Startseite
Icon Pfeil nach unten
Panorama
Icon Pfeil nach unten

Erdbebenserie : Santorin kommt nicht zur Ruhe

Erdbebenserie

Santorin kommt nicht zur Ruhe

    • |
    • |
    • |
    Auf Santorini bebt seit zwei Wochen die Erde.
    Auf Santorini bebt seit zwei Wochen die Erde. Foto: Petros Giannakouris, AP/dpa

    Die griechische Kykladeninsel Santorin kommt nicht zur Ruhe. Seit zwei Wochen bebt die Erde, mitunter im Minutentakt. Die Erdstöße werden immer heftiger. Mehr als zwei Drittel der Bewohner und Besucher haben die Insel bereits verlassen. Was steht Santorin noch bevor?

    Seit die unheimliche Bebenserie am 24. Januar begann, haben die Seismografen fast 7000 Erdstöße registriert. Und die Häufigkeit nimmt zu: Allein am Donnerstag ereigneten sich bis 15 Uhr 24 Beben der Magnitude vier und darüber. Am Mittwochabend hatte das bisher heftigste Beben die Insel erschüttert. Es wurde mit 5,2 Grad gemessen. Und es könnte noch schlimmer kommen: Die meisten Seismologen meinen, dass das Hauptbeben noch bevorsteht.

    Erdbeben auf Santorin: Seismologe nennt drei mögliche Szenarien

    Der Seismologe Efthymios Lekkas sagte am Donnerstag im Radiosender Skai, er halte drei Szenarien für möglich. Nummer eins: Die Bebenserie dauert noch einige Tage oder Wochen an und verebbt dann einfach. Das zweite Szenario ist laut Lekkas ein Hauptbeben mit einer Magnitude von etwa 5,5. Dadurch würden die Spannungen im Gestein der Bruchzone abgebaut, ohne dass es zu größeren Schäden kommt. Szenario Nummer drei, das Lekkas aber für „sehr unwahrscheinlich“ hält, wäre ein Beben der Größenordnung von sechs Grad auf der Richterskala. Das könnte Gebäudeschäden und Felsabbrüche an den Steilküsten der Vulkaninsel verursachen.

    Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte wurden immer mehr Hotels und Pensionen unmittelbar am Kraterrand gebaut, weil man von dort den besten Blick auf die tief unten liegende Bucht hat. Bei einem schweren Erdbeben sind diese Gebäude besonders gefährdet, weil es an der Steilküste zu Erdrutschen und Felsabbrüchen kommen kann. Zu den Küstenregionen, in denen Erdrutsche drohen, gehört auch der Fährhafen Athiniou. Die örtlichen Behörden haben inzwischen Evakuierungspläne aufgestellt, um im Katastrophenfall Menschen von anderen, kleineren Häfen aufs Festland bringen zu können.

    Wissenschaftler warnen vor der Gefahr von Tsunamis im Mittelmeer

    Dass die Bebenserie Vorbote einer Eruption des Vulkans von Santorin ist, glauben die meisten Wissenschaftler nicht. Sie warnen aber vor der Gefahr von Tsunamis, wenn es zu einem schweren Beben unter dem Meeresgrund kommen sollte. Solche Flutwellen könnten auch auf den umliegenden Inseln Menschen in Gefahr bringen.

    Während immer neue Erdstöße die Insel erschüttern, herrscht in den Ortschaften eine gespenstische Ruhe. Die Straßen und Gassen sind fast menschenleer, die meisten Geschäfte und Restaurants haben dicht gemacht. Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Über 10.000 Menschen haben in den vergangenen Tagen die Insel verlassen. Auch die meisten der rund 1600 Urlauber, die sich jetzt auf der Insel aufhielten, sind abgereist. Viele Zurückgebliebene sind mit ihren Kräften am Ende. Die Menschen haben wegen der ständigen Erdstöße seit Tagen nicht geschlafen.

    Unter Hoteliers wächst die Sorge, dass die Touristen ausbleiben

    Unter den Hoteliers, Ferienhausvermietern und Gastwirten wächst die Sorge. Private Vermieter melden bereits Stornierungen. Dabei handelt es sich vor allem um Buchungen für die Monate April und Mai. Santorin hatte im vergangenen Jahr etwa 3,5 Millionen ausländische Besucher. Davon waren 1,3 Millionen Kreuzfahrttouristen. Für dieses Jahr sah es zunächst sehr gut aus. Die Buchungen lagen um zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Jetzt fürchten Hoteliers, dass die Gäste wegbleiben, wenn die Bebenserie andauert – oder es gar zu einer großen Katastrophe kommt.

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Registrieren sie sich

    Sie haben ein Konto? Hier anmelden