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Tag der deutschen Einheit: Einheitsfeier in Dresden: Pöbelnde Demonstranten stören, Lammert hält Ruck-Rede

Tag der deutschen Einheit

Einheitsfeier in Dresden: Pöbelnde Demonstranten stören, Lammert hält Ruck-Rede

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    Pegida-Anhänger protestieren  vor der Frauenkirche in Dresden.
    Pegida-Anhänger protestieren vor der Frauenkirche in Dresden. Foto: Jan Woitas, dpa

    Pöbelnde Demonstranten haben die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit in Dresden gestört. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach am Montag trotzdem von einem Tag der Freude und Dankbarkeit und rief zu gegenseitigem Respekt auf. Bundestagspräsident Norbert Lammert warb beim Festakt in der Semperoper für ein weltoffenes, vielfältiges und optimistisches Deutschland. "Wir leben in Verhältnissen, um die uns fast die ganz Welt beneidet", sagte er.

    Die Kanzlerin, Bundespräsident Joachim Gauck und andere Gäste wurden vor dem Festakt von mehreren hundert Demonstranten beschimpft und angepöbelt, darunter vor allem Anhänger des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses. Sie riefen "Volksverräter", "Haut ab" und "Merkel muss weg". Auch Trillerpfeifen ertönten. Die Frau des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Dulig (SPD) brach in Tränen aus, als sie durch die aufgebrachte Menge ging. 

    Nach dem Festakt nahmen 4000 bis 5000 Menschen an einem Pegida-Aufmarsch quer durch die Stadt teil. Zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten kam es dabei nicht. 2600 Polizisten waren im Einsatz. Einer Bilanz der sächsischen Landesregierung zufolge kamen rund 450.000 Menschen zum Bürgerfest und damit weniger als erwartet. Ursprünglich hatte die Staatskanzlei mit etwa 750.000 Besuchern gerechnet.

    Lammert: "Selbstbewusstsein und Optimismus zeigen"

    Merkel ging in einer kurzen Stellungnahme am Rande des Festaktes nicht direkt auf die Störer ein, rief aber zur Dialogbereitschaft auf. 26 Jahre nach der Wiedervereinigung gebe es neue Probleme, sagte sie. "Und ich persönlich wünsche mir, dass wir diese Probleme gemeinsam, in gegenseitigem Respekt, in der Akzeptanz sehr unterschiedlicher politischer Meinungen lösen und dass wir auch gute Lösungen finden."

    Zum Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit werden an diesem Montag die höchsten Repräsentanten des Staates in Dresden erwartet.
    Zum Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit werden an diesem Montag die höchsten Repräsentanten des Staates in Dresden erwartet. Foto: Sebastian Kahnert, dpa

    Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche fand die zentrale Feier in der Semperoper statt. Die Festrede hielt Bundestagspräsident Lammert, der von den Deutschen vor allem mehr Selbstbewusstsein, Optimismus und Zufriedenheit mit dem Erreichten verlangte. "Das Paradies auf Erden ist hier nicht. Aber viele Menschen, die es verzweifelt suchen, vermuten es nirgendwo häufiger als in Deutschland", sagte der CDU-Politiker mit Blick auf die hunderttausenden Flüchtlinge im Land. 

    Lammert monierte, dass die Deutschen das Bild ihres eigenen Landes viel zu negativ zeichneten. "Wir können und dürfen durchaus etwas mehr Selbstbewusstsein und Optimismus zeigen", sagte er. Deutschland könne sich "durchaus eine kleine Dosis Zufriedenheit" erlauben, wenn nicht sogar ein Glücksgefühl. Das heutige

    Brandanschlag auf drei Polizeifahrzeuge

    Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) warnte in seiner Rede vor den Gefahren des Populismus. "Beschämt erleben wir, dass Worte die Lunte legen können für Hass und Gewalt", sagte der Bundesratspräsident. "Das ist menschenverachtend und zutiefst unpatriotisch. Dem stellen wir uns alle entgegen."  

    Am frühen Abend distanzierte sich die sächsische Polizei von der Durchsage eines Beamten, der Teilnehmern der Pegida-Demonstration einen "erfolgreichen Tag" gewünscht hatte. Diese Äußerung "entspricht nicht unserer Philosophie und wird einer Überprüfung unterzogen", erklärte die

    Bereits am Sonntag sorgten ein Brandanschlag auf drei Polizeifahrzeuge sowie Pöbeleien gegen Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) für Aufregung. Vor einer Woche hatten Unbekannte Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Kongresszentrum verübt, wo am Montagnachmittag der Empfang des Bundespräsidenten stattfand. Merkel traf am Montag am Rande der Feierlichkeiten die Familie des Imams der Moschee. dpa

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