Seit dem Wochenende wüten schwere Feuer in Südkorea. Die Rede ist derzeit von den schlimmsten Waldbränden in der Geschichte des Landes. Inzwischen ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 28 Personen gestiegen. Weitere 32 Personen wurden durch die Flammen verletzt, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.
Die niedergebrannte Waldfläche beträgt inzwischen eine ähnliche Größe wie halb Hamburg: 36.000 Hektar. Die Flammen breiten sich immer noch weiter aus, den Angaben der Nachrichtenagentur zufolge sind die Brände nicht unter Kontrolle. Am Donnerstag sind zwar für die betroffenen Regionen im Südosten des Landes leichte Regenfälle angesagt, doch dürften die Niederschlagsmengen nicht ausreichen, um die Lage nachhaltig zu entspannen.
Massenevakuierung in Südkorea wegen Waldbränden – Hubschrauber abgestürzt
Rund 37.000 Anwohner mussten bislang aus ihren Häusern evakuiert und in Notunterkünfte gebracht werden. Einige der betroffenen Landstriche leiden zudem unter Wassermangel und Stromausfällen. Unter den Opfern befinden sich laut Medienberichten auch der Pilot eines Hubschraubers, der am Mittwoch bei der Eindämmung eines Feuers abstürzte, sowie vier Feuerwehrleute.

Die Brände haben bereits mehrere historische Stätten zerstört. So brannte ein über 1000 Jahre alter Tempel vollständig nieder. Auch das historische Hahoe-Dorf, das von der Unesco 2010 zum Weltkulturerbe erklärt worden war, ist von den Flammen bedroht. Die Anwohner wurden zur Evakuierung aufgerufen.
Feuer wütet seit Freitag, 21. März 2025, in Südkorea
Das Feuer war am Freitag im Landkreis Sancheong ausgebrochen, etwa 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Seoul. Nach Angaben der Behörden haben Winde und eine anhaltende Dürre die Brände begünstigt.
Was sind Gründe für die Waldbrände in Südkorea?
In Südkorea kommt es während Trockenperioden regelmäßig zu Waldbränden. In den vergangenen Jahren haben sowohl die Durchschnittstemperaturen als auch Extremwetter im Land zugenommen, was die Gefahr für Brände und deren Ausmaße deutlich erhöht hat. Wissenschaftler sehen die Zunahme von Waldbränden in Südkorea auch als Indikator für den fortschreitenden Klimawandel.

Neben Südkorea auch Mongolei von starker Trockenheit betroffen
Nicht nur Südkorea ist betroffen: Trockenheit begünstigte auch in anderen ostasiatischen Ländern die Ausbreitung zahlreicher Feuer. In der Mongolei, einem vom Klimawandel besonders betroffenen Land, meldete der Katastrophenschutz Wald- und Steppenbrände. Die Zahl der Brände innerhalb der Frühjahrs-Trockenheit sei dramatisch angestiegen, erklärte ein Feuerwehrsprecher.
Die Flammen zerstörten demzufolge bislang eine Fläche von fast 1,4 Millionen Hektar – fast so groß wie Schleswig-Holstein (1,58 Millionen Hektar). Zudem fielen rund 7.500 Schafe und Rinder in dem vom Nomadentum immer noch stark geprägten Land den Flammen zum Opfer. (mit dpa)
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