Ein vermeintlich „geheimes Angebot“ von König Charles III. an den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump sorgt derzeit in der englischsprachigen Presse für Schlagzeilen – und reichlich Gesprächsstoff unter Royal-Fans weltweit. Angeblich plant der britische Monarch einen diplomatischen Paukenschlag mit Potenzial für historische Tragweite. Doch was ist dran an diesen Gerüchten?
Royals: Trump reagiert auf angeblich „geheimes Angebot“ von König Charles - „Klingt gut!“
Wie The Sun US berichtet, soll König Charles III. während Trumps anstehendem zweiten Staatsbesuch in Großbritannien eine bislang unveröffentlichte Offerte vorbereiten. Das angebliche Ziel: Die USA als „associate member“ – also assoziiertes Mitglied – in die Gemeinschaft der Commonwealth-Staaten aufzunehmen. Die Idee selbst ist nicht ganz neu: Bereits während Trumps erster Amtszeit brachte die Royal Commonwealth Society (RCS) diesen Vorschlag ins Spiel – damals angeblich mit dem Segen von Queen Elizabeth II., wie sich die Daily Mail in einem Beitrag zu dem Thema erinnert. Nun also der zweite Anlauf – offenbar mit Unterstützung von König Charles, der laut RCS „ein natürlicher Friedensstifter“ sei.
Was sich nach einem seltsamen Gerücht anhört, wurde am Freitag, 21. März 2025, noch bizarrer. Denn der US-Präsident schnappte sich kurzerhand den Beitrag der Sun, teilte diesen auf seiner Plattform „Truth Social“ mit den Worten: „Ich liebe König Charles. Klingt gut!“ Trump betonte zudem seine Wertschätzung gegenüber dem König bei einem Treffen mit Premierminister Keir Starmer. Charles III. sei „ein wunderbarer Mann“.
Der britische Premier hatte ihm den handgeschriebenen Einladungsbrief von König Charles persönlich im Weißen Haus überreicht.
Angebliches Angebot von Charles III. - was steckt hinter der Commonwealth-Mitgliedschaft?
Die Commonwealth-Gemeinschaft besteht derzeit aus 56 Mitgliedstaaten, vorwiegend ehemalige Kolonien des Britischen Empires. Eine assoziierte Mitgliedschaft gibt es offiziell noch nicht – sie wäre ein Novum, wie die britische Zeitung Telegraph anmerkt.
Der Vorschlag kommt laut Royal Commonwealth Society (RCS), einem unabhängigen Verein mit königlicher Schirmherrschaft, zu einer Zeit wachsender Spannungen zwischen den USA und Kanada. Trump hatte kürzlich öffentlich getönt, Kanada zum 51. US-Bundesstaat machen zu wollen – ein Vorschlag, der nicht nur diplomatisch brisant ist, sondern auch König Charles in eine heikle Lage bringt. Immerhin ist er Staatsoberhaupt Kanadas.
Ein offizieller Beitritt müsste allerdings über das Commonwealth-Sekretariat laufen und demokratische Prozesse sowie breite Zustimmung im Bewerberland nachweisen – eine formale Hürde, die derzeit nicht einmal ansatzweise genommen ist. Experten ordnen diese Mitgliedschaft allerdings nicht als „rechtlich bindende Partnerschaft“ ein. Es entstünden keine automatischen Handelsvorteile oder militärischen Verpflichtungen. Auch diplomatisch wäre eine „assoziierte Mitgliedschaft“ eine Erfindung ohne Präzedenzfall.
Die USA als Commonwealth-Mitglied: Was ist dran an der Diskussion?
Trump liebt große Gesten – und die britische Königsfamilie. Seine Aussagen wie „Ich liebe König Charles!“ oder sein Post zum Tod von Königin Elizabeth II. – „Was für eine großartige Frau sie war – es gab niemanden wie sie!“ - sind emotional aufgeladen, aber oft strategisch kalkuliert. Die Idee einer assoziierten Mitgliedschaft ist symbolisch stark, doch rechtlich und politisch noch völlig unausgereift. Dass König Charles tatsächlich ein offizielles „Angebot“ macht, ist bislang nicht von den Sprechern des Palastes bestätigt worden. Auch das Weiße Haus äußerte sich auf eine Anfrage des People Magazines nicht.
Ein nicht namentlich genannter Insider der RCS behauptete jedoch laut der Daily Mail: „Das Ganze wird auf höchster Ebene diskutiert. Es wäre ein wunderbarer Schritt, der die engen Beziehungen Großbritanniens zu den USA symbolisieren würde.“
Ob es sich dabei lediglich um ein PR-Manöver handelt oder doch mehr dahintersteckt, bleibt derzeit offen. Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass das britische Königshaus versucht, „weiche Diplomatie“ einzusetzen. Die Royals verfügen zwar über keine realpolitische Macht, dafür aber über eine große Symbolkraft und rufen bei Millionen von Menschen eine hohe emotionale Bindung hervor. Insbesondere Königin Elizabeth II. war eine Meisterin darin, diese Form der Diplomatie zu nutzen. 2011 besuchte sie als erste britische Monarchin seit 100 Jahren die Republik Irland – damals laut der BBC ein politisch hochsensibler Akt. Sie sprach bei der Gedenkveranstaltung irisch und ehrte die Opfer des Unabhängigkeitskampfes. Weithin wurde ihr damaliger Auftritt als Akt der Versöhnung gefeiert.
Auch Charles III. setzt offenbar auf diese Form der Diplomatie – gerade jetzt, wo er durch die Spannungen zwischen den USA und Kanada in eine heikle Lage geraten ist. Denn Trump hat nicht nur Strafzölle gegen Kanada verhängt, sondern sogar öffentlich vorgeschlagen, das Nachbarland in die USA einzugliedern – ein provokanter Schritt, der den König direkt betrifft: Schließlich ist Charles Staatsoberhaupt von Kanada und damit in der Pflicht, sich zumindest symbolisch schützend vor das Land zu stellen, wie die Financial Times anmerkt.
Sollte an dem Vorstoß, den USA eine assoziierte Mitgliedschaft im Commonwealth anzubieten, etwas dran sein, könnte es also mehr sein als eine diplomatische Kuriosität. Er wäre laut der Financial Times möglicherweise ein Versuch, Trump in ein größeres wertebasiertes Gefüge einzubinden, das auf Kooperation statt Konfrontation setzt – und gleichzeitig ein Signal an Kanada.
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