Die Mitarbeiter der Ausländerbehörde des Landratsamts Landsberg fühlen sich nach mehreren Vorfällen nicht mehr sicher. Deswegen hat der Kreisausschuss in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, dass ein Sicherheitsdienst engagiert werden soll.
Laut Barbara Rösner (Sachgebietsleiterin Integration Ausländer und Asyl) beim Landratsamt reichen die Vorfälle von „heftigsten verbalen Entgleisungen und Bedrohungen der Mitarbeiter“ bis hin zu Asylsuchenden, die „versucht haben, mit einem Stein die Glasscherbe des Kundenschalters einzuwerfen“. Mehrfach mussten Hausverbote ausgesprochen und die Polizei gerufen werden, so Rösner. Die Aggressivität der Asylsuchenden habe auch grundsätzlich zugenommen, deswegen sei ein Sicherheitsdienst wichtig, betonte sie. Geht es nach der Abteilungsleiterin, sollen dessen Mitarbeiter 15 Minuten vor Öffnung der Behörde anfangen und bis 30 Minuten nach Schließung Präsenz zeigen. Die Kosten dafür werden auf rund 96.000 Euro pro Jahr veranschlagt. Zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes sollen künftig permanent in der Lechfeldstraße präsent sein. Dies soll zunächst für ein Jahr gelten.
Die Außendienstmitarbeiter sollen Schutzwesten tragen
Schondorfs Bürgermeister Alexander Hermann (Grüne) hinterfragte, was mit den Mitarbeitern sei, die im Außendienst tätig sind. Maria Matheis (Abteilungsleiterin Öffentliche Sicherheit und Ordnung) informierte, dass ihre Mitarbeiter nicht alleine vor Ort sind. „Wenn wir den Verdacht haben, dass es Probleme geben könnte, fahren die Kollegen zu zweit oder teils auch zu sechst zum Termin. Zudem wird die Polizei vorab informiert.“ Die Ausländerbehörde arbeite auch eng mit der Polizei zusammen, die empfohlen habe, dass die Mitarbeiter Schutzwesten tragen sollen, um sich so beispielsweise vor Messerattacken zu schützen, so Rösner.
Auch hätten die Beschäftigten der Ausländerbehörde Schulungen erhalten, um zu wissen, wie sie sich in kritischen Situationen verhalten sollen. Sie verwies auch auf einen Vorfall in Greifenberg Anfang des Monats, als Asylbewerber „wegen einer Lappalie“ Beschäftigte des Landratsamtes und Polizeibeamte attackierten. Die beiden Männer sollten ihre Zimmer wechseln.
Bis der Sicherheitsdienst seine Arbeit aufnimmt, dauert es noch
Landrat Thomas Eichinger (CSU) räumte ein, dass es „vielleicht besser gewesen wäre, wir hätten vergangenes Jahr schon reagiert“. Die Asylbehörde sei ein besonders kritischer Bereich, weswegen wichtig sei, „ein Signal zu setzen“. Eichinger beklagte einen generellen Verlust an Respekt bei Bürgern, den seine Mitarbeiter im Landratsamt zu spüren bekämen.
Monika Groner (Grüne) wollte vom Landrat wissen, wer die Mitarbeiter schütze, bis der Sicherheitsdienst verpflichtet sei. „Ich gehe davon aus, dass es einige Wochen dauert“, sagte Eichinger mit Blick auf das Zeitfenster.
Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema: Inakzeptables Verhalten in der Ausländerbehörde