Startseite
Icon Pfeil nach unten
Panorama
Icon Pfeil nach unten

DDR-Raumfahrt: Sigmund Jähn: Der ewige Kosmonaut

DDR-Raumfahrt

Sigmund Jähn: Der ewige Kosmonaut

    • |
    • |
    Sigmund Jähn 1978.
    Sigmund Jähn 1978.

    Seine Anhänger empfangen Sigmund Jähn bei allen seinen seltenen öffentlichen Auftritte noch immer wie einen Popstar: Mehr als 30 Jahre nach seinem historischen Flug ist der Kosmonaut in der ehemaligen DDR unvergessen. Vielen Westdeutschen sagt sein Name hingegen wenig. Am kommenden Montag nun wird der erste Deutsche im All 75 Jahre alt.

    Am 26. August 1978 war Jähn gemeinsam mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski mit einer Rakete vom Typ Sojus ins All gestartet. Die beiden umkreisten 125 Mal die Erde und führten an Bord zahlreiche wissenschaftliche Experimente durch. Am 3. September kehrten sie zur Erde zurück. Die SED feierte den knapp achttägigen Flug als Beweis für die Überlegenheit des Sozialismus und baute Jähn zu einer nationalen Identifikationsfigur auf.

    Sigmund Jähn: Sein Gesicht ziert Münzen, Briefmarken und Plakate

    Sein Gesicht zierte eine Gedenkmünze, Briefmarken und Plakate. Das Fernsehen zeigte Sondersendungen. Trotz des Trubels um seine Person betonte der Oberstleutnant der Nationalen Volksarmee (NVA) schon damals, er fühle sich nicht als Held der DDR. Und dennoch: Das Interesse an ihm ist besonders in den neuen Bundesländern bis heute ungebrochen.

    Er sei vor allem von der Landung „durchaus beeindruckt“ gewesen, sagte Jähn vor Kurzem in einem Interview. Seine Raumkapsel überschlug sich damals mehrmals, der Kosmonaut erlitt eine bleibende Verletzung an der Wirbelsäule – was die SED-Propaganda verschwieg. Dass gerade er für den Flug ausgewählt wurde, sei auch mit „Zufall und Glück“ verbunden gewesen.

    Nach der Wende war der Kosmonaut unter anderem als Berater für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) tätig. Heute lebt Jähn mit seiner Frau in Strausberg und hat eine Datsche im Vogtland. Ganz bodenständig. dpa, AZ

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden