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Landsberg: Stadtwerke-Vorstand zieht Bilanz und blickt in die Zukunft

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Stadtwerke Landsberg schreiben wieder schwarze Zahlen

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    Die Stadtwerke Landsberg haben ihren Sitz an der Epfenhauser Straße in Landsberg.
    Die Stadtwerke Landsberg haben ihren Sitz an der Epfenhauser Straße in Landsberg. Foto: Thorsten Jordan

    Lange Zeit standen ein Technischer Vorstand und ein Kaufmännischer Vorstand an der Spitze der Stadtwerke Landsberg. Doch seit einigen Monaten ist Jörg Gründinger der alleinige Chef – und das soll auch auf längere Sicht so bleiben. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert er die Gründe für die umfassende Umstrukturierung. Laut seiner Aussage konnte das Kommunalunternehmen zudem das von ihm ausgewiesene Ziel, nach den Verlustjahren wieder schwarze Zahlen zu schreiben, erreichen. In den kommenden Jahren stehen allerdings „erhöhte Investitionen“ an. Gründinger gibt einen Überblick über wichtige Projekte.

    Die Entscheidung, künftig nur noch auf einen Vorstand zu setzen, sei in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat und der Stadt Landsberg getroffen worden. Das Unternehmen soll laut Gründinger damit zielgerichtet in die Zukunft geführt werden. Der studierte Betriebswirt kam zum 1. Oktober 2022 zu den Landsberger Stadtwerken und bildete zunächst mit dem damaligen Technischen Vorstand Gerald Nübel eine Doppelspitze. Nübel verließ das Kommunalunternehmen Ende September.

    Laut Gründinger wird nun eine Führungsebene in Form von drei Bereichsleitungen eingeführt, die jeweils an ihn berichten: eine technische Bereichsleitung, eine kaufmännische Bereichsleitung und eine Bereichsleitung für Marketing, Vertrieb & Beschaffung. Der Alleinvorstand soll sich so verstärkt auf strategische Themen und die Weiterentwicklung der Stadtwerke (aktuell 115 fest angestellte Beschäftigte) konzentrieren können. Die Bereichsleitung für Marketing, Vertrieb & Beschaffung ist bereits besetzt.

    Für das laufende Jahr sieht der Finanzplan keine Verluste vor

    Momentan liegt die gesamte Verantwortung für die Aufgaben des bisherigen Technischen Vorstands bei Gründinger. Die fünf technischen Abteilungsleiter seien stärker in strategische Themen eingebunden, sagt er. Aufgrund der zusätzlichen Belastung ist diese Übergangslösung laut Gründinger aber keine Dauerlösung. Die Besetzung der technischen und kaufmännischen Bereichsleitungspositionen ist demnach im vierten Quartal geplant. Durch eine Anpassung der Satzung wurde zwar die Möglichkeit geschaffen, dass die Stadtwerke sowohl von einem als auch von zwei Vorständen geleitet werden können: „Aktuell ist jedoch die Bereichsleiterstruktur angedacht, wodurch ein Alleinvorstand als zukunftsträchtig erachtet wird“, so Gründinger.

    Jörg Gründinger ist Vorstand der Stadtwerke Landsberg.
    Jörg Gründinger ist Vorstand der Stadtwerke Landsberg. Foto: Thorsten Jordan

    Zuletzt hatte die Bilanz der Stadtwerke ein deutliches Minus aufgewiesen. Im Gespräch mit unserer Redaktion gab Gründinger vor einem Jahr die Devise aus: „Wir wollen die Verlustjahre hinter uns lassen.“ Dieses Ziel sei inzwischen erreicht. Seit 2023 schreibe das Unternehmen schwarze Zahlen. Auch für das laufende Jahr sehe der Plan keine Verluste vor.

    Von manchen Bürgerinnen und Bürgern werden die Strom- und Gaspreise der Stadtwerke skeptisch beäugt. Denn diese seien verglichen mit Mitbewerbern zu hoch. „Die Kritik bezüglich unserer Strom- und Gaspreise ist berechtigt“, so Gründinger. „Allerdings ist ein Vergleich mit reinen Billiganbietern nicht zielführend, da diese oft geringere Serviceleistungen und weniger stabile Lieferketten bieten.“ Im Vergleich mit regionalen Stadtwerken könne das Landsberger Kommunalunternehmen durchaus mithalten. Aus heutiger Sicht geht Gründinger davon aus, dass die Strom- und Gaspreise 2026 nach unten gehen könnten. Die Preise am Markt seien aber stark vom Weltgeschehen abhängig und globale Faktoren nicht zu beeinflussen.

    In seiner Haushaltsrede im Dezember hatte Stadtrat Stefan Meiser (ÖDP) kritisiert, dass er sich nicht ausreichend über die Wirtschaftslage der Stadtwerke informiert fühlt. Seinen Angaben zufolge ging aus dem Vorbericht zum Haushalt hervor, dass das Kommunalunternehmen den Kreditschuldenstand von 37 Millionen Euro im Jahr 2023 auf rund 66 Millionen Euro im Jahr 2028 erhöhen möchte. Mit diesen Zahlen konfrontiert, sagt Stadtwerkechef Gründinger: „Auf Spekulationen von Herrn Meiser gehen wir nicht ein.“ Es seien „erhöhte Investitionen“ in die öffentliche Grundversorgung und die städtische Infrastruktur vorgesehen.

    Blick vom unteren Bereich des Brunnenschachts des Horizontalfilterbrunnens der Stadtwerke Landsberg nach oben.
    Blick vom unteren Bereich des Brunnenschachts des Horizontalfilterbrunnens der Stadtwerke Landsberg nach oben. Foto: Stadtwerke Landsberg

    Erneuert werden sollen die Abwasserreinigungsanlage der Kläranlage sowie die Kanalleitungen. Auch ist laut Gründinger eine umfangreiche Modernisierung und Erweiterung der Infrastruktur im Bereich Strom- und Wasserversorgung geplant. Wichtiger Bestandteil der öffentlichen Grundversorgung sei zudem die geplante Inbetriebnahme eines Horizontalfilterbrunnens zur zusätzlichen Trinkwassergewinnung, sofern die wasserrechtlichen Bescheide für die Grundwasserentnahme und das erweiterte Trinkwasserschutzgebiet erfolgen. Laut Gründinger steht die Abnahme bevor.

    Sanierung des Inselbads ist ein zentrales Projekt

    In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern möchten die Stadtwerke den Ausbau des FTTH-Glasfasernetzes vorantreiben, um rund 1700 Haushalte in 190 Gebäuden anzubinden. Der weitere Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge stehe ebenfalls im Fokus. Die Stadtwerke verfügen Gründinger zufolge über 63 eigene Ladepunkte und 18 Ladepunkte bei Kunden. Für eine Stadt in Landsbergs Größenordnung sei das „ganz schön fortschrittlich“, so seine Einschätzung. Stand jetzt sind acht weitere Ladepunkte fix geplant.

    Zudem möchten die Stadtwerke im Sinne der Energiewende „weitreichende Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien“ umsetzen. Als Beispiel nennt Gründinger den Umbau der Heizzentrale im Inselbad, wobei erste Vorbereitungen für eine Flusswärmepumpe getroffen werden. Ohnehin sei die Sanierung des beliebten Freibads ein zentrales Vorhaben. „Das Inselbad ist das Juwel am Lech. Es gibt eine hohe Anteilnahme, was dort passiert.“ Die Arbeiten bezeichnet Gründinger als „Mammutaufgabe“. Bisher gehe es gut voran.

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