Derzeit herrscht große Sorge um den amtierenden Papst. Seit Freitag, 14. Februar, liegt der Pontifex in einem Krankenhaus in Rom. Grund ist eine polymikrobielle Infektion sowie eine beidseitige Lungenentzündung des 88-Jährigen. Dem Vernehmen nach machen sich einige Wahlberechtigte bereits für eine Papstwahl bereit. Doch wie läuft diese ab? Alles, was Sie dazu wissen müssen:
Wer ist derzeit Papst und seit wann?
Seit dem 13. März 2013 ist der aus Argentinien stammende Papst Franziskus in seinem Amt als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Papst Franziskus heißt mit bürgerlichem Namen Jorge Mario Bergoglio. Mit ihm wurde zum ersten Mal ein Jesuit und Nichteuropäer Papst. Er wurde am 17. Dezember 1936 in Buenos Aires geboren. Im Dezember 2024 feierte er seinen 88. Geburtstag.

Wie nennt man eine Papstwahl?
Die Wahl eines neuen Papstes wird auch Konklave genannt. Das Konklave beschreibt die Versammlung der Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle in Rom, die zur Wahl eines neuen Papstes einberufen wird, heißt es im Online-Lexikon katholisch.de. Bis zum Abschluss der Wahl bleibt das Konklave demnach von der Außenwelt streng abgeschlossen. Das Wort Konklave stammt vom lateinischen „cum clave“ ab, was so viel heißt wie „mit dem Schlüssel“. Es bedeutet, dass die Wahl hinter verschlossenen Türen stattfindet. Auch die Nutzung von Medien, Aufnahmegeräten und Telefonen ist den Papstwählern untersagt.
Die wahlberechtigten Kardinäle wohnen während der Dauer der Wahl im Gästehaus Santa Marta auf dem Gelände des Vatikanstaates; alle sind auf strengste Geheimhaltung verpflichtet. Das Konklave wurde 1216 mit der Absicht eingeführt, die versammelten Kardinäle zu schützen und die Papstwahlen zu beschleunigen, informiert etwa die Webseite planet-wissen.de.
Wann wird der nächste Papst gewählt?
Wenn der amtierende Papst entweder verstirbt oder von seinem Amt zurücktritt, setzt die sogenannte Sedisvakanz ein. Also die Zeit, in der das Amt des Papstes unbesetzt ist, heißt es bei radiovaticana.va. Tritt der Tod ein, folgt eine neuntägige Trauerzeit. Zeitgleich erfolgt der Aufruf zum Konklave an die Kardinäle. Die Wahlhandlungen dürfen jedoch frühestens 15, aber spätestens 20 Tage nach dem Eintreten der Vakanz aufgenommen werden. So soll sichergestellt werden, dass alle Kardinäle genug Zeit haben, sich im Vatikan einzufinden.
Wie läuft die Papstwahl ab?
Die Abläufe der Papstwahl wurden zuletzt von Papst Johannes Paul II. in seiner Schrift „Universi Dominici Gregis“ von 1996 nahezu minutiös geregelt, informiert etwa das Bistum Augsburg. Das Konklave beginnt, wenn alle Wähler anwesend sind. Am Nachmittag des ersten Konklavetages kann eine Wahl durchgeführt werden. Jeder Kardinal schreibt den Namen seines Wunschkandidaten auf Wahlzettel mit der vorgedruckten Aufschrift „Eligo in Summum Pontificiem“ (lateinisch für „Ich wähle als Papst“) und faltet den Zettel doppelt. In Reihenfolge der Rangordnung treten die Kardinäle nun einzelnen vor den Altar, halten den Zettel in die Höhe und stecken ihn nach einem kurzen Gebet in die Wahlurne.
Drei Wahlhelfer zählen unabhängig voneinander die Stimmen aus. Dann müssen die Stimmzettel verbrannt werden, bevor die wahlberechtigten Kardinäle die Sixtinische Kapelle verlassen. Daraufhin wird das sagenumwobene Wahlöfchen in die Kapelle geholt und aufgestellt. Mit diesem Öfchen wird dann das Wahlergebnis bekannt gegeben.
Um die Papstwahl zu gewinnen, ist eine Zweidrittelmehrheit notwendig. Bei jedem Wahlgang scheiden die weniger beliebten Kandidaten aus, bis nur noch einige wenige Favoriten übrig sind. Papst Johannes Paul II. veränderte die Wahlregel in der Hinsicht, dass nach dreißig erfolglosen Wahlgängen bei einer Stichwahl die absolute Mehrheit entscheidet. Es muss also nicht mehr wie bis 1978 ein Kompromisskandidat gesucht werden. Weiterhin legte der jetzige Papst fest, dass bei einer Anzahl von Kardinälen (meist etwa 120), die nicht durch drei teilbar ist, für die Gültigkeit der Papstwahl eine Stimme mehr erforderlich ist.
Bis zur erfolgreichen Wahl werden an allen anderen Tagen in der Regel vormittags und nachmittags jeweils zwei Wahlen (also vier Wahlen am Tag) durchgeführt. Nach drei Tagen wird die Wahlhandlung für maximal einen Tag unterbrochen. Nach erfolglosen Wahlgängen an den ersten drei Tagen darf nur noch unter denjenigen beiden Kandidaten gewählt werden, die bis dahin die meisten Stimmen erhalten haben.

Von wem wird der Papst gewählt?
Wahlberechtigt sind nur die Kardinäle unter 80 Jahren. Laut den Vatikan News besteht das Kardinalskollegium derzeit aus 256 Kardinälen (Stand 2024). Den nächsten Papst dürfen aber nur diejenigen wählen, die zum Zeitpunkt des Papsttodes oder -rücktritts unter 80 Jahre alt sind. Das sind derzeit 122 Männer.
Mit welcher Formel wird der neue Papst verkündet?
Das Konklave endet damit, dass der zukünftige Papst gefragt wird, ob er die Wahl annimmt und welchen Papstnamen er in Zukunft tragen wird. So steht es in den Wahlregeln. Ihm werden die päpstlichen Insignien angelegt und die Kardinäle schwören ihm Gehorsam.
Nach dem Beten des „Te Deum“ öffnen sich die Türen der Sixtinischen Kapelle und das Konklave ist beendet. Der Kardinalprotodiakon tritt mit der Formel „Annuntio vobis gaudium magnum, habemus Papam!“ (lateinisch für: „Ich verkünde euch eine große Freude, wir haben einen Papst!“) an die Öffentlichkeit.
Was bedeutet die Farbe des Rauchs bei einer Papstwahl?
Die Wahlzettel werden nach jedem erfolglosen Wahlgang in einem speziellen Ofen mit nassem Stroh und Öl oder Pech verbrannt. So entsteht der schwarze Rauch, der durch den Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigt und den Wartenden anzeigt, dass es noch keinen neuen Papst gibt.

Wenn schließlich ein neuer Papst gefunden wurde, wird den Wahlzetteln Werg (Flachs) beigemischt, durch den sich der Rauch weiß färbt - das Zeichen für eine erfolgreiche Papstwahl.

Wie lange dauert die längste Papstwahl?
Meist genügen heute etwa drei bis vier Tage, bis sich das Konklave auf einen neuen Papst geeignet hat. Im Mittelalter sah dies ganz anders aus: Das Konklave 1268 dauerte sagenhafte 1005 Tage, berichtet katholisch.de.
Wann war die letzte Papstwahl?
Im Konklave 2013, das am 12. März 2013 begann, wurde am 13. März 2013 im fünften Wahlgang der bisherige Erzbischof von Buenos Aires und Primas von Argentinien, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, zum Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. gewählt.

Wie hießen die letzten Päpste?
- Papst Franziskus: Seit 2013
- Papst Benedikt XVI: 2005 – 2013
- Papst Johannes Paul II: 1978 – 2005
- Papst Johannes Paul I: 1978
- Papst Paul VI: 1963 – 1978
- Papst Johannes XXIII: 1958 – 1963
- Papst Pius XII: 1939 – 1958
- Papst Pius XI: 1922 – 1939
- Papst Benedikt XV: 1914 – 1922
- Papst Pius X: 1903 – 1914
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