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Peter Volkert ist der neue Schulleiter in Königsbrunn

Königsbrunn

Neuer Schulleiter im Interview: „Es ist schneller etwas Böses geschrieben, als gesagt“

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    Peter Volkert ist seit Mitte Februar der neue Schulleiter an der Realschule in Königsbrunn.
    Peter Volkert ist seit Mitte Februar der neue Schulleiter an der Realschule in Königsbrunn. Foto: Jennifer Kopka

    Wie kam es zu dem Wechsel nach Königsbrunn?
    PETER VOLKERT: Einfach, dass man mal etwas Neues sieht. Und es passt natürlich auch dazu, wenn man in Bobingen wohnt. Königsbrunn ist zwar die Nachbarstadt, aber eigentlich ist es eins. Wenn man in Bobingen wohnt, hat man auch Freunde in Königsbrunn. Das gehört irgendwie zusammen.

    Warum gerade jetzt?
    VOLKERT: Ich glaube, man tritt erst dann, wenn man etwas älter ist eine Stelle als Schulleiter an. Wenn man erfahren ist und weiß, wo die Sorgen und Nöte sind.

    Was zum Beispiel?
    VOLKERT: Wenn ich jetzt die Handynutzung anschaue: auf dem Land, also in Thannhausen, sind die Schüler mit der Handynutzung vorsichtiger. Hier in Königsbrunn benutzen die Schüler ihr Handy öfter. Aber es gilt bei uns Handyverbot.

    Wie setzen Sie das um?
    VOLKERT: Uns wäre es lieber, wenn die Handys außen vor wären. Wir überlegen im Moment: Deshalb überlegen wir im Moment, Handygaragen anzuschaffen und dann sinnvoll einzusetzen. Eine Gruppe arbeitet derzeit an einem Vorschlag.

    Wie waren die ersten Wochen im neuen Amt?
    VOLKERT: Die Kollegen machen einem den einstieg leicht. Ich finde die Mischung aus Unterricht, Verwaltung und der Arbeit mit den jungen Lehrern perfekt. Eigener Unterricht ist mir sehr wichtig, damit man den Kontakt zu den Schülern nicht verliert.  

    Merken Sie den Unterschied in der Ortsgröße?
    VOLKERT: In Thannhausen kam ungefähr die Hälfte der Schüler aus dem Augsburger Landkreis. Die Unterschiede sind nicht riesig. Wenn dann könnte man es sicherlich so sagen: es ist in Königsbrunn etwas großstädtischer..

    Gibt es sonst Unterschiede zu Thannhausen?
    VOLKERT: Der große Unterschied ist, dass diese Schule Seminarschule ist. Wir bilden also Lehrer aus. Die Arbeit mit diesen jungen Lehrern, das ist das spezielle an der Schule. Und ich sehe jetzt schon, das macht Spaß.

    Warum?
    VOLKERT: Die jungen Lehrer von heute haben eine größere Jobsicherheit, als wir früher beim Berufseinstieg. Das macht ruhiger und entspannter. Aber sie sind genauso motiviert und neugierig wie wir damals. Bei mir war es früher so, dass nur ein Referendar mit meiner Fächerkombination Erdkunde/ Wirtschaft aus meinem Jahrgang in ganz Bayern eingestellt wurde, weil wir in den geburtenstarken Jahrgängen so viele Absolventen waren.

    Als Schulleiter ist ihm wichtig weiterhin selbst zu unterrichten: Peter Volkert.
    Als Schulleiter ist ihm wichtig weiterhin selbst zu unterrichten: Peter Volkert. Foto: Jennifer Kopka

    Was hat sich seit Ihrem Anfang verändert?
    VOLKERT: Der Umgang der Schüler miteinander hat sich geändert. Der Umgang mit neuen Medien ist anders, zum Beispiel der kurze Weg von Nachrichten, den man heute über das Handy hat. Jugendliche müssen lernen, dass diese nicht beleidigend sein dürfen, das ist wichtig. Da sind wir beim Thema Mobbing. Da brauchen wir Regeln: Wie kommuniziere ich? Es ist schneller etwas Böses geschrieben, als gesagt. Denn man hat kein Gegenüber, an dem man sieht, wie reagiert derjenige? Das ist eigentlich die große Herausforderung im Umgang mit den digitalen Medien.

    Stichwort digital: Was planen Sie für die Königsbrunner Schüler?
    VOLKERT: Die Schule ist eigentlich schon digital. Aber dieser Weg wird noch weitergehen. Zum Beispiel, dass man KI einsetzt. Hier ist auch die zentrale Fachleiterin für Informationstechnologie ansässig. Also wird sowas hier ausprobiert. Man ist hier sozusagen ein bisschen Vorreiter.  Aber es braucht dafür ein gutes Umfeld und da gehören zum Beispiel die Handygaragen dazu.

    Warum ist Ihnen das Digitale so wichtig?
    VOLKERT: Je früher man den Gebrauch lernt, desto leichter wird man sich später tun. Das heißt nicht, dass man das schon perfekt kann. Das heißt nur, als Schüler habe ich es einmal gesehen und habe die Scheu verloren. Außerdem lernen unsere Jugendlichen auch den verantwortungsvollen Umgang in der digitalen Welt.

    Haben Sie längerfristige Ziele für die Schule?
    VOLKERT: Ich denke die Schule wird auf jeden Fall wachsen. So wie es alle Schulen im Augsburger Land tun. Vielleicht bekommen wir irgendwann einen Anbau.

    Warum wird es mehr Schüler geben?
    VOLKERT: Generell ist Augsburg Land ein Wachstumslandkreis. Es gibt Arbeitsplätze, die Nähe zu München. Deshalb denke ich schon, dass die Schule wachsen wird. Der Landkreis Augsburg tut sowieso alles für seine Schulen, besser kann man es sich nicht wünschen. Ich habe hier sogar Jugendsozialarbeit an der Schule, das hatte ich vorher nicht. Das hier ist wirklich meine Wunsch-Schule.

    Sie wohnen in Straßberg. Haben sie einen Lieblingsplatz?
    VOLKERT: Der Wald beginnt dort, wo ich wohne, zwei Häuser weiter. Was bedeutet: man geht eigentlich fast täglich spazieren. Das ist mein Ausgleich.

    Was macht Sie als Lehrer aus?
    VOLKERT: Ich bin geduldig, setze gerne Technik ein und fördere das gerne soziale Miteinander meiner Schüler.

    Was soll bleiben von Ihnen als Lehrer?
    VOLKERT: Ich glaube, man hat es richtig gemacht, wenn man die Schüler als Erwachsene wieder sieht und die Rückmeldung bekommt: Es war gut da.

    Zur Person: Peter Volkert, 1968 geboren, war 25 Jahre lang unter anderem als stellvertretender Schulleiter an der Realschule Thannhausen beschäftigt. Als Schulleiter unterrichtet er seit Mitte Februar in Königsbrunn Politik und Gesellschaft und Rechnungswesen. Der gebürtige Weißenburger wohnt mit seiner Frau, einer Grundschullehrerin, in Straßberg. Derzeit gibt es rund 700 Schüler und 60 Lehrer an der Realschule.

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