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Digitalisierung: Immer mehr Apps für die Polizeiarbeit

Digitalisierung

Immer mehr Apps für die Polizeiarbeit

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    Verkehrsunfall oder Diebstahl: Polizisten können immer mehr Sachverhalte per Diensthandy bearbeiten (Archivbild).
    Verkehrsunfall oder Diebstahl: Polizisten können immer mehr Sachverhalte per Diensthandy bearbeiten (Archivbild). Foto: Arne Dedert/dpa

    Unterwegs mit Stift und Notizblock - das soll bei der hessischen Polizei immer mehr der Vergangenheit angehören. Auf den Diensthandys der Polizistinnen und Polizisten gibt es inzwischen 18 eigens entwickelte Polizei-Apps, mit denen etwa Verkehrsunfälle oder Strafanzeigen rein digital aufgenommen werden können. Weitere Anwendungen sind in Vorbereitung, wie der Leiter des «Innovation Hub 110», Bodo Koch, der Deutschen Presse-Agentur sagte.

    Der «Hub» im Frankfurter Westhafen ist die Softwareschmiede der hessischen Polizei. «Durch unsere mobile Strategie sind wir nah an den Bürgerinnen und Bürgern», sagt Koch. Ziel sei, mehr Service zu bieten. Alle rund 22.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hessischen Polizei seien dazu mit persönlich zugewiesenen Smartphones ausgestattet worden.

    Datenaustausch per QR-Code

    Mit der App zur Aufnahme eines Verkehrsunfalls lassen sich unter anderem Ausweise einscannen, der Ort wird automatisch per Geolokalisation eingefügt. Der Austausch von Kontaktdaten zwischen den Unfallbeteiligten könne so digital per QR-Code erfolgen. «An solchen Features arbeiten wir sehr intensiv, damit es draußen auf der Straße für die Bürgerinnen und Bürger schnell geht», sagt Koch.

    Es gehe auch um effiziente Polizeiarbeit: Früher seien die Daten und Angaben per Hand mit Stift und Block aufgeschrieben und auf der Dienststelle in das System übertragen worden. Die Apps beschleunigten die Arbeit und minimierten Fehlerquellen.

    «Es handelt sich um ein App-Ökosystem, das bedeutet, dass die Apps untereinander kompatibel sind», sagt Koch. Um Missbrauch zu verhindern, muss bei Datenabfragen eine biometrische Freigabe erfolgen.

    Gesamte Polizeiarbeit per App

    Die Entwicklung weiterer Apps läuft. «Ziel ist, die gesamte Polizeiarbeit der Kollegen und Kolleginnen draußen auf der Straße abzubilden», sagt Koch, Vizepräsident des Hessischen Polizeipräsidiums für Technik und Chief Digital Officer (CDO) der hessischen Polizei.

    Auch Hilfe beim Übersetzen gibt es für die Beamtinnen und Beamten per App. «Dies haben wir nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sehr schnell entwickelt und die ukrainische Sprache als eine der ersten überhaupt implementiert, um mit den Geflüchteten leichter kommunizieren zu können.»

    Eine wichtige Neuentwicklung unterstützt bei der Sicherstellung von Gegenständen, sogenannten Asservaten. So müssten keine Papierformulare mehr ausgefüllt werden, wenn etwa bei einem Beschuldigten ein Handy sichergestellt wird.

    Test in Modellrevieren

    Neue Apps werden zunächst in Modellrevieren getestet, die es in allen sieben Flächenpräsidien in Hessen gibt. «Von dort bekommen wir Feedback aus der Polizeipraxis, sodass wir wissen, welche technischen Neuerungen für die Kolleginnen und Kollegen brauchbar sind – und welche womöglich auch nicht», sagt Koch.

    In den Modellrevieren ist der «Arbeitsplatz der Zukunft» installiert. Die Polizistinnen und Polizisten sind dort auch mit Tablets ausgestattet, die sie auf dem Revier mit einem Monitor verbinden können, um daran direkt mit den Apps weiterzuarbeiten.

    Verkehrsunfall oder Diebstahl: Polizisten können immer mehr Sachverhalte per Diensthandy bearbeiten (Archivbild).
    Verkehrsunfall oder Diebstahl: Polizisten können immer mehr Sachverhalte per Diensthandy bearbeiten (Archivbild). Foto: Arne Dedert/dpa
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