Im Winter ist es oft dunkel und grau. Die Tage sind kurz. Eltern, die ein Kind vor oder nach der Geburt verloren haben, fühlen sich in dieser Zeit verloren. Ein Hoffnungsschimmer kann für sie das Schmetterlingsgrab der Hospizgruppe Bobingen sein. Den Ort gibt es seit bald 15 Jahren.
Alles fing an mit einer Idee. Die Idee, Müttern, die ihre Kinder vor oder kurz nach der Geburt veloren haben, einen Ort zu geben um ihre Trauer ausdrücken zu können. „Diese Idee entwickelte sich schon 2006. Fünf Jahre später kamen die Leute vom Kolpingsverein Bobingen auf mich zu“, erinnert sich Mirela Wollner, Vorsitzende der Hospizgruppe Bobingen. Sie arbeitet bei der Hospizgruppe Bobingen und ist Mitgründerin der Schmetterlingsgräber in Bobingen. Für sie bestand eine Art „Niemandsland“, da Kinder mit einem Gewicht von unter 500 Gramm nicht unter die Bestattungspflicht fielen. „Das war für mich kein tragbarer Zustand“, sagt Wollner. „Eltern haben Sehnsucht nach dem Kind. Ihre Trauer ist tabuisiert.“ Wollner absolvierte die Fortbildung als „systemische Trauerbegleitung“, um Eltern in dieser Zeit beizustehen. Der Schmetterling ist für sie ein Symbol von Werde und Vergehen. „Das Leben ist vergänglich, aber das Werden hoffnungsvoll. Kinder sind so früh ein Hauch von Leben“, sagt sie.
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Beim Schmetterlingsgrab haben Eltern die Möglichkeit, ihr Kind in einer gemeinsamen Zurruhebettung beizusetzen. Diese finden zweimal im Jahr statt. Hinzu kommt ein Gedenksteinstein mit dem Namen oder andere liebevolle Beigaben. Diese liegen neben dem Bereich der Grabsteine. „Dieser Bereich wird Flussbett genannt und soll den Weg in die andere Welt symbolisieren. Dabei führen wir bei der Beerdigung ein Lichtritual durch, um den Abschied zu begleiten“, erklärt Wollner. Die gemeinsame Zurruhebettung sollen den Eltern Trost spenden.
Die Trauerbegleitung sei für sich genommen sehr angefragt und können unabhängig in Anspruch genommen werden. Ebenso gebe es Möglichkeiten, in kleinen Selbsthilfegruppen Kontakte zu knüpfen. „Die Anfragen steigen stetig und zeigen uns der Bedarf ist da“, sagt Wollner.

Das Projekt finanziert sich über die ökomenische Hospizgruppe Bobingen e.V. , Spenden und ehrenamtliche Arbeit. „Christiane Hellmich macht für uns die Grabsteine, und die Schlafsäckchen bekommen wir von einer ehemaligen Mutter, Katrin Weber. Edeltraud Schuster und Waltraud Gewitsch gehören zum Schmetterlingsteam“, sagt Wollner. Das Projekt sei lokal und habe Kooperationen mit Krankenhäusern aus dem südlichen Landkreis. Die Bestattungen sind für die Eltern kostenfrei. Deshalb ist das Schmetterlingsgrab auf Spenden angewiesen.
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