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Papst Franziskus in kritischem Zustand: Bluttransfusionen und Gebete für seine Genesung

Kirche

Vatikan macht kein Geheimnis mehr daraus: Papst Franziskus erhält Bluttransfusionen

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    Vor dem Krankenhaus, in dem Papst Franziskus behandelt wird, haben sich am Sonntag Menschen zum Gebet versammelt.
    Vor dem Krankenhaus, in dem Papst Franziskus behandelt wird, haben sich am Sonntag Menschen zum Gebet versammelt. Foto: Gregorio Borgia, AP/dpa

    Vor dem Gemelli-Krankenhaus in Rom haben Gläubige Kerzen angezündet, Blumen und Rosenkränze abgelegt. Gemeinsam mit Ordensleuten beten sie für Papst Franziskus, der mit einer beidseitigen Lungenentzündung im zehnten Stock der Klinik liegt. Der Zustand des Papstes ist weiter kritisch. Die täglichen Nachrichten darüber lösen ein Auf und Ab der Gefühle aus – mal verbreiten sie Zuversicht, mal klingt es, als sei der Papst dem Tod sehr nahe.

    Ganz besonders in Italien ist dessen Gesundheitszustand das Thema. „Die Welt bangt um ihn“, titelte die Zeitung Il Messaggero am Sonntag. Il Tempo formulierte: „Rom betet für Franziskus“ und spekulierte über „seine längste Nacht“. Am Sonntagmorgen dann erklärte der Vatikan, Franziskus habe „gut geruht“. Zuvor, am Samstagabend, hatte der Vatikan kein Geheimnis mehr gemacht und wissen lassen, dass Franziskus unter „lang anhaltender asthmatischer Atemnot“ gelitten habe. Er habe „hochdosierten Sauerstoff“ bekommen. Außerdem habe das Oberhaupt der katholischen Kirche Bluttransfusionen erhalten. Der Grund: „eine Thrombozytopenie in Verbindung mit einer Anämie“, also eine verminderte Anzahl von Blutplättchen im Blut sowie die Unfähigkeit des Blutes, genügend Sauerstoff zu transportieren. Wie es heißt, habe der Papst selbst angeordnet, die Öffentlichkeit korrekt und klar zu informieren.

    Am Sonntagabend wurde nun bekannt: Franziskus‘ Zustand ist weiterhin kritisch. Der Papst leidet auch an einer beginnenden Niereninsuffizient, wie der Vatikan meldete. Diese sei aber unter Kontrolle. Papst Franziskus sei weiterhin „wach und gut orientiert“.

    Der Vatikan macht kein Geheimnis mehr um den Zustand des Papstes

    Seit mehr als einer Woche befindet sich Franziskus in der Klinik. Die Einlieferung hatten ihm Ärzte dringend ans Herz gelegt, nachdem der schwer erkältete Papst lange nicht auf sein eng getaktetes Regierungs- und Audienzprogramm verzichten hatte wollen. Am vergangenen Freitag gaben seine Leibärzte schließlich eine Pressekonferenz, in der deutlich wurde, wie kritisch der Zustand von Franziskus wirklich ist. „Er hat uns gesagt, und es ist so, dass beide Türen offen sind“, erklärte Sergio Alfieri, Leiter des verantwortlichen Ärzteteams. Gemeint war: Franziskus kann es schaffen, aber eben auch nicht. Als sich die Lage am Samstag verschlechterte, stand fest, dass die Therapie seiner „polymikrobiellen Atemwegsinfektion“ bislang nicht angeschlagen hat. Mit seinen 88 Jahren sei der Papst ein „fragiler Patient“, sagte Alfieri. Bekannt ist die Anfälligkeit von Franziskus für Atemwegskrankheiten. Eine Rolle spielt dabei auch, dass ihm als 20-Jähriger nach einer Infektion ein Stück des rechten Lungenflügels amputiert wurde.

    Sein enger Mitarbeiter Antonio Spadaro postete auf X schlicht das Symbol betender Hände. „Es ist der Moment, sich Gott anzuvertrauen“, sagte ein Kardinal. Zugleich verstärkte sich die Diskussion über einen möglichen Rücktritt des Papstes. Kurienkardinal Gianfranco Ravasi, auch er ein enger Wegbegleiter, hatte die Spekulationen angeheizt, indem er sagte: „Wenn er große Schwierigkeiten haben sollte, sein Amt auszuüben, wird er seine Entscheidung treffen.“ Er glaube, dass Franziskus zurücktreten könne. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, dem gute Chancen auf die Nachfolge eingeräumt werden, sprach hingegen von „unsinnigen Spekulationen“.

    Es werden schon mögliche Papst-Nachfolger gehandelt

    Diese sind längst Teil des Ringens um die Wahl eines neuen Kirchenoberhaupts: Der Chef des Glaubensdikasteriums und Intimus von Franziskus, Victor Manuel Fernández, sagte wohl auch deswegen: „Es hat keinen Sinn, dass einige Gruppen Druck im Hinblick auf einen Rücktritt machen. Das liegt allein in der Entscheidung des Heiligen Vaters.“ Er könne keine „Vor-Konklave-Atmosphäre“ erkennen. In konservativen Kirchenkreisen hingegen werden bereits Nachfolge-Kandidaten porträtiert und diskutiert, unter ihnen der konservative Erzbischof von Kinshasa, Fridolin Besungu.

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