Kritikerinnen und Kritiker nennen sie gerne abwertend „Klimakleber“, nun geben sich die Aktivistinnen und Aktivisten der Letzten Generation (LG) selbst einen neuen Namen. Wie die Gruppierung am Mittwoch bekanntgab, will sie sich künftig „Neue Generation“ nennen. Das teilte sie auf ihren Social-Media-Kanälen mit und verwies dabei auf einen Bericht von Der Spiegel, in dem der LG-Aktivist Raphael Thelen den neuen Namen bestätigt und erste Informationen darüber preisgibt, wie es mit der Gruppe weitergehen soll.
Letzte Generation heißt künftig „Neue Generation“
Auf Instagram verlinkte die Letzte Generation dazu auf ein neu erstelltes Profil, das den Namen „Neue Generation“ trägt. In der Profilbeschreibung steht dazu: „Wir sind die Neue Generation. Eines von zwei Folgeprojekten der Letzten Generation.“ Die Gruppe will sich künftig auch für das Thema Demokratie einsetzen, wie aus dem Spiegel-Bericht hervorgeht. Bislang hatten sich die Aktivistinnen und Aktivisten auf den Klimaschutz konzentriert.
Es brauche eine neue Generation der Demokratie, wird Thelen zitiert. Hierfür solle ein „Parlament der Menschen“ Lösungen entwickeln, offenbar in Versammlungen, die Bürgerräten ähnlich sein sollen. Die Mitglieder hierfür sollen gelost werden. Im Mai soll es mit einer Versammlung auf der Wiese vor dem Bundestag in Berlin losgehen, danach auch auf lokaler Ebene deutschlandweit.
Neue Generation will sich in Versammlungen für die Demokratie einsetzen
In einem Reel auf Instagram sagte Thelen zudem am Mittwoch: „Neue Generation – wir sind endlich wieder am Start. Wir machen endlich wieder Widerstand.“ Er forderte Menschen dazu auf, sich ihnen anzuschließen, wenn sie „keinen Bock“ hätten „auf die Rechten und die Reichen, auf die Trumps, auf die Musks, auf die Weidels“. Weiter erklärte er: „Wir versammeln uns, treffen gemeinsam Entscheidungen, wir treten dafür ein, wir bringen den Protest auf die Straße, wir sind im Widerstand.“

Wie auch aus den Posts in sozialen Medien hervorgeht, soll es auch ein zweites Folgeprojekt geben. Auch hierzu ließ Thelen im Spiegel erste Informationen durchblicken. Es gehe um ein Widerstands-Kollektiv, das „überwiegend auf direkte Aktionen gegen Zerstörung und Ungerechtigkeit“ setze.
Letzte Generation war für Ankleben und Farbaktionen bekannt
Die Letzte Generation hatte sich vor rund drei bis vier Jahren gebildet. Ihr ursprünglicher Name sollte darauf aufmerksam machen, dass die derzeitige Generation die letzte sei, die die globale Erwärmung noch eindämmen und verhindern könne, dass das Klima unumkehrbare Kipppunkte erreiche. Die Aktivistinnen und Aktivisten beriefen sich dabei auf den wissenschaftlichen Konsens zur Klimakrise sowie das Pariser Klimaabkommen.
Die Gruppe hatte dabei auf unterschiedliche öffentlichkeitswirksame Protestformen gesetzt, darunter das Festkleben auf Straßen und Flughäfen, Hungerstreiks oder Farbaktionen, bei denen bekannte öffentliche Gebäude Kulturobjekte mit Farbe besprüht wurden, darunter das Brandenburger Tor oder die Berliner Weltzeituhr. Die gewählten Aktionsformen riefen auch Kritik in Teilen der Bevölkerung hervor. Wegen mancher der Proteste müssen sich Mitglieder der Gruppe auch vor Gericht verantworten.

Bereits im Dezember hatte die Letzte Generation angekündigt, den Namen abzulegen. Damals hieß es unter anderem auf dem offiziellen Tiktok-Account: „Wir legen den Namen letzte Generation ab. Wenn die Situation sich verändert, verändern auch wir uns..“ Weiter wurde etwa erklärt, dass die Gruppe „wandlungsfähig“ sei und auf der Suche nach den „wirksamsten Mitteln gegen diese tödliche Katastrophe“ sei.
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