Bereits im Dezember bemerkte die Weltwetterorganisation (WMO) erste Anzeichen für das Wetterphänomen La Niña. Nun hat die US-Atmosphären-Behörde NOAA den Beginn bekannt gegeben. Mit einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit werde La Niña im Zeitraum von März bis Mai bereits wieder enden, schätzt die NOAA. Doch was bedeutet der Beginn des Klimaphänomens?
La Niña hat begonnen - was das für die Erde bedeutet
Bei La Niña (spanisch: das Mädchen) handelt es sich um ein alle paar Jahre natürlich auftretendes Phänomen. Es ist das Gegenstück zu El Niño (spanisch: der Junge). Während eines La-Niña-Ereignisses sind die Passatwinde noch stärker als sonst und treiben mehr warmes Wasser in Richtung Asien, informiert die NOAA. Vor der Westküste Amerikas nimmt der Auftrieb zu und bringt kaltes, nährstoffreiches Wasser an die Oberfläche.
Dieses kalte Wasser im Pazifik drückt den Jetstream nach Norden. Dies führt in der Regel zu Trockenheit im Süden der USA und zu starken Regenfällen und Überschwemmungen im pazifischen Nordwesten und in Kanada. Während eines La-Niña-Jahres sind die Wintertemperaturen im Süden wärmer als normal und im Norden kühler als normal. La Niña kann auch zu einer stärkeren Hurrikansaison führen. In der Regel hat La Niña einen kühlenden Effekt auf das Weltklima. El Niño hingegen erhöht die globale Durchschnittstemperatur. Laut derzeitigen Messungen soll das Phänomen jedoch nur schwach ausfallen.
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Letztes La-Niña-Ereignis dauerte ungewöhnlich lange
Zuletzt ging 2023 eine ungewöhnlich lange dreijährige La-Niña-Phase zu Ende, gefolgt von El Niño. Seine Episode mit Höhepunkt zwischen November 2023 und Januar 2024 war bereits im vergangenen Sommer abgeklungen, berichtete die WMO in Genf.
Der kühlende Effekt von La-Niña dürfte angesichts des menschengemachten Klimawandels allerdings kaum zu spüren sein, warnte die WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo bereits im Herbst 2024: „Selbst, wenn es zu einer kurzfristigen Abkühlung durch ein La-Niña-Ereignis kommt, wird dies nichts an der langfristigen Entwicklung der steigenden globalen Temperaturen ändern“, teilte sie mit. Trotz des kühlenden Effekts von La Niña von 2020 bis 2023 seien die vergangenen neun Jahre zum Beispiel die wärmsten seit der Industrialisierung gewesen. (mit dpa)
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