Die Erzeugerpreise bei Milch, Fleisch und Lebendvieh sind aktuell so hoch wie noch nie. Das wirkt sich auch auf die Bilanz von RiVerGen (Rinder Vermarktung Genetik) für die Region aus. Es handelt sich um den ersten gemeinsamen Abschluss von ehemals Zuchtverband und Besamungsverein nach der Fusion im Herbst 2023.
Zuchtleiterin Marina Neumeier vom AELF Nördlingen-Wertingen legte im Jahresbericht Zahlen und Tendenzen zur Leistungsentwicklung und Zuchtarbeit vor. Der Herdbuchkuhbestand war mit knapp 50.000 Kühen in 716 Betrieben konstant. Im Landkreis Günzburg gaben acht Betriebe im vergangenen Jahr die Milchviehhaltung auf. Hingegen waren es in Neu-Ulm nur drei Betriebe. Die insgesamt 87 Fleckvieh-Herdbuchbetriebe (-8) mit 6446 Kühen (-39) in Günzburg konnten ihre jährliche Herdenmilchleistung um 123 Kilogramm auf 8445 Kilogramm Vergleich zum Vorjahr steigern. Die Herdengrößen in den beiden Landkreisen sind mit im Mittel 74 Kühen in Günzburg und 72 Kühen in Neu-Ulm leicht über dem Zuchtverbandsdurchschnitt. 53 Kühe im Zuchtgebiet haben im Berichtsjahr die magische Grenze von 100.000 Kilogramm Lebensleistung überschritten. Acht davon befinden sich im Landkreis Günzburg. Auf den Betrieben Zahn (Ellzee) und Landwehr (Neu-Ulm) stehen sogar jeweils zwei dieser besonderen Ladys. Die amtierende Miss Bayern, Engadin-Tochter Lie von der Landwehr GbR, ist mit ihren 20 Jahren aktuell die älteste Kuh im Zuchtgebiet.
Hans Schwarz erläuterte in seinem Vermarktungsbericht: „Nach vier Anstiegen in Folge konnten 2024 erstmalig über 10.000 Kälber vermarktet werden, worauf wir sehr stolz sind. Beim Großvieh sorgten die hohen Schlachtpreise für eine höhere Selektionsbereitschaft seitens der Betriebe, wodurch das Vieh knapp war. Dies trug in Verbindung mit einem konstant hohen Milchpreis zu guten Jungkuhpreisen bei. Insgesamt wurden mit 806 Jungkühen für durchschnittlich 2039 Euro 130 Jungkühe weniger als im Vorjahr verkauft. Die Nachfrage nach Jungkühen auf Auktion übersteigt aktuell das Angebot.“ Bei den Bullen konnte das über die letzten Jahre enorm gestiegene Angebot zu sehr guten Preisen verkauft werden. Im letzten Jahr wurden erstmalig zwei Fressermärkte abgehalten, die Zufriedenheit bei Käufern und Verkäufern sei groß gewesen. Deshalb soll auch künftig diese neue Vermarktungsmöglichkeit angeboten werden. Der nächste Fressermarkt findet am 9. April statt.
Nach den Fachinformationen galt das Ende des Abends dem Rückblick auf erfolgreiche Tierschaubeteiligung und der Vorstellung der „Fleckvieh-Profis“. Alljährlich werden die besten Züchter nach einem Punkteindex mit Einbezug von Milchmenge, Milchinhaltsstoffen, Lebensleistung, Fruchtbarkeit und Gesundheit proklamiert. Folgende Zuchtbetriebe gehören im Landkreis Günzburg zu den Fleckvieh-Profis 2024:
- Christian Kirschenhofer, Anhofen
- Unterholzner GbR, Münsterhausen
- Franz Reiter, Großkissendorf
- Dirr GbR, Kissendorf
- Markus Schneider, Unterwiesenbach
- Philipp Stolle, Anhofen
- Erbengemeinschaft Lecheler, Breitenthal
- Miller GbR, Mindelzell
- Rau und Wiedemann GbR, Schneckenhofen
- Martin Pröbstle, Oxenbronn
- Bernhard Bohnacker, Burtenbach
(AZ)
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