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Goldschakal breitet sich in Deutschland aus

Größer als ein Fuchs

Der Goldschakal breitet sich in Deutschland aus

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    Goldschakale sind in den Deutschen Wäldern auf dem Vormarsch.
    Goldschakale sind in den Deutschen Wäldern auf dem Vormarsch. Foto: Felix Böcker, dpa (Archivbild)

    Er ist kleiner als ein Wolf und größer als ein Fuchs: Der Goldschakal wandert in Deutschland ein. Das Tier ist vielen Menschen bisher unbekannt, doch er ist auf dem Vormarsch. «Wir müssen uns auf eine weitere Ausbreitung in Deutschland einstellen», sagte Felix Böcker von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg der Deutschen Presse-Agentur.

    Goldschakale sind am nächsten mit dem Wolf verwandt. Bundesweit habe es in den vergangenen vier bis fünf Jahren mehr Nachweise gegeben. Auch Wissenschaftler seien deshalb aufmerksamer geworden.

    Goldschakale sind nicht „invasiv“

    «Ich bin sehr gespannt, wie die Gesellschaft mit dem Thema umgeht», sagte Böcker mit Blick auf die Ausbreitung. «Den Wolf hat man als gefährlich im Hinterkopf. Beim Goldschakal weiß man nicht, was kommt.»

    Noch ist nicht eindeutig geklärt, was mit dem Ökosystem passiert, wenn sich der Goldschakal ausbreitet. Es fehlen dem Experten zufolge aber Nachweise, dass sich der Goldschakal negativ auf das heimische Ökosystem auswirkt. Er gilt deshalb nicht als «invasiv».

    Goldschakale werden leicht mit dem Fuchs verwechselt

    Das Wildtier kann mit seinem gelbgrauen, manchmal rötlichen Fell leicht mit einem Fuchs verwechselt werden. Der Schwanz des Goldschakals ist aber wesentlich kürzer. Der Fuchs habe an den Ohren schwarze Rückseiten - der Goldschakal nicht, so Böcker.

    Goldschakale sind scheu, meiden den Kontakt mit Menschen und sind nur sehr selten zu sehen, teilt der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) auf seiner Internetseite mit. «Sie stellen keine Gefahr für den Menschen dar.»

    Goldschakale reißen selten Schafe

    Experten meldeten Nachwuchs der Tiere in den baden-württembergischen Kreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz sowie im niedersächsischen Kreis Uelzen. Es gebe Gegenden, in denen es wohl auch Fortpflanzung gibt, sagte Böcker. Einen Beleg dafür gibt es nicht. Der Goldschakal ist in Deutschland geschützt. Es sei deshalb rechtlich nicht möglich, das Tier zu jagen, sagt die FVA.

    Im Unterschied zum Wolf jagt der Goldschakal kleinere Beutetiere wie Mäuse, Ratten, Kaninchen und Hasen. Aber er kann auch Rehe und Schafe erbeuten: «Es gibt Fälle von gerissenen Nutztieren in Deutschland, es waren in allen Fällen Schafe», sagte Böcker. Und tote Tiere? «Da ist er ganz schnell da.» Man müsse aber genau prüfen, ob der Goldschakal das Tier tatsächlich getötet oder nur «nachgenutzt» habe, meinte der Experte.

    In Ungarn hat sich der Goldschakal rasant verbreitet

    Wie viele Goldschakale es in Deutschland genau gibt, ist nicht bekannt. Der erste Goldschakal in Deutschland wurde im Jahr 1997 entdeckt. «In Ungarn ist es sehr schnell verlaufen», sagte Böcker. «Von den ersten Nachweisen bis zu einer flächendeckenden Besiedlung hat es nicht lange gedauert.» (mit dpa)

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