Startseite
Icon Pfeil nach unten
Politik
Icon Pfeil nach unten

Der Papst als Organspender

Politik

Der Papst als Organspender

    • |
    Papst Benedikt XVI. macht Sommerurlaub in Südtirol.
    Papst Benedikt XVI. macht Sommerurlaub in Südtirol. Foto: DPA

    Von Christa Langen-Peduto Rom - Papst Benedikt befürwortet nicht nur, Organe zu Transplantationszwecken zu spenden. Als Kardinal trat er selbst in einen Organspenderverband ein. "Ich habe immer den Ausweis bei mir, auf dem außer meinen persönlichen Daten auch festgehalten ist, dass ich bereit bin, meine Organe zu spenden, wenn sie jemand braucht", sagte er als römischer Glaubenspräfekt im Jahre 1999. Und weiter: "Das ist ein Akt der Liebe, der Zuneigung und der Bereitschaft."

    Seit Tagen berichten italienische Medien darüber im Zusammenhang mit einer aufgeflammten Polemik über Hirntodkriterien. Ist der Ex-Kardinal Joseph Ratzinger als Papst aber immer noch Organspender? "Ich kann das weder bestätigen noch dementieren, da ich persönlich keine Nachforschungen dazu angestellt habe", erklärt auf Anfrage Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ. In Deutschland hatten Medien behauptet, Benedikt besitze weiterhin seinen Organspendeausweis, den er bereits zu seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising erhalten habe.

    Der Pontifex als potenzieller Organspender? Das nährt Wünsche, aber auch Hirngespinste. Mancher Kranke, der auf eine Verpflanzung hofft, würde vermutlich gern länger warten, wenn er dann das Herz, eine Niere oder auch nur eine Sehne vom Papst erhalten könnte. Für Vatikansprecher Lombardi sind das Fantastereien: "Das ist doch wohl nur rein theoretisch zu sehen", sagt er. Und er weist darauf hin, dass Benedikt doch schon 81 Jahre alt sei und folglich als Organspender kaum infrage komme.

    In der Tat bevorzugen Ärzte jüngere Spender, doch Altersgrenzen sind nicht festgelegt. Die zu spendenden Organe müssten gesund sein, heißt es nicht nur in Deutschland in den Bestimmungen für Transplantationen.

    Was den Papst betrifft, so heißt es im Vatikan, seine Mitgliedschaft - sollte sie wirklich weiterhin bestehen - sei wohl eher als Solidaritätsbekenntnis zu Organverpflanzungen zu sehen. Es wird nicht damit gerechnet, dass er sich dazu in nächster Zeit persönlich äußert.

    Derzeit hat Benedikt andere wichtige Aufgaben vor sich. Am Sonntag reist er für zehn Stunden nach Cagliari auf Sardinien, nächsten Donnerstag beginnt seine zehnte Auslandsreise nach Paris und zum Marienwallfahrtsort Lourdes.

    Ausgelöst wurde die Diskussion durch einen Artikel in der Vatikanzeitung Osservatore romano. Darin behauptete eine Historikerin, die vor 40 Jahren festgelegten Kriterien von Hirntod für Transplantationen seien nicht mehr zeitgemäß. Obwohl der Vatikan sofort widersprach, brach in Italien eine heftige Polemik aus.

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden