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Kommentar: Die Deutschen blamieren sich beim Brenner-Basistunnel

Kommentar

Die Deutschen blamieren sich beim Brenner-Basistunnel

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    Beim Bau des Brenner-Basistunnels sind die Deutschen  hemmungslos zu spät dran.
    Beim Bau des Brenner-Basistunnels sind die Deutschen hemmungslos zu spät dran. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

    2007 wurde mit dem Bau des Brenner-Basistunnels begonnen, 2032 wollen Österreicher und Italiener fertig sein. Wer hemmungslos zu spät dran ist, sind die Deutschen. Das ist blamabel. 2040 könnten sie mit dem sogenannten Nordzulauf zum Brenner fertig sein. Erst dann wird der gigantische Eisenbahntunnel seine volle Wirkung entfalten und hoffentlich für Entlastung sorgen auf der wichtigsten Verkehrsachse durch die Alpen, die unter dem Strom von Menschen und Gütern ächzt. Das merkt Otto Normalurlauber vor allem an der 1971 fertig gestellten Autobahn, wo der Beton bröselt, der Verkehr stockt und die Anrainer seit Jahrzehnten leiden.

    Auch auf anderen Transitstrecken ist die Situation schwierig. Die Österreicher versuchen mit zeitweisen Fahrverboten für Lkw die Belastung und die Wut der eigenen Leute in Grenzen zu halten, Bayern und Südtiroler klagen über die Folgen für die Wirtschaft. Inzwischen zieht Italien vor Gericht und die Bayern werben für ein Slot-System, das die Autobahn gleichmäßiger auslasten soll. Dafür soll dann aber das Tiroler Nachtfahrverbot aufgeweicht werden. Prognose: Das wird schwierig. Willkommener wären derartige Ratschläge, wenn man selbst mehr beisteuern würde – siehe Bahnverbindung zum Brenner. Jetzt rächt sich das deutsche Bummelzugtempo, zu dem die in München regierende CSU kräftig beigetragen hat. Sie stellte seit 2007 vier von sechs Bundesverkehrsministern.

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