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Fast 300 Jahre handwerkliche Backtradition in Lauingen

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Fast 300 Jahre handwerkliche Backtradition in Lauingen

Fast 300 Jahre handwerkliche Backtradition in Lauingen
Fast 300 Jahre handwerkliche Backtradition in Lauingen

1722 taucht der Hausname „Himmelbäck“ zum ersten Mal in einer Steuerurkunde auf und beweist eine fast 300-jährige Backtradition in Lauingen.

Mit Sohn Jakob rückt nun die 5. Generation der Familie Lenzer nach: Nach erfolgreich bestandener Meisterprüfung und als Betriebswirt  des Handwerks unterstützt er seit Oktober den Familienbetrieb.

Trotz der langen Tradition ist es Jakob wichtig mit der Zeit zu gehen und neue Ideen und Impulse miteinzubringen. Er wird die Handwerksbäckerei weiterführen, mit Backwaren, die schmecken und die mit ehrlichen, natürlichen Zutaten hergestellt werden. „Ich bin stolz auf die Art und Weise, wie wir beim Himmelbäck backen. Ganz ohne künstlich hergestellte Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Teigbeschleuniger, Geschmacksverstärker oder industrielle Vormischungen, aber dafür mit viel handwerklichen Know-How.“ Vater Jürgen Lenzer freut sich besonders, dass genau diese ehrliche Backkultur den Sohn überzeugt hat, Bäcker zu werden. Beim Himmelbäck hat der Teig Zeit zu reifen und sein natürliches Aroma zu entwickeln, denn Zeit gibt Geschmack.

Zeit zu reifen

Deshalb arbeiten in der Backstube die rund 20 Handwerksbäcker/-innen und Konditoren/-innen mit unterschiedlichen Vorteigen, mit Roggen-, Dinkel-, und Emmer- Sauerteigen und langen Teigführungen. Dazu kommen bewährte Rezepte, die über Generationen hinweg weitergegeben wurden.Himmelbäck verzichtet bewusst auf industrielle Vormischungen, synthetisch hergestellte Enzyme und zugekaufte Tiefkühlteiglinge. Er positioniert sich als überzeugter Handwerksbäcker und distanziert sich klar von den Convenience-Produkten der Backshops, der Aufbackstationen des Lebensmittelhandels und der Großbäckereien, die oft mit fragwürdigen Inhaltsstoffen angeboten werden. Jürgen Lenzer: „Wenn ich als Bäcker nicht mehr erklären kann, was für Zutaten tatsächlich im Brot sind, dann stinkt mir das. Ich will und muss wissen, was wirklich darin steckt! Deswegen sind wir im Verein ‘Die freien Bäcker. Zeit für Verantwortung‘ Wir haben eigene, noch strengere Richtlinien und Zielsetzungen, um das echte Handwerk zu definieren und der Backindustrie etwas entgegenzusetzen. Die natürlichen, hochwertigen Rohstoffe kommen vorzugsweise von regionalen Anbietern.“ Gentechnisch veränderte Zutaten kommen für die Lauinger Traditionsbäcker von Himmelbäck nicht in die Tüte. Ein Vollkornbrot besteht auch zu einhundert Prozent aus Vollkornmehlen und nicht nur wie erlaubt zu 90 Prozent.

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Jürgen Lenzer ist langjähriges Mitglied im Verein

Für diese Einstellung wurde der Himmelbäck 2017 für „Verdienste um die europäische Backkultur“ geehrt. Jürgen Lenzer ist seit Jahren Mitglied im Verein„Die Freien Bäcker – Zeit für Verantwortung“. Diese internationale Gruppe von Handwerksbäckern engagiert sich für Bäcker, die Verantwortung für Mitarbeiter, Region und Backkultur übernehmen. Der Verein schult, prüft und zertifiziert nach strengen Regeln und bürgt für geradliniges Handwerk.

Das umfangreiche Sortiment wird im traditionellen Backstubenladen und weiteren Läden in Lauingen, Höchstädt, Tapfheim und Offingen verkauft. Seit Ende November gibt es auch im Ortszentrum in Wittislingen einen neuen, gemütlichen Laden. Auch auf den Wochenmärkten in Höchstädt und Gersthofen findet man himmlische Backwaren. Um die Verschwendung von Lebensmitteln zu vermeiden, unterstützt Himmelbäck die Tafeln im Landkreis, verwertet Semmeln zu Paniermehl und Knödelbrot.

Hinter dem Gesamtkonzept der Familienbäckerei Himmelbäck steht ein starkes Team mit rund 80 zumeist langjährigen Mitarbeitern. „Ohne die Hilfe aller unserer Mitarbeiter, gäbe es keinen Himmelbäck wie er heute ist“, sagt Martina Lenzer bei der traditionellen Jahresfeier. Heuer konnten neun Bäcker,Verkäuferinnen, und Konditorinnen für 25 bis 40 Jahre Zugehörigkeit zum Himmelbäck geehrt werden. Zurzeit lernen fünf Bäcker-und Bäckerinnen, zwei Konditorinnen und vier Fachverkäuferinnen einen Beruf. Denn qualifizierter Handwerksnachwuchs ist wichtig für die Zukunft der Region.

Dass die Backstube bei der Betriebsfeier fast aus allen Nähten platzte zeigt, dass die Mitarbeiter sich gerne Zeit nehmen, mit den Chefs zu feiern. Neben den Ehrungen gab Jakob Lenzer seinen Einstand im Betrieb. Am Ende zeigten Seniorchef Ludwig Lenzer, Chef Jürgen und Juniorchef, dass sie auch Musik können und heizten ihren Mitarbeitern mit einem Ständchen mit Teufelsgeige, Ziehharmonika und Kontrabass tüchtig ein. pm/pilz

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