Startseite
Icon Pfeil nach unten
Politik
Icon Pfeil nach unten

Durchsuchung: Großrazzia gegen eritreische Regierungsgegner in Deutschland

Durchsuchung

Großrazzia gegen eritreische Regierungsgegner in Deutschland

    • |
    • |
    • |
    In Eritrea tobt ein Kampf zwischen dem Regime von Isayas Afewerki und Widerstandskämpfern – der auch in Deutschland zu Ausschreitungen führte.
    In Eritrea tobt ein Kampf zwischen dem Regime von Isayas Afewerki und Widerstandskämpfern – der auch in Deutschland zu Ausschreitungen führte. Foto: Jason Tschepljakow, dpa (Archivbild)

    Bei einer Großrazzia hat der Generalbundesanwalt am Mittwochmorgen Wohnungen in sechs deutschen Bundesländern durchsuchen lassen. Die Beschuldigten sollen „in Deutschland leitende Funktionen für die sogenannte ‚Brigade N’Hamedu‘ übernommen haben“ heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Demnach sind 17 Personen von der Durchsuchung betroffen. Durchsucht wurden den Angaben des Generalbundesanwalts zufolge acht Wohnungen in Hessen, vier in Nordrhein-Westfalen, drei in Bayern, zwei in Baden-Württemberg sowie jeweils eine in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz.

    Die „Brigade N‘Hamedu“ kämpft gegen das Regime von Isayas Afewerki, der als Diktator das ostafrikanische Land Eritrea regiert. Aus dem bettelarmen und von Krieg geplagten Land stammt auch eine Vielzahl an Geflüchteten, die inzwischen in Deutschland lebt. Unter Kontrolle des Regimes wurden in den vergangenen Jahren mehrere Festivals auch in Deutschland organisiert, bei denen es zu Ausschreitungen kam.

    Razzia in Bayern – Terrorverdacht gegen „Brigade N‘Hamedu“ aus Eritrea

    Dabei gab es nach Angaben der Polizei auch Angriffe auf Beamte. Der „N‘Hamedu“-Ableger in Deutschland ist dem Generalbundesanwalt zufolge „spätestens seit dem Jahr 2022 aktiv“ und verfolge sein Anliegen „auch durch Gewaltaktionen gegen hiesige Veranstaltungen, die von der eritreischen Regierung unterstützt werden“.

    In den nun durchsuchten Wohnungen der beschuldigten Personen sollten Beweismittel gesammelt werden: Den Beschuldigten wird vorgeworfen, „der Gründung und/oder Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung verdächtig“ zu sein, teilt der Generalbundesanwalt mit. Einige Mitglieder der Vereinigung hätten Gewalt gegen deutsche staatliche Institutionen und Repräsentanten der Staatsgewalt - beispielsweise Polizeikräfte - als legitimes Mittel erachtet. Die Brigade habe „gewaltsame Ausschreitungen“ orchestriert. Parallel zu den Untersuchungen in Deutschland habe es Razzien in Dänemark gegeben. Ein mutmaßlicher Anführer sitze zudem zurzeit im niederländischen Den Haag im Gefängnis.

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Registrieren sie sich

    Sie haben ein Konto? Hier anmelden