Über mehrere Monate hinweg habe sich die Stadtverwaltung bemüht, Beispiele für eine gelungene Steuerung von Oberflächen- und Grundwasser nach Starkregen-Ereignissen zu finden – ohne Erfolg. Die SPD-Fraktion hatte dies in einem umfangreichen Antrag zur Grundwasser-Problematik in Königsbrunn gefordert, neben weiteren Untersuchungen und der Entwicklung von Konzepten für die Stadt. „Wir haben das umfassend versucht und uns bemüht“, so Bürgermeister Franz Feigl in der jüngsten Stadtratssitzung, allerdings mit sehr magerem Ergebnis. Anfragen bei Kommunen in der Region wie auch beim Bayerischen Gemeindetag und Städtetag sowie beim Landesamt für Umwelt führten zur immer gleichen Antwort: „Wir haben dazu keine Beispiele“. Selbst Kommunen entlang der Donau konnten nichts dazu beisteuern, so Feigl.
In Augsburg pumpen Brunnen im Textilviertel Grundwasser
Schließlich fanden Rathaus-Mitarbeiter heraus, dass die Stadt Augsburg schon vor einigen Jahrzehnten im dortigen Textilviertel eine Grundwasser-Absenkung in Angriff genommen hatte. Auslöser war der Rückgang der Textilindustrie dort gewesen. Die hatte über lange Zeit viel Grundwasser entnommen, deshalb wuchs die Sorge, dass mit der Stilllegung sehr vieler Produktionsstandorte das Grundwasser steigen und Probleme verursachen würde, auch für die Unterführungen entlang der Schleifenstraße. Man legte nach einem Wasserrechtsverfahren im Stadtteil 17 Brunnen an und pumpte über sie Grundwasser in den Lech. „Trotzdem tritt dort immer wieder Wasser in Keller ein“, so Feigl, „und das Textilviertel ist ja ein überschaubarer Bereich“. Erkenntnisse, die sich daraus für Königsbrunn gewinnen lassen, sah Feigl nicht.
Kostenloser Online-Vortrag
Zu den Themen Starkregen, Grundwasser und Trockenheit gibt es am Montag, 7. April, von 17.30 bis 20.30 Uhr einen Vortrag. Er kann über das Landratsamt Augsburg per Email an klimaschutz@lra-a.bayern.de gebucht werden kann.
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