Eine lange Haftstrafe verhängte das Amtsgericht Landsberg gegen einen 38-jährigen Landsberger. Er war wegen mehr als 20 Straftaten angeklagt. Verhandelt wurde vor einem Schöffengericht, dass eine Strafe von bis zu vier Jahren verhängen kann, aufgrund der Vorgeschichte des Mannes fiel das Urteil aber deutlich höher aus.
Der Kfz-Mechaniker gab bei seiner Bewerbung bei einem Landsberger Unternehmen an, einen Meisterbrief erworben zu haben und reichte als Beleg gefälschte Zeugnisse ein. Zudem behauptete er fälschlicherweise, er habe auch eine Weiterbildung zum Betriebswirt erfolgreich absolviert. Die Unterlagen reichte er sowohl bei dem Unternehmen ein, für das er zwischen Juli 2021 und Dezember 2023 arbeitete, als auch bei der Firma, bei der er Anfang 2024 anfing. Die wohl schwerwiegendste Tat war aber, dass er am Pfingstsonntag 2023 in der Firma seines Chefs eingebrochen und 10.000 Euro aus dem Tresor gestohlen haben soll. Der Mann fuhr anschließend mit seiner Familie eine Woche in den Urlaub. Die Hotelkosten über 3200 Euro beglich er bar. Zudem soll er sich zulasten des Fahrzeughändlers in weiteren Fällen bereichert haben und trotz verlorener Fahrerlaubnis gefahren sein.
Rechtsgespräch am Amtsgericht Landsberg bringt keine Einigung
Am ersten Verhandlungstag war der Prozess 45 Minuten für ein Rechtsgespräch unterbrochen worden, Verteidiger, Staatsanwältin und Schöffengericht kamen aber zu keiner Einigung. Der Angeklagte schwieg während des ganzen Prozesses zu den Vorwürfen. Da nur wenige Personen den Code für den Schlüsselkasten kannten, in dem der Schlüssel für den Tresor lag und den vorhandenen Videoaufnahmen, sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Angeklagte der Täter sei. Auf den Aufnahmen war zwar sein Gesicht nicht zu sehen, die Körpergröße des Angeklagten lege aber nah, dass es sich bei ihm um den Täter handle, hatte ein Polizist am ersten Verhandlungstag ausgesagt.
Zum Verhängnis wurde dem Mann nun auch, dass er wegen vorheriger Straftaten unter Bewährung stand. Das Amtsgericht Augsburg hatte beispielsweise Ende 2022 wegen Betrugs in zwölf Fällen eine Haftstrafe von 17 Monaten verhängt, wie Richter Alexander Kessler auf Nachfrage unserer Redaktion sagte. Hier hatte der Mann Berufung eingelegt und die Umwandlung in eine Bewährungsstrafe erreicht. Das hielt ihn allerdings nicht von weiteren Straftaten ab.
Schöffengerichte können Strafen bis vier Jahre verhängen, die offenen Bewährungen kamen aber noch hinzu. Die Staatsanwältin hatte 6,5 Jahre Haft gefordert. Das Schöffengericht verhängte zwei Jahre und drei Monate Haft für die Taten vor dem Berufungsurteil, sowie drei Jahre und drei Monate für die Taten danach. Zudem muss der Mann 25.000 Euro an den geschädigten Arbeitgeber zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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