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  3. Unterelchingen: Michael Patrick Kelly und die Friedensglocken von Elchingen

Unterelchingen
23.12.2022

Michael Patrick Kelly und die Friedensglocken von Elchingen

Der Popsänger Michael Patrick Kelly ließ nach dem Vorbild seiner großen Friedensglocke auch kleine Modelle gießen. Sie wurden in Unterelchingen produziert.
Foto: Herbert Pfarrhofer, dpa

Der irische Popsänger ließ seine Friedensglocke aus ukrainischem Kriegsschrott zum ersten Mal in Neu-Ulm erklingen. Und die kleinen "Tochter-Exemplare" entstanden ganz in der Nähe.

Schön wär's: "Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen", verkünden die himmlischen Heerscharen im Lukas-Evangelium bei Jesu Geburt. Das mit dem Frieden auf Erden klappt leider immer noch nicht. Der irische Popstar Michael Patrick Kelly, der auf jeden Fall bei seinen Fans für Wohlgefallen sorgt, will seit einigen Jahren mit seiner eigenen Friedensglocke dazu beitragen, dass es auf Erden friedlicher zugeht – und bekommt dabei indirekt Unterstützung aus Unterelchingen: Die Kunstgießerei Kollinger hat für ihn bereits 800 kleine Ableger der großen Glocke gefertigt. Sie sollen vor allem den konfliktgebeutelten Nahen Osten ein bisschen friedlicher machen. Sie ist damit Teil eines weltweiten Friedensprojekts.

Michael Patrick Kelly schlägt die Friedensglocke – und alle sind still

Sprichwörtlich mit einem Schlag war es plötzlich still. Eineinhalb Stunden lang hatte der Popstar Michael Patrick Kelly, Spross der singenden Großfamilie Kelly Family, in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena musikalisch eine Menge für seine Fans getan. Dann kam der Moment, an dem er etwas für den Frieden tat: Er ließ die rund 840 Kilogramm schwere Friedensglocke hereinrollen. Er schlug sie kurz an und bat die Menge, eine Minute lang zu schweigen, was sie auch andächtig tat, bevor es mit der Party weiterging. Mit seiner Friedensglocken-Aktion hat Kelly für reichlich Aufsehen gesorgt. Er ließ diese "PeaceBell" aus ukrainischem Kriegsschrott gießen und sie in Neu-Ulm zum ersten Mal öffentlich erklingen. Sie war nicht die erste ihrer Art, denn es gab ein Vorläufermodell.

Die Ziseleurin Christina Scott legt bei der Firma Kollinger letzte Hand an eine Friedensglocke an.
Foto: Alexander Kaya

Michael Patrick Kelly, der nicht nur als Musiker durch die Lande reist, sondern auch als bildender Künstler aktiv ist, hatte bereits vor vier Jahren eine von ihm entworfene Friedensglocke aus Kriegsschrott gießen lassen, die dann 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erschallte. In der Folge entwickelte sich das Kunstprojekt der "PeaceBell" zu einer dauerhaften Friedensaktion, die darauf aufmerksam machen will, wie wichtig eine Abkehr von Radikalismus und polarisierenden Tendenzen in der Gesellschaft sei und warum Frieden mehr bedeute als die bloße Abwesenheit von Waffen. 

Der Erlös der kleinen Friedensglocken geht an ein Friedensdorf

Die Glocken entstanden in einer traditionsreichen Glockengießerei im Münsterland. Doch die konnte den zweiten Teil des Auftrags nicht leisten: Zusätzlich zu den großen Glocken sollten noch viele handliche kleine Modelle entstehen, die an Fans weiterverkauft werden. Ein Teil des Erlöses geht an das Friedensdorf Newe Shalom in Israel, wo Juden und Palästinenser friedlich zusammenleben. Und hier kam die Kunstgießerei Kollinger ins Spiel. Die besteht seit 1996 in Elchingen und hat sich in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf erworben. Warum machte das Unternehmen nicht gleich die großen Glocken? "Das ist nicht unsere Welt", sagt Geschäftsführerin Sylvia Muff, "wir sind keine Spezialisten für Glockenguss." In der gewünschten Größe wäre das rein technisch gar nicht gegangen. 

Michael Patrick Kelly läutet seine Friedensglocke, die hat er auch auf Tournee mitgenommen.
Foto: Andreas Arnold, dpa

Doch für die handlichen "Töchter" der "PeaceBell" waren die Unterelchinger genau die Richtigen. Die Firma Kollinger hatte bereits Glocken für Glockenspiele gefertigt. Da müssen die Tonhöhen stimmen, doch bei den kleinen Friedensexemplaren war diese Art von klanglicher Präzision nicht gefragt, es kam nur auf das Aussehen an. Die Mini-Bells sind das genaue Abbild der großen, sie ziert ebenfalls eine Friedenstaube, die ein "Stopp"-Schild im Schnabel trägt. Dazu das fünfte Gebot auf Englisch: "You shall not kill – Du sollst nicht töten." Die Vorlagen dafür stammen aus dem 3D-Drucker. Auch diese Glocken enthalten zumindest ein bisschen Abfall aus dem Kriegshandwerk, leere, eingeschmolzene Patronenhülsen. Doch größtenteils bestehen sie aus einer Messinglegierung, "sonst kann man keine Glocken gießen", erklärt Sylvia Muff. 800 Stück haben die Produktionshalle in Unterelchingen bereits verlassen. 

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Eine "kleine Friedensglocke", die gerade bei der Gießerei Kollinger nachbearbeitet wird.
Foto: Alexander Kaya

Ein solcher Auftrag wie die kleinen Friedensglocken gehört für das Unternehmen eher zu den leichteren Arbeiten, wie etwa der legendäre "Otto", die Pop-Trophäe der Jugendzeitschrift Bravo, die in Elchingen produziert wird. Die Kunstgießerei hat schon deutlich Schwierigeres und Aufsehenerregenderes geschaffen, wie zuletzt eine sechseinhalb Meter hohe Monumentalstatue aus Aluminium. Entworfen wurde sie von einer adeligen Künstlerin, Diane Herzogin von Württemberg, Prinzessin von Frankreich. Sie lieferte nur eine Zeichnung ab und um die dreidimensionale Ausgestaltung kümmerte sich dann das insgesamt elfköpfige Team der Firma Kollinger. Noch komplizierter war es, das erste Auto, den Benz Patent-Motorwagen Nummer 1, in originaler Größe mit sämtlichen feinen Details nachzugießen. "Das war ein spektakulärer Auftrag", sagt Sylvia Muff, "so was macht man einmal im Leben." Heute steht dieses Technik-Kunstwerk in Mannheim, der Heimat von Carl Benz. Und die Friedensglocken? Sind mittlerweile von Unterelchingen aus über die ganze Welt verteilt.


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