Womöglich wäre es vor ein paar Jahren noch zu Demos auf dem Münchner Marienplatz gekommen. Oder zumindest zu einem öffentlichen Aufschrei. Doch die Stimmung hat sich geändert. Dass sich die bayerische Staatsregierung schrittweise und noch dazu heimlich von ihren Klimaversprechen verabschiedet, taugt kaum mehr als gesellschaftliches Aufregerthema. Wirtschaftsschwäche, Stellenabbau, Kriege: In der langen Liste der Probleme nimmt das Klima inzwischen einen der hinteren Plätze ein. Mit Schulterzucken werden die immer neuen Rekorde zur Kenntnis genommen, die immer lauter werdenden Warnungen von Wissenschaftlern.
Klimawandel: Die Politik muss handeln
Eine fatale Entwicklung. Denn anders, als Hubert Aiwanger meint, geht es nicht darum, „grün“ zu werden, sondern die Erde als lebenswerten Ort für kommende Generationen zu erhalten. Das ist keine politische Kür, sondern Pflicht. Natürlich taugt auch das schönste Klimaziel nichts, wenn es nicht erreichbar ist. Doch es ist die Aufgabe von Regierungsverantwortlichen, Wege zu finden, anstatt in die übliche Verharrungs-Logik zu flüchten. Auch Klimaschutz ist Heimatliebe, Herr Aiwanger!
"In der langen Liste der Probleme nimmt das Klima inzwischen einen der hinteren Plätze ein. " Man sollte nicht einseitig klassifizieren; was auch berücksichtigt werden muss, ist, dass ideologisch geprägter Klimaschutz nicht hilfreich, ja kontraproduktiv ist. Folglich wird sich solch etwas auch auf die allgemeine Meinung und Wertschätzung auswirken!
Gleiches Recht für alle! Warum soll Bayern 5 Jahre vor den grün regierten Bundesländern klimaneutral werden, wenn Habeck fortwährend unsere Wirtschaft schrumpft und dazu die Atomkraftwerke vor der Kohlekraft abgeschaltet hat?
>>geht es nicht darum, „grün“ zu werden, sondern die Erde als lebenswerten Ort für kommende Generationen zu erhalten. << Danke, Frau Hufnagel! So einfach und so richtig! Raimund Kamm
Dem ist nichts hin zu zu fügen genau, so ist es Herr Kamm, es es wird erst begriffen, wenn es echt zu späht ist und mir tut die Nachfolgende Generation jetzt schon sehr leid, die von Fehlern Gestern und Heute für die Zukunft Leiden müssen. Sie haben sehr Recht!!
Wenn man die Tonnen an Co2 Ausstoß im Ukrainekrieg miteinbezieht, ist es fast etwas lächerlich über den Ausstoß von Deutschland zu sprechen. Weis jemand wie viel da täglich in die Atmosphäre geschossen wird und wie gut der CO2 abdruck von Kriegswaffen ist wenn man deren Logistik und Herrstellung miteinbezieht.
Und Herr Glogger schon an Putin geschrieben?
Gut geantwortet, Herr Zimmermann! Raimund Kamm
Auch Klimaschutz ist Heimatliebe. Allerdings kommt die Heimatliebe bei vielen Bürgern zu kurz. Ist das Scheinheiligkeit, Dummheit, Ignoranz, Geld- und Machtgier oder alles zusammen? Es gibt in Bayern Politiker wie Aiwanger und Söder, die eine Bierseligkeit in den Festzelten ausnützen um den Leuten Sand in die Augen zu streuen. Immerhin hat die internationale Gemeinschaft anerkannt, dass die Erderwärmung deutlich unter 2 °C gehalten werden muss und Anstrengungen unternommen werden müssen, um sie auf 1,5°C zu begrenzen. Diese Anstrengungen werden leider durch die Ignoranz der bayerischen Staatsregierung verdrängt. Es wird höchste Zeit Politiker und Bürger wach zu rütteln und die Priorität wieder mehr auf das Erreichen der Klimaziele zu setzen. Frau Hufnagel, es braucht noch viel mehr so gute Kommentare.
Ich frage mich, warum Frau Hufnagel ihren kritischen Kommentar nur an Aiwanger adressiert. Der hat die Entscheidung des Kabinetts doch nur ausgeplaudert. Verantwortlich ist aber Ministerpräsident Söder für das Scheitern der bayerischen Klimapolitik. Söder ist groß darin, weit entfernte Ziele pressewirksam zu verkünden. In der Umsetzung ist er aber eher schwach. Und wenn der Zeitpunkt dann näher rückt, wird das Ziel einfach kassiert.
Das geht bei Söder mittlerweile so schnell, dass man sich den als Vertikalwindrad im Garten vorstellen könnte, bis 10m sogar genehmigungsfrei. :-))
Immerhin: Aiwanger hat die Begründung für das Scheitern der Bay. Staatsregierung geändert. Söder hat das damit begründet, dass es ohne Atomkraft nicht ginge; aber der Ausstieg war schon lange vorgesehen, bevor letztlich, im Ergebnis vor Kurzem, FW/CSU im Bay. Landtag das bay. Klimaschutzgesetz beschlossen hatten. Aiwanger sagt jetzt, dass es "unter den jetzigen weltpolitischen Voraussetzungen mit China und den USA als wirtschaftl. Konkurrenten nicht zu schaffen" sei. Das Argument ist schwerer zu knacken als der Unsinn von Söder, dem gerade nichts besseres einfiel im Hinblick auf Umfragen, dass die Leute vielleicht doch wieder Kernkraft haben wollen. Ich denke, z.B. gerade beim Thema Mobilität ist es fatal für die Automobilindustrie, wenn wir /Aiwanger in alle möglichen Richtungen technologieoffen blinken, während die Chinesen ihren Vorsprung bei der Elektromobilität weiter ausbauen, so dass es bald heißen wird "VW ein Unternehmen der BYD-Gruppe, China"). Siehe jetzt schon Volvo/Geely
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