Die Luftqualität in Deutschland hat sich in den letzten Tagen dramatisch verschlechtert. Ein anhaltendes Hochdruckgebiet sorgt für eine sogenannte Inversionswetterlage, die verhindert, dass verschmutzte Luft abziehen kann. Besonders betroffen sind der Norden und Osten des Landes, aber auch in Bayern und Baden-Württemberg hat sich schlechte Luft breitgemacht.
Schlechte Luftqualität: Inversionswetterlage wegen mehreren Ursachen
Normalerweise steigt warme Luft auf und sorgt für eine natürliche Durchmischung der Atmosphäre. Bei einer Inversionswetterlage jedoch liegt eine warme Luftschicht über der kalten Luft am Boden.
Diese wirkt wie ein Deckel, sodass Schadstoffe aus Industrie, Straßenverkehr und privaten Kaminheizungen als die größten Emissiontreiber nicht entweichen können. Die kalte Luftschicht hat dabei eine Dicke von etwa 500 bis 600 Metern.
Besonders Städte leiden unter extremer Luftverschmutzung
In den Städten führt die Kombination aus Verkehrsemissionen und Heizungen zu dramatisch hohen Schadstoffwerten. Besonders Feinstaub und Stickoxide erreichen in vielen Regionen kritische Konzentrationen. Meteorologe Dominik Jung warnt: „Viele Menschen wissen nicht, dass auch ihr Kamin daheim massiv zur Feinstaubbelastung beiträgt“, zitiert FR.de den Meteorologen.
Holzöfen und Kamine, die in vielen Haushalten in Betrieb sind, setzen eine erhebliche Menge an Partikeln frei, die sich unter der Inversionsschicht stauen. Auch die Umweltbehörden warnen vor dem gesundheitlichen Risiko aufgrund der schlechten Luftqualität
Schlechte Luft: Feinstaubwerte in Deutschland über dem Grenzbereich
Experten schlagen Alarm: Die Feinstaubbelastung liegt vielerorts weit über den zulässigen Grenzwerten. Der Meteorologe Jung von Wetter.net spricht von einer „Katastrophe für die Luftqualität“. Millionen Menschen sind gesundheitlich betroffen. Besonders gefährlich ist der Feinstaub für Kinder, ältere Menschen und Personen mit Atemwegserkrankungen.
Zusätzlich zu den lokalen Emissionen gelangt laut Bild.de derzeit stark belastete Luft aus Polen nach Deutschland. Kohlekraftwerke und private Kohleheizungen tragen zu einer regelrechten Smog-Wolke bei, die über die Grenze zieht. Luftmessungen und Wetterkarten zeigen dramatische Werte, vielerorts sind die Warnstufen erreicht.
Auf Sport im Freien besser verzichten – wann es besser werden soll
Das Umweltbundesamt rät dieser Tage dringend davon ab, sich körperlich zu verausgaben. Wer Sport treiben möchte, sollte lieber auf Indoor-Aktivitäten ausweichen. Joggen ist den Angaben zufolge besonders ungünstig, da durch die tiefe Atmung noch mehr Schadstoffe aufgenommen werden. Stattdessen sei ein ruhiger Spaziergang die bessere Wahl...
Entwarnung gibt es erst in Richtung Wochenende: Laut Meteorologen soll sich dann das Wetter ändern. Mit mehr Wind und Regen wird sich die Feinstaubkonzentration voraussichtlich deutlich verringern. Bis dahin gilt jedoch weiterhin: Fenster möglichst geschlossen halten, körperliche Anstrengung im Freien vermeiden und, wenn möglich, auf das Auto verzichten.
Derweil hat sich die Luftqualität in Augsburg im vergangenen Jahr verbessert.
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