Ingolstadt muss sparen, in der Stadtratssitzung vom 10. April soll der Haushalt für dieses Jahr beschlossen werden. Gleichzeitig legt die Verwaltung einen Grundsatzbeschluss vor, in dem es um die Konsolidierungsmaßnahmen bis zum Jahr 2028 geht. Dabei ist vorgesehen, pro Jahr rund 25 Millionen Euro einzusparen.
Eine erste Reduzierung der Personalkosten soll bereits 2026 wirksam werden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Ingolstadt. Durch eine pauschale Kürzung der Personalausgaben sollen rund sechs Millionen Euro jährlich eingespart werden. Dies bedeutet, dass zum Jahresende 2025 insgesamt 75 bis 80 Vollzeitäquivalente in der Kernverwaltung eingezogen werden. Dies geschieht ohne betriebsbedingte Kündigungen im Rahmen der natürlichen Fluktuation. Durch Ruhestand oder Ausscheiden werden jährlich rund 200 Vollzeitäquivalente frei – aus diesem Reservoir erfolgt die Kürzung durch ämterinterne Umorganisationen, teilt die Stadt Ingolstadt mit.
Ingolstadt will auch bei den freiwilligen Leistungen sparen
Die Einschränkung freiwilliger Aufgaben und Leistungen ist der umfangreichste und komplexeste Arbeitsbereich, der im Zuge einer detaillierten Aufgabenkritik erfolgen wird. Grundlegend soll der Stadtrat hierzu im Juni entscheiden, Ausarbeitung und Umsetzung erfolgen in Abschnitten innerhalb von drei Jahren. Insgesamt sollen dadurch zehn bis zwölf Millionen Euro Einsparungen erzielt werden. Im Zuge dieses Prozesses werden die einzelnen Positionen im Detail auf Einsparmöglichkeiten hinsichtlich möglicher Reduzierung von Personal- und Sachausgaben geprüft.
Parallel soll auch bei den sogenannten „pflichtigen Leistungen“ geprüft werden, ob durch weitere Prozessoptimierung oder Automatisierung oder durch eine Senkung in Qualität und Umfang der Leistungen Einsparungen möglich sind.
Zur Ausschöpfung aller Einnahmemöglichkeiten sollen dem Stadtrat in der Junisitzung Vorschläge zum möglichen Verkauf städtischer Grundstücke und Immobilien einerseits und zur Erhöhung von Einnahmepositionen andererseits vorgelegt werden. Hierdurch werden rund acht Millionen Euro Beitrag zur Konsolidierung erwartet.
Ingolstadt will weniger Kredite für Bauprojekte aufnehmen
Ein weiterer Fokus liegt auf den Bauinvestitionen, die aufgrund der Komplexität im Lauf des Frühjahrs gesondert in einer eigenen Sitzung des Interfraktionellen Arbeitskreises (IAK) betrachtet werden sollen. Konsolidierungsziel ist es, die geplante Kreditaufnahme für Bauprojekte zu verkleinern und damit die Zinslast im Verwaltungshaushalt zu reduzieren.
Bereits im Herbst 2024 hat der damalige Oberbürgermeister Christian Scharpf angesichts der angespannten Finanzlage die Verwaltung mit der Erarbeitung eines zweiten Konsolidierungspakets beauftragt und einen interfraktionellen Arbeitskreis (IAK) ins Leben gerufen. Seitdem wurden die finanziellen Rahmenbedingungen analysiert und Lösungsansätze entwickelt. (AZ)
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