Duschen, Waschen, Planschen: Im Badezimmer entsteht viel Dampf. Und ein Tropfen Wasser bleibt selten allein: Auf ihm bleiben viele Staub- und Schmutzpartikel haften. Zusammen ergibt das die perfekte Lebensgrundlage für Schimmel. Ein wichtiger Schritt zur Vermeidung der schwarzen Flecken ist deshalb der Kampf gegen die Feuchtigkeit.
Lüften Das heißt für Birgit Holfert, Energieexpertin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, vor allem: lüften. In einer kleinen Wohnung mit nur einem Wohnraum sei das ein- bis zweimal am Tag wichtig, in Wohnungen mit vier Zimmern sogar vier- bis fünfmal. Das Fenster sollte dabei fünf bis zehn Minuten komplett geöffnet sein, nicht nur gekippt.
Heizen Warme Luft nimmt Feuchtigkeit besser auf als kalte. Die optimale Temperatur im Bad liegt zwischen 21 und 23 Grad. Der Heizkörper sollte nicht durch Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen abgedeckt sein. Die Frischluft muss gut an alle feuchten Stellen kommen – Feuchtigkeit kondensiert am ehesten an kalten Flächen, also an Außenwänden oder in Bodennähe.
Schimmel: Nach dem Duschen die Fliesen abspülen
Trocken halten Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle. Sie sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Messen lässt sich das über ein Hygrometer, das es im Baumarkt ab etwa 10 Euro gibt. Der Raum sollte möglichst trocken und sauber bleiben. Also: Nach dem Duschen die Fliesen mit klaren Wasser abspülen, ebenso wie die Trennwand abziehen oder mit einem Tuch trocken reiben, Duschvorhänge ausbreiten und den Badewannenrand abtrocknen. Und dann stoßlüften.
Schimmel bekämpfen Und wenn der Schimmel schon da ist? Dafür braucht es keine Spezialprodukte, betont die Stiftung Warentest. Kleine Flecken lassen sich mit 70-prozentigem Alkohol aus der Apotheke, mit Brennspiritus oder mit zehnprozentigem Wasserstoffperoxid entfernen. Die Mittel sollten am besten mit einer Sprühflasche oder mit einem Pinsel auf die befallenen Stellen aufgetragen werden. Trocknen lassen und erneut einpinseln, nach 30 Minuten mit Papiertüchern abwischen. Wichtig: Währenddessen das Fenster geöffnet lassen.
Von speziellen Schimmelpräparaten rät die Stiftung Warentest wie auch der Verband Baubiologie ab. Diese sind reizend oder gar ätzend – und belasten die Umwelt. Größere und wiederkehrende Flecken sollte ein Fachmann überprüfen und die betroffenen Stellen sanieren. Dieser kann auch die Ursache feststellen.
Schimmel: Glatte Oberflächen lassen sich gut sauber halten
FliesenDen Spritzwasserbereich sollten glatte und wasserresistente Oberflächen umgeben. Das können neben Fliesen auch Granitoberflächen sein, sagt Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft. In kleinen oder fensterlosen Bädern helfe unter Umständen eine Dampfsperrfolie. Diese wird zwischen Wand und Fliesen eingebaut und verhindert, dass Feuchtigkeit in die Wand kommt und es dort schimmelt.
Spezieller Putz Glatte Oberflächen lassen sich gut sauber halten. Ein Bad müsse aber nicht unbedingt an allen Wänden Fliesen haben, sagt Sanitärexperte Wischmann. Corinna Kodim vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland hält ein komplett gefliestes Bad für unnötig teuer und kontraproduktiv. Stattdessen rät sie zu Kalkputzen, etwa an Wänden ohne hohe Spritzwasserbelastung und unterhalb der Decke. „Das sind Stoffe, die eine Löschblattwirkung haben.“ Ist die Luft nach dem Duschen feucht, nimmt der Putz den Dampf auf. Das führe dazu, dass sich weniger Wassertropfen an allen anderen Oberflächen absetzen. Das Schimmelrisiko in Nischen und Ecken sinkt damit. Der Putz hingegen trocknet nach einiger Zeit wieder. Auch offenporiges Holz in Form von Möbeln oder Deckenplatten könne als Zwischenspeicher für Flüssigkeit fungieren.
Für Fugen gibt es Silikon, das gegen Schimmel hilft
Neu verfugen Doch ewig halten nicht alle Materialien den Pilzen stand: Nicht nur in kalten Ecken, sondern auch an Fugen sammeln sich Wasser und Schmutz gerne an. Nach zehn Jahre, bei guter Pflege erst nach 20 Jahren sollten Hausbesitzer sie neu verfugen. Inzwischen gibt es dafür immerhin schimmelhemmendes Silikon. dpa/sok