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Wann haben Sie zuletzt Brot gebacken oder Klopapier gehortet? Die Corona-Trends in Grafiken

Corona-Rückblick

Backen, Radeln, Klopapier-Horten: Diese Grafiken zeigen, was uns während Corona beschäftigt hat

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    Brotbacken hatte während der Corona-Pandemie Hochkonjunktur.
    Brotbacken hatte während der Corona-Pandemie Hochkonjunktur. Foto: Annette Ried, dpa/Montage: AZ

    Der Arbeitstag ist zu Ende, die letzte Nachricht im Homeoffice auf Microsoft Teams versendet und im Ofen backt ein frisches Sauerteigbrot. Hefe ist gerade Mangelware, aber nachher im Supermarkt gibt es hoffentlich zumindest wieder Nudeln und Klopapier. Danach noch ein wenig Fahrradfahren, am Wochenende Wandern. Es ist ja genug Zeit – Partys finden nicht statt und mit Freunden trifft man sich höchstens einzeln zum Spazierengehen.

    Vor fünf Jahren führte das Coronavirus zu derartigen Tagesabläufen – neben all den persönlichen Schicksalen und den vielen Toten, die die Pandemie auch bedeutete. In der Breite der Gesellschaft brachte sie aber viele Veränderungen im Alltag und war ein Katalysator für neue Hobbys. Wir werfen einen Blick darauf, wie sich die Interessen der Menschen durch Corona verändert haben und was daraus geworden ist.

    Wikipedia-Artikel zum Thema Hefe: Vier mal höhere Aufrufzahlen in der Pandemie

    Ein Indiz, wie groß der Einfluss der Pandemie auf den Alltag der Menschen in Deutschland war, ist die Wikipedia. Die freie Enzyklopädie ist oft die erste Anlaufstelle, wenn Menschen etwas Neues ausprobieren und sich darüber informieren. Denn wer „Sauerteig“ googelt, erhält als einen der ersten Treffer den entsprechenenden Wikipedia-Eintrag. Dieser informiert dann bestens über die Geschichte des Sauerteigs – beginnend mit Plinius dem Älteren im Jahr 79 nach Christus – verschiedene Sauerteig-Arten und auch darüber, wie man diese ansetzen kann.

    Von März 2020 an schnellten die Aufrufe in die Höhe, weil Brotbacken in der Pandemie zum Trend wurde. Damals traten die ersten Kontaktbeschränkungen in Deutschland in Kraft, erst Anfang Mai gab es Lockerungen. Der deutsche Wikipedia-Artikel zum Thema Sauerteig erreichte im April 2020 sein Allzeit-Hoch – ganz ähnlich entwickelte sich auch der Eintrag zum Thema Backhefe. Im zweiten Corona-Jahr war die Nachfrage nach den Artikeln dann schon deutlich niedriger, bevor sie sich wieder auf ein Vor-Pandemie-Level einpendelte.

    Radeln, Garteln, Wandern: Hobbys in der Corona-Zeit

    Auch außerhalb der eigenen Wohnung gibt es kontaktarme Hobbys, die in der Corona-Zeit beliebter wurden: Die Einträge zu den Themen Radfahren, Wandern und Gartenarbeit – Wikipedia fasst letztere unter dem Schlagwort „Gartenbau“ zusammen – wurden vor allem im Frühjahr 2020 besonders oft aufgerufen.

    Ein anderer „Trend“ war das veränderte Einkaufsverhalten: Nudeln und Toilettenpapier wurden zur Mangelware. Nicht, weil davon weniger geliefert worden wäre, sondern weil Menschen plötzlich viel mehr davon kauften. In Drogerien und Supermärkten hingen nicht selten Schilder, die darum baten, Hamsterkäufe zu unterlassen – und dass nur noch eine Packung Toilettenpapier pro Kunde abgegeben werde. Die leeren Toilettenpapierregale sorgten offensichtlich dafür, dass mehr Menschen den Begriff googelten und auf dem Wikipedia-Artikeln landeten. Wer kein Klopapier kaufen konnte, informierte sich also beispielsweise über Formen, Herstellung, Geschichte und Verbreitung des begehrten Gutes.

    „Nur ein Päckchen Toilettenpapier pro Person“: Hamsterkäufe in der Pandemie

    Auch der Artikel „Hortung“, auf dem Wikipedia-Nutzende landen, wenn sie „Hamsterkäufe“ suchen, wurde im März 2020 so oft wie nie aufgerufen. Bei Nudeln ist hingegen nur ein sehr geringer Anstieg zu beobachten. Und auch das Interesse nach Toilettenpapier und Hamsterkäufen ließ auf der Wikipedia schnell wieder nach.

    Nicht nur das Privatleben veränderte sich – auch im Job gab es große Umwälzungen. Büroarbeit wurde innerhalb kürzester Zeit ins Homeoffice verlagert. Das zeigt sich beispielsweise an den Aufrufen des Wikipedia-Artikels zum Programm Microsoft Teams. Das Interesse stieg im ersten Lockdown stark an, doch auch im zweiten Lockdown gegen Ende des Jahres 2020 gab es einen weiteren Höhepunkt. Noch einmal verstärkt nachgefragt wurde der Eintrag dann ab Ende 2021. Damals begann die Omikron-Welle und in Deutschland wurden die höchsten Infektionszahlen überhaupt gemeldet. Etwas weniger stark stiegen die Aufrufzahlen des Artikels zum Teams-Konkurrenten Slack, der zu Beginn der Pandemie schon seit einigen Jahren etabliert war.

    Während Teams und Slack im beruflichen Kontext den digitalen Austausch ermöglichen, setzten die Menschen im privaten Raum auf verschiedene Dienste: Videotelefonate wurden beispielsweise über Zoom, Whatsapp oder über Skype geführt. Dabei war Skype vor der Pandemie eigentlich der klare Platzhirsch in diesem Bereich – „skypen“ steht als Synonym für videotelefonieren sogar im Duden. In der ersten Corona-Welle wuchs auch die Nachfrage auf Wikipedia, doch später wurde es ruhiger. Ein kleiner Anstieg erfolgte dann erst wieder im Februar 2025: Da gab Microsoft bekannt, den Dienst im Mai einzustellen.

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