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Kommentar: Junge Menschen wählen Linke und AfD – was auch sonst?

Kommentar

Social Media ist wichtig: Wann checkt das die politische Mitte?

Manuel Andre
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    Erfolgreich auf Social-Media: Linken-Spitzenkandidatin Heidi Reichinnek.
    Erfolgreich auf Social-Media: Linken-Spitzenkandidatin Heidi Reichinnek. Foto: Sarah Knorr, dpa/Canva

    Junge Leute haben AfD und die Linke gewählt. Erstaunlich ist das nicht. Es reicht ein Blick in die sozialen Medien, ein Blick auf Instagram und Tiktok. Dort sind die Parteien mit Abstand am erfolgreichsten. Ja, einerseits haben es polarisierende oder sogar extreme Standpunkte auf Social Media einfacher, größere Reichweiten zu erzielen. Andererseits müssen die Parteien es aber auch wollen, sich mit jungen Menschen, mit ihrer Lebenswelt, mit ihren Social-Media-Algorithmen auseinanderzusetzen.

    AfD und Linke: Erfolgreich auf Tiktok und bei Erstwählern

    In den vergangenen Wochen war auf Instagram und Tiktok ein regelrechter Hype um die Linken-Spitzenkandidatin Heidi Reichinnek entstanden. Ausschlaggebend war ein Video: Darin war die Reaktion Reichinneks auf die gemeinsame Abstimmung von Union und AfD zu sehen. „Aller politischen Differenzen zum Trotz hätte ich mir niemals vorstellen können, dass eine christlich-demokratische Partei, eine christlich-demokratische Partei, diesen Dammbruch vollzieht und mit Rechtsextremen paktiert“, rief sie im Bundestag am Rednerpult Friedrich Merz entgegen. Das Video verbreitete sich rasend schnell. Allein 8,2 Millionen Aufrufe erzielte es bisher auf Instagram, 7 Millionen Aufrufe waren es bei Tiktok. Dazu kommen noch viele Reposts des Videos.

    Die Linke wusste, wie sie diese Erfolgswelle reiten konnte und wie sie aus einem Hype heraus die Menschen auch an die Wahlurne brachte. Zwar ist es relativ schwierig, von einer erfolgreichen Social-Media-Strategie die Wahlentscheidung abzuleiten, erklärt Wissenschaftler Jörg Hassler unserer Redaktion. Doch der Blick auf die Erstwähler ist deutlich. Laut Infratest dimap wählten 25 Prozent der 18- bis 24-Jährigen die Linke, 20 Prozent entschieden sich für die AfD.

    Alle Parteien müssen Social Media ernst nehmen

    Die AfD generierte nach dem Bruch der Ampel sogar noch mehr Tiktok-Aufrufe als die Linkspartei. Die Parteien der Mitte sollten sich nun schleunigst überlegen, wie sie AfD und Linken in den sozialen Medien entgegenwirken können und wie sie erfolgreicher auf Tiktok und Co. werden. Diese Plattformen der AfD und den Linken zu überlassen, dürfen Sie sich nicht leisten.

    Aber auch AfD und Linke müssen jetzt liefern und ihre Zielgruppe weiter im Blick behalten, wenn sie die Zustimmung behalten wollen. Und damit es ihnen nicht so geht wie der FDP, die vor vier Jahren gemeinsam mit den Grünen am erfolgreichsten bei Erstwählern war. Social Media ist ein schnelllebiges Geschäft, aber ein Geschäft, in das die Parteien investieren müssen, um nicht eine ganze Generation zu verlieren.

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    1 Kommentar
    Peter Pfleiderer

    >> Aber auch AfD und Linke müssen jetzt liefern und ihre Zielgruppe weiter im Blick behalten, wenn sie die Zustimmung behalten wollen. << - ??? Ich dachte die afd bekommt es einfach geliefert und muss selber gar nichts mehr für den Aufstand der neuen Arbeiterklasse machen? Und so lange der ÖRR statt ökonomischem Sachverstand vielfach gescheiterte linke Narrative verbreitet, läuft es bei den Linken mit steuerfinanzierten Neuwählern auch ganz prima...

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