Alle sind da, nur ER fehlt. Es ist der erste Deutschland-Grand-Prix seit dem Ski-Unfall von Michael Schumacher. Der Rekord-Weltmeister absolviert eine Reha im Uniklinikum Lausanne nach seinen schweren Hirnverletzungen. Seine ehemaligen Kollegen bevölkern die Gasse zwischen den Team-Trucks und den Versorgungsstationen. David Coulthard und Damon Hill arbeiten für Fernsehsender. In der Mercedes Hospitality sitzen die Ex-Rennfahrer Gerhard Berger, Jean Alesi und Jacques Villeneuve zusammen und reden.
Michael Schumacher ist jeden Tag ein Thema
Der Österreicher Berger fühlt mit dem Rekord-Weltmeister: „Für mich ist Michael Schumacher jeden Tag mindestens einmal ein Thema. Ich denke an ihn oder irgendjemand fragt mich, wie es ihm geht.“
Auch die zahlreichen Fans haben ihr Idol aus den goldenen Ferrari-zeiten mit fünf WM-Titeln zwischen 2000 und 2004 nicht vergessen. Drei junge Burschen tragen weiße T-Shirts mit dem Aufdruck „I like Schumi“ ganz offensichtlich mit Stolz. Zahlreiche rote Ferrari-Flaggen mit der Aufschrift „Michael Schumacher“ wehen über den Zelten und Wohnwagen auf den Camping-Plätzen rund um den Ring.
Der „rote Baron“ berührt immer noch die Herzen. Mag Nico Rosberg in der Weltmeisterschaft aussichtsreich im Titelrennen liegen, mag Sebastian Vettel zwischen 2010 und 2013 vier WM-Titel geholt haben – MS hat den Formel-1-Boom in Deutschland ausgelöst, sein Schicksal bewegt viele, viele Fans.
Corinna Schumacher bricht ihr Schweigen
Corinna Schumacher hat lange geschwiegen nach dem Unfall, meist hat sich die Schumacher-Sprecherin Sabine Kehm geäußert. Doch am Hockenheimring bricht die Ehefrau ihr Schweigen und wendet sich im Programmheft direkt an die Anhänger: „Liebe Motorsportfreunde. Diese Nachricht soll für euch sein, die ihr eure Liebe zu Michaels Sport in all den Jahren gemeinsam ausgelebt und ihn im vergangenen halben Jahr auch abseits der Strecke unterstützt habt.“
An Schumachers 45. Geburtstag am 3. Januar 2014 waren hunderte Fans zur Klinik in Grenoble gekommen, um ihr Mitgefühl auszudrücken. Corinna blickt in die Zukunft: „Jetzt beginnt eine Phase, die voraussichtlich sehr lange dauern wird. Wir bauen darauf, dass bei diesem Kampf die Zeit – wie so viele Jahre in der Formel 1 – erneut Michaels Verbündete sein wird.“
Gerhard Berger: "Es ist einfach tragisch"
Das einzige Formel-1-Rennen in Deutschland nutzt seine Frau, sich „für all die guten Wünsche und positiven Energien“ zu bedanken.
Ex-Fahrerkollege Gerhard Berger gesteht: „Es schmerzt immer noch. Es schmerzt für Michael und für seine Familie. Es ist einfach tragisch.“