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Porträt: Das ist der slowakische Ministerpräsident Robert Fico

Porträt

Robert Fico ist das linkspopulistische Stehaufmännchen

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    Der umstrittene slowakische Ministerpräsident Robert Fico.
    Der umstrittene slowakische Ministerpräsident Robert Fico. Foto: Petr David Josek, AP/dpa

    Die Bilder gleichen sich. 2018 gehen Zehntausende Slowakinnen und Slowaken auf die Straße. Sie eint ein Ziel: der Rücktritt des Ministerpräsidenten Robert Fico – für die Demonstranten das Gesicht wuchernder Korruption. Zuvor war der Journalist Jan Kuciak, bekannt geworden durch Recherchen über ein Korruptionsnetzwerk, von einem Auftragskiller erschossen worden. Tatsächlich ist der Druck auf Fico, der schon von 2006 bis 2010 als Ministerpräsident amtierte, derart hoch, dass er zurücktritt. Damals gilt seine politische Karriere als beendet.

    Doch nur fünf Jahre später wird der Linkspopulist erneut zum Ministerpräsidenten gewählt – ein politisches Stehaufmännchen. Gerade in ländlichen Gebieten hat Fico treue Anhänger. Doch auch jetzt wieder versammeln sich Gegner des Regierungschefs in Bratislava und weiteren Städten, um gegen den Abbau von Demokratie, Repressionen gegen unliebsame Kultureinrichtungen und den prorussischen Kurs Ficos zu protestieren.

    In eine Arbeiterfamilie hineingeboren, studiert Fico Jura

    Robert Fico wird 1964 im westslowakischen Topolcany in eine Arbeiterfamilie hineingeboren. Ein Milieu, das er hinter sich lässt. Er schließt 1986 ein Jurastudium ab – im selben Jahr wird er Mitglied der Kommunistischen Partei der damaligen Tschechoslowakei. Seine linke Ausrichtung hält er auch nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes bei. Er gehört 1999 zu den Gründern der Linkspartei Smer, die sich unter seiner Ägide immer weiter zu einer radikal nationalistischen Gruppierung entwickelt.

    Immer wieder wird Fico in einem Atemzug mit Viktor Orbán verglichen – doch der Vergleich mit seinem ungarischen Amtskollegen trifft nur zum Teil zu. Ähnlich sind sich Orbán und Fico tatsächlich in einigen Punkten: Beide Politiker wenden sich mit aggressiver Polemik gegen Kontrahenten, nicht selten auch mit antisemitischen Untertönen, gegen Migranten oder die Europäische Union. Doch anders als Orbán stimmt der slowakische Regierungschef bei den entscheidenden Abstimmungen in Brüssel am Ende stets für die Unterstützung der Ukraine.

    Das Attentat auf den Ministerpräsidenten schockt auch seine politischen Gegner

    Selbst politische Gegner reagieren betroffen, als Robert Fico, der mit einer Juristin verheiratet ist und einen Sohn hat, am 15. Mai 2024 durch Schüsse lebensgefährlich verletzt wird. Eine Notoperation rettete sein Leben. Doch jetzt fordern wieder viele Tausend seinen Rücktritt.

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