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Nachfolger von Thomas Gottschalk: Auch Günther Jauch will „Wetten, dass..?“ nicht moderieren

Nachfolger von Thomas Gottschalk

Auch Günther Jauch will „Wetten, dass..?“ nicht moderieren

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    Thomas Gottschalk und Günther Jauch: Letzterer lehnte am Sonntagabend ab, Nachfolger als Moderator von "Wetten, dass..?" zu werden.
    Thomas Gottschalk und Günther Jauch: Letzterer lehnte am Sonntagabend ab, Nachfolger als Moderator von "Wetten, dass..?" zu werden. Foto: dpa

    Günther Jauch sagte am Sonntagabend in seinem Jahresrückblick „Menschen, Bilder, Emotionen 2011“ auf RTL, dass er "Wetten, dass.?" im ZDF nicht übernehmen wolle. "Ich glaube einfach, dass ich das nicht kann. Und als Nachfolger von dir könnte ich es gleich gar nicht", meinte er.

    Jauch reagierte damit auf die Bitte seines langjährigen Freundes und Kollegen Thomas Gottschalk. Der hatte in seiner letzten Sendung als "Wetten, dass..?"-Moderator am Samstag auch Jauch eingeladen - und ihm die Frage gestellt: „Möchtest du offiziell zusagen als Moderator von „Wetten, dass..?“ ?“

    Jauch hatte daraufhin gezögert. Er lehnte zunächst nicht ab, sagte aber auch nicht zu, sondern bat um 24 Stunden Bedenkzeit. Am Sonntagabend werde er im Jahresrückblick „Menschen, Bilder, Emotionen 2011“ auf RTL die Antwort geben. Gottschalk lud er in die Sendung ein.

    Die Zuschauer mussten allerdings viel Geduld mitbringen. Erst kurz nach 23 Uhr am Sonntagabend war es dann tatsächlich so weit: Gottschalk und Jauch trafen in der RTL-Sendung aufeinander. Er habe einen 20 Jahre alten Anzug von Gottschalk da, meinte Jauch. Nun werde er sehen, ob er in diesen hinein passe.

    Der Anzug passte tatsächlich, zumindest irgendwie. Dennoch lehnte Jauch es ab, Gottschalk zu beerben. Die beiden sprachen zunächst noch einmal über den schweren Unfall von Samuel Koch bei "Wetten, dass..?", dann ging es um die Nachfolge-Frage. Die beantwortete Jauch letztlich negativ.

    Über die Nachfolge von Thomas Gottschalk als „Wetten, dass..?“-Moderator war in den vergangenen Monaten heftig spekuliert worden.  Die Liste der Kandidaten wurde immer länger, die der Absagen auch: Anke Engelke, Hape Kerkeling, Markus Lanz, Johannes B. Kerner, Jörg Pilawa, Inka Bause, Bastian Pastewka.  Auch Barbara Schöneberger war als Kandidatin gehandelt worden und wurde von Günther Jauch am Sonntag in seine Sendung eingeladen. Doch auch sie sagte nichts zu einer möglichen Nachfolge im ZDF.

    Jauch ist seit vielen Jahren mit Gottschalk befreundet

    Nach Thomas Gottschalk: Mögliche Nachfolger für "Wetten, dass..?"

    Michelle Hunziker (34): Die Nummer zwei Plus: Charmant, elegant und nach zwei Jahren Co-Moderation «Wetten, dass..?»-erfahren. Minus: Wohl nicht jeder traut ihr zu, das ZDF-Unterhaltungsflaggschiff allein führen zu können.

    Johannes B. Kerner (46): Der Last Man Standing Plus: Nach den zahlreichen Absagen der vergangenen Wochen ist er fast der Einzige, der noch übrig ist. Könnte auch gleichzeitig die Champions League moderieren, deren Free-TV-Rechte im Sommer 2012 von Sat.1 zum ZDF wechseln. Minus: Der «nette Herr Kerner» ist bei Kritikern etwa so beliebt wie Til-Schweiger-Komödien oder RTL-II-Dokusoaps. Lässt auch den leicht anarchischen Witz von Gottschalk vermissen.

    Günther Jauch (55): Der Vertrauenswürdige Plus: Ihm gelingt einfach alles. Ob Sport, Politik, Quiz oder Gala, die Zuschauer sehen Jauch überall gern. Würde der Samstagabendunterhaltung Seriosität mit spitzbübischem Witz geben. Minus: ARD-Talk, RTL-Quiz und ZDF-Show würden kaum zusammenpassen. Außerdem vielleicht etwas zu bieder nach dem bunten Hund Gottschalk.

    Jörg Pilawa (46): Die Allzweckwaffe Plus: Pilawa gilt schon lange als feste Größe der deutschen Familien-Unterhaltung im TV. Und nach seinem Wechsel von der ARD zum ZDF fehlt ihm da noch die richtige große Aufgabe. Minus: Hat schon sehr oft mit den Worten «kein Thema» abgewunken. Will wohl nach Hape Kerkelings Absage auch nicht gern zweite Wahl sein.

    Stefan Raab (45): Das Multitalent Plus: Mit seiner ProSieben-Show «Schlag den Raab» hat er eine Art modernes «Wetten, dass..?» entwickelt. Ist als Tausendsassa immer für Überraschungen gut. Minus: Raab ist mit seinen «TV Total»-Events wie Wok-WM, Promi-Turmspringen oder Stockcar-Rennen fest im ProSieben-Geflecht verankert.

    Anke Engelke (45): Die Witzige Plus: Sie hat Humor, ist weltgewandt und polyglott. Kann die große Gala, wie sie zuletzt beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf bewies. Minus: Glänzt vor allem in ihren Figuren und mag bissige Ironie - nichts für eine weichgespülte Samstagabend-Familienshow.

    Barbara Schöneberger (37): Die Diva Plus: Groß, blond, wortgewaltig - irgendwie Gottschalk in weiblich. Minus: Manchmal etwas aufbrausend, gerne mal leicht zickig im Ton. Außerdem fühlt sie sich in Fernsehnischen wohl.

    Ina Müller (46): Die Aufgedrehte Plus: Ist selbst so lustig und quirlig, dass sie kaum Gäste braucht. Und wenn diese dann richtig mitmischen, erlebt das Fernsehen kleine Sternstunden. Minus: Manchmal sehr überdreht und kaum zu bremsen. In einer zweieinhalbstündigen Show wohl zu viel des Guten.

    Kai Pflaume (44): Plus: Der perfekte Schwiegersohn. Ihn mögen einfach (fast) alle: Kinder, Mütter, Großmütter. Kann ebenso gut mit normalen Kandidaten wie mit Prominenten umgehen. Minus: Sehr brav, hat kaum Ecken und Kanten. Ist außerdem erst von Sat.1 zur ARD gewechselt und hat dort mehrere Projekte am Laufen.

    Jóko Winterscheidt (32) und Klaas Heufer-Umlauf (28): Das ewige Duo Plus: Das wäre eine Art Fernsehrevolution. Die Ex-Viva- und derzeitigen ZDFneo-Moderatoren sind jung, frech, unkonventionell und risikofreudig. Minus: Das wäre eine Art Fernsehrevolution. Sie sind jung, frech, unkonventionell und risikofreudig - vermutlich zu viel für das gesetzte ZDF-Publikum.

    Der 55-jährige Jauch ist Moderator des Polittalks am Sonntagabend im Ersten und der Quizsendung „Wer wird Millionär“ auf RTL. Seit seiner Zeit als Moderator beim Bayerischen Rundfunk verbindet ihn eine Freundschaft mit Gottschalk, der damals ebenfalls den Nachmittag bei B3 moderierte. Bisher stand Jauch einem Engagement bei „Wetten, dass..?“ aber skeptisch gegenüber: „RTL, Das Erste und ZDF - drei Sender wären nicht nur für mich einer zu viel“, sagte er einmal.

    Während seiner langjährigen Karriere als Radio- und Fernsehjournalist war Jauch bereits für das ZDF tätig. In den 80er Jahren moderierte er die Sendungen „So ein Zoff“, „Na siehste“ und „Sag die Wahrheit“. 1988 präsentierte er zum ersten Mal „Das aktuelle Sportstudio“ und 1996 moderierte er die „Große Show der achtziger Jahre“ - gemeinsam mit Thomas Gottschalk, dem er am Sonntag nun eine Absage erteilte. bo

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