltklasse-Feld. Am Samstag hatten Preuss und Tannheimer mit ihren Teamkolleginnen Sophia Schneider und Selina Grotian überraschend mit Platz fünf in der Staffel eine Medaille verpasst.

    Biathlon-WM: Freudentränen fließen bei Johannes Kühn

    Dafür sorgten die Männer für einen versöhnlichen Abschluss. Die Staffel lief am Samstag mit Philipp Nawarth auf der ungewohnten Start-Position, Danilo Riethmüller, Philipp Horn und Johannes Kühn hinter Norwegen und Frankreich zu Bronze. Es war die einzige Männer-Medaille für den DSV. Nach dem Lauf wurde es emotional. Kühn hatte eine Achterbahn der Gefühle in elf WM-Tagen erlebt. In der ersten Woche zeigte sich Älteste im deutschen Team noch gefrustet als Ersatzmann. Durfte lediglich trainieren und zuschauen. Nach dem Bronzelauf flossen im Zielraum die Tränen. Der 33-Jährige hatte 2012 seine Karriere im Biathlon-Weltcup begonnen und holte unter dem Lenzerhorn sein erstes WM-Edelmetall. „Ich war seit 2018 bei jedem Großereignis dabei. Das ist meine letzte WM, und ich hol‘ in meinem letzten Rennen eine Medaille“, sagte der angefasste Kühn, der sein Karriereende im Blick hat. Sein Plan gehe bis Olympia 2026 in Italien. Danach soll Schluss sein mit Biathlon.

    Rekord-Weltmeister Bö geht mit 23 WM-Titeln

    Im abschließenden Massenstartrennen der 30 besten Athleten am Sonntag landete Philipp Horn als bester Deutscher auf Rang 13, knapp vor Nawrath (16.). Die Norweger feierten einen Dreifach-Erfolg mit Endre Strömsheim vor Sturla Holm Laegreid und Johannes Thingnes Bö. Der 31-jährige Bö verpasste in seinem letzten WM-Rennen seinen 24. WM-Titel, damit beendet der Rekordweltmeister mit 23 Mal WM-Gold nach der Saison seine großartige Karriere.

    Die deutschen Frauen können mit vier Medaillen und einem Lächeln im Gesicht abreisen. Die Gesamt-Weltcup-Führende Preuß freute sich, dass sie dem Erfolgsdruck standgehalten hat: „Ich nehme viele schöne Momente mit. Es hat gut getan, sich selbst zu beweisen, dass man es auch zum Höhepunkt schaffen kann.“ Immer wieder in den vergangenen Jahren hatte sie mit Infekten zu kämpfen. Seit einer OP an den Nasennebenhöhlen läuft Preuss konstant auf Top-Niveau. Sie ist schnell in der Loipe – sofern der Ski mitspielt – und eine Schützin mit eingebauter Treffer-Garantie. Eine Kombination, die Olympia-Medaillen verspricht. Die 30-Jährige dürfte bei den Winterspielen 2026 in Italien die große deutsche Hoffnung sein. Die nächste Generation macht sich mit Julia Tannheimer (19 Jahre) oder Selina Grotian (20) auf dem Weg in die Weltspitze.

    Deutschland auf Rang vier im Medaillenspiegel

    Insgesamt schnitt das DSV-Team mit fünf Podestplätzen gegenüber den Titelkämpfen in Nove Mesto (2024/3 Medaillen) und Oberhof (2023/3) besser ab. Die Frauen um Preuß glänzten. Dagegen sind deutschen Männer eher zu Problemfällen geworden. Darüber kann auch Bronze in der Staffel am vorletzten WM-Tag nicht hinwegtäuschen. Nawrath mit zwei Mal Bronze in den Staffeln (Männer und Mixed) war der erfolgreichste deutsche Starter. Insbesondere am Schießstand flatterten die Nerven und zitterten die Gewehre. Cheftrainer Felix Bitterling kündigte eine Analyse an: „Die Dinge haben nicht zusammengepasst. Wenn sie gut gelaufen sind, haben sie nicht gut geschossen oder umgekehrt.“

    Die WM-Organisatoren verdienten sich herausragende Noten. Lenzerheide präsentierte sich bei strahlendem Sonnenschein in der zweiten WM-Woche als Top-Biathlon-Destination. Statt der erwarteten 55.000 Zuschauer strömten 85.200 Besucher in die Roland Arena und sorgten für ein stimmungsvolles Fest.. Als Tüpfelchen auf dem i fehlte nur die erste WM-Medaille aller Zeiten für die Schweiz, die sich die Eigenossen verdient gehabt hätten.

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Registrieren sie sich

    Sie haben ein Konto? Hier anmelden