Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neu-Ulm
Icon Pfeil nach unten

Vier Unfälle auf A7: Sprinterfahrer wird schwer verletzt, Hubschrauber im Einsatz

Neu-Ulm/Senden

Vier Unfälle auf A7: Sprinterfahrer wird schwer verletzt, Hubschrauber im Einsatz

    • |
    • |
    • |
    Auf der A7 kam es auf Höhe von Finningen und Steinheim zu einem schweren Unfall.
    Auf der A7 kam es auf Höhe von Finningen und Steinheim zu einem schweren Unfall. Foto: Thomas Heckmann

    Eine Unfallserie auf der A7 hat am Dienstagvormittag Polizei und Rettungskräfte herausgefordert. Insgesamt vier Unfälle ereigneten sich auf dem Streckenabschnitt zwischen Vöhringen und Nersingen in Fahrtrichtung Norden. Ein 44-jähriger Fahrer eines Sprinters wurde schwer verletzt. Ein Hubschrauber war im Einsatz. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau. Die ersten beiden Unfälle ereigneten sich kurz nach 8 Uhr unabhängig voneinander. Ein Auto war nach ersten Erkenntnissen der Polizei zu schnell unterwegs, als es am Dreieck Hittistetten von der A7 auf die B28 in Richtung Neu-Ulm wechseln wollte.

    Unfall auf A7 bei Neu-Ulm: Lkw kracht in Sicherungsanhänger

    Wesentlich schwerer war der Unfall auf Höhe des Neu-Ulmer Stadtteils Steinheim, rund zwei Kilometer vor der Ausfahrt Nersingen. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei besserten hier gerade auf dem rechten Fahrstreifen Frostschäden an der Fahrbahndecke aus. Dazu wurde die rechte Spur mit einem Sicherungsfahrzeug gesperrt. Ein rot-weiß markierter Anhänger mit gelben Blinkleuchten machte darauf aufmerksam.

    Der 39-jährige Fahrer eines mit Stückgut beladenen Lastwagens bemerkte die Sperrung offensichtlich zu spät und rammte ungebremst den Anhänger, der auf das Zugfahrzeug geschoben wurde. Jenes Fahrzeug war mit einem Streuautomat sowie Streusalz-Vorräten und einer Solelösung beladen. Durch den Aufprall wurde mindestens ein Soletank beschädigt und die Salzlösung, die normalerweise Glatteis verhindert, lief plätschernd auf die Autobahn.

    Die Arbeiter auf der Fahrbahn blieben dank des schweren Fahrzeuges hinter ihnen unverletzt, der Fahrer im Fahrzeug wurde durch den Auffahrunfall aber verletzt. Auch der Unfallverursacher verletzte sich leicht.

    Weg zur Unfallstelle erschwert: Autofahrer bilden auf A7 keine ausreichende Rettungsgasse

    Für die Rettungskräfte war die Anfahrt zur Unfallstelle erschwert. Zahlreiche Autofahrer bildeten keine ausreichende Rettungsgasse. Für Schwierigkeiten sorgte die Baustelle zum Brückenneubau zwischen Finningen und Holzheim. Dort standen die Fahrzeuge so eng, dass an einem Feuerwehrauto der rechten Außenspiegel beschädigt wurde.

    Auch die schmäleren Fahrzeuge von Polizei und Rettungsdienst konnten nicht ungehindert passieren. Teilweise mussten Besatzungen aussteigen und Autofahrern erklären, wie eine Rettungsgasse zu bilden ist und eine solche freigehalten werden muss. Rettungsdienstmitarbeiter berichteten von Lkw-Fahrern, die nach dem Passieren des ersten Rettungswagen ihr Fahrzeug wieder nach links zogen und damit die Rettungsgasse versperrten.

    Rettungshubschrauber aus Augsburg bringt Notarzt an die Unfallstelle auf der A7

    Auch wegen der erschwerten Anfahrt wurde zusätzlich zur örtlich zuständigen Feuerwehr Senden die Feuerwehr Neu-Ulm alarmiert. Ein Rettungshubschrauber wurde alarmiert, um einen Notarzt aus der Luft zu bringen. Ersthelfer versorgten in der Zwischenzeit die beiden Verletzten und halfen dem Lkw-Fahrer, durch die beschädigte Frontscheibe aus dem Führerhaus herauszukommen. Nach der Erstversorgung wurden der Fahrer des Sicherungsfahrzeuges und der Verursacher in Krankenhäuser gebracht.

    Für die Unfallaufnahme sowie die Rettungs- und Bergungsarbeiten musste die A7 mehrere Stunden voll gesperrt werden. Ein Bergungsfahrzeug für den verunfallten Lastwagen fuhr unter Polizeibegleitung entgegen der Fahrtrichtung zur Unfallstelle.

    Vor der Brückenbaustelle kam es zu einem weiteren Auffahrunfall, bei dem sich jedoch niemand verletzte. Wesentlich schwerer war ein weiterer Unfall am sich immer weiter nach hinten verlagernden Stauende. Kurz vor 10 Uhr rammte auf Höhe von Senden-Witzighausen ein Kleintransporter in das Heck eines stehenden Sattelzuges. Der 44-jährige Fahrer wurde eingeklemmt.

    Ein Kleintransporter ist zwischen Hittistetten und Vöhringen in das Stauende gekracht. Der 44-jährige Fahrer wurde schwer verletzt.
    Ein Kleintransporter ist zwischen Hittistetten und Vöhringen in das Stauende gekracht. Der 44-jährige Fahrer wurde schwer verletzt. Foto: Thomas Heckmann

    Knapp 30 Feuerwehrleute aus Weißenhorn und Illertissen wurden alarmiert, während andere Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter bereits bei einem anderen Unfall im südlichen Landkreis Neu-Ulm halfen. Nahe Obenhausen war ein Auto von der Fahrbahn abgekommen und auf die Seite gekippt. Auch hier musste der Fahrer befreit werden.

    Rettungsdienst nach Unfallserie auf A7 im Landkreis Neu-Ulm stark gefordert

    Der Rettungsdienst war bereits stark gefordert. Es kamen aber noch ein Unfall nahe Altenstadt und weitere medizinische Notfälle hinzu. Der Hintergrunddienst des BRK Weißenhorn wurde alarmiert. Die ehrenamtlichen Helfer waren gemeinsam mit dem Neu-Ulmer Rettungswagen auf der Autobahn im Einsatz. Neben dem Notarzt aus Illertissen wurde auch der Augsburger Rettungshubschrauber „Christoph 40“ zur Unfallstelle geschickt, da der Ulmer Rettungshubschrauber wegen eines Brand in Geislingen bereits im Einsatz war.

    In enger Absprache zwischen Notarzt und Feuerwehr wurde der eingeklemmte Fahrer schonend aus dem Wrack befreit. Eine Schiebetür und beide vordere Türen mussten mit hydraulischem Gerät entfernt werden. Nach einer ersten medizinischen Versorgung vor Ort wurde der Schwerverletzte in ein Krankenhaus gebracht. Hinter dieser weiteren Vollsperrung der Autobahn bildete sich ein über zehn Kilometer langer Rückstau bis über die Ausfahrt Illertissen hinaus. Absolutes Unverständnis äußerten Feuerwehrleute über den Fahrer eines Sattelzuges. Der Mann folgte den Einsatzfahrzeugen durch die Rettungsgasse bis an die Unfallstelle. Dort meldeten die Feuerwehrleute den rücksichtslosen Fahrer an die Autobahnpolizei, die sich um ein Bußgeld für den Mann kümmerte. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf eine Summe im unteren sechsstelligen Bereich. 

    Anmerkung der Redaktion: Wir aktualisieren den Artikel, sobald wir neue Informationen haben.

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Registrieren sie sich

    Sie haben ein Konto? Hier anmelden